Schopfheim Harscher: „Mit dieser Studie ins Rennen gehen“

Schopfheim (wm). Augen zu und durch: Der Gemeinderat ist bereit, den Preis für die von ihm im Juni selbst beschlossenen Umplanungen im Schulcampus (Erhalt statt Abriss des Technikgebäudes, mehr Platz für Mensa und Aula) zu zahlen.

Mit deutlicher Mehrheit gab das Gremium am Montag in einem positiven „Stimmungsbild“ den Weg frei für eine Korrektur der ursprünglichen Pläne, nachdem der beauftragte Architekt in einer „Studie“ aufgezeigt hatte, wie sich die Änderungen verwirklichen lassen, ohne den Campus-Charakter zu gefährden. Auf Grundlage dieser groben Planungen soll er jetzt einen Entwurf mit einer genaueren Kostenberechnung vorlegen.

Der Architekt schlägt vor, die Mensa in das erste Obergeschoss des bestehenden Technikgebäudes umzusiedeln, dasselbe barrierefrei zu gestalten und im Übrigen die Durchlässigkeit des Campusgeländes insgesamt zu bewahren.

Dies alles sei nach einer – allerdings noch „vagen“ – Kostenschätzung machbar für knapp drei Millionen Euro – 400 000 Euro weniger als nach den Beschlüssen vom Juni zu erwarten war.

„Wir sollten mit dieser Studie jetzt ins Rennen gehen“, appellierte Bürgermeister Dirk Harscher an die Stadträte.

Die hatten an den Plänen selbst zwar wenig auszusetzen, allerdings haderten doch einige mit der Vorgeschichte und der damit verknüpften Kostenfrage.

Thomas Gsell beispielsweise tat sich nach eigenen Worten schwer mit der Vorlage, seien mit der Planänderungen unterm Strich doch Mehrkosten von mehr als 1,6 Millionen Euro verbunden, die im Haushalt nicht enthalten seien. „Welche Maßnahmen müssen wir dafür streichen?“, fragte der SPD-Stadtrat nach entsprechenden „Ideen“ der Verwaltung.

Die bekam er auf die Schnelle indes nicht. Kämmerer Thomas Spohn verwies auf die bevorstehenden Haushaltsberatungen und schickte gleich voraus: „Das wird schwierig“.

„Die Studie ist ganz ordentlich“, gab Heidi Malnati (CDU) zu Protokoll. Andreas Kiefer (Unabhängige) indes kritisierte, dass das Geld wieder einmal „keine Rolle“ spiele. Dabei habe der Gemeinderat im Sommer doch nur den Erhalt des Technikgebäudes beschlossen, nicht aber die Verlegung von Mensa und Aula. „Wir werden vorgeführt“, schimpfte Kiefer.

Der Bürgermeister sah das „ganz anders“. Die Studie sei mit dem Beschluss des Gemeinderats sehr wohl „kompatibel“. Auch der Architekt widersprach dem Stadtrat der Unabhängigen. Die vorgeschlagene Variante sei die „einzige Möglichkeit“, sowohl eine „ordentliche Mensa“ zu ermöglichen als auch das alte Technikgebäude zu erhalten.

Thomas Kuri (CDU) zweifelte erneut, ob der Erhalt des Technikgebäudes tatsächlich eine Million Euro zusätzlich koste, und verlangte statt dessen endlich „verlässliche Zahlen“. Die Studie an sich bezeichnete er indes als „ansprechend“. Sie widerlege auch die anfänglichen Bedenken, die im Gemeinderat die Runde gemacht hatten, und sei „insgesamt positiv“ zu sehen.

Kai Horschig (Freie Wähler) erinnerte daran, dass der Gemeinderat mit seiner Planänderung selbst die großen Kostensteigerungen zu verantworten habe. Die Studie zeige jetzt auf, wie der Campus trotzdem „noch zu retten ist“.

Hildegard Pfeifer-Zäh mahnte, bei allem Streit um die Kosten nicht aus den Augen zu verlieren, um was für ein „tolles Projekt“ es im Grunde gehe. Nach dem Mehrheitsbeschluss sei die Studie mitsamt der „relative Kostenersparnis“ zu akzeptieren, zumal damit „alle Ansprüche“ erfüllt seien. „Ich kann es gut ertragen“, so die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler.

Auch der Bürgermeister gab zu Protokoll, er könne mit der Studie gut leben. Sie mache das Beste aus der vom Gemeinderat beschlossenen Kehrtwende in Bezug auf das Technikgebäude. Folglich gebe es in seinen Augen nur eins: Den Campus jetzt so umzugestalten oder „alles noch einmal in Frage zu stellen“.

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