Schopfheim Hasserfüllte Bemerkungen sind keine Seltenheit

Erfahrungsberichte und Dokumente eindrücklicher Art beinhaltet die Ausstellung „@wasihrnichtseht – Alltagsrassismus sichtbar gemacht“ in der Schopfheimer Kulturfabrik. Foto: Ralph Lacher

Schopfheim (os). „Was ihr nicht seht!“ lautet die Bezeichnung eines Internet-Projekts des Medienmanagement-Studenten Dominik Luka, das noch bis Ende Oktober in der Kulturfabrik zu sehen ist. Die Schau in der VHS Schopfheim ist Teil des Projekts „Was hält unsere Gesellschaft zusammen?“ des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg. Dabei geht es um Alltagsrassismus in Deutschland.

Diesem sind besonders dunkelhäutige Menschen ausgesetzt. Wie auch der 29-jährige Dominik Luka, ein aus der Karibik stammender, als Adoptivkind in Ravensburg aufgewachsener und aktuell in Berlin lebender Angehöriger der „People of Color“. Zum nun in Schopfheim zu sehenden Projekt kam er durch den Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt im Mai 2020 in den USA.

Daraus erwuchs zum einen die Anti-Rassismus-Bewegung „Black Lives Matter“, zum anderen der Entschluss von Dominik Luka, Rassismus-Erfahrungen anderer Menschen zu sammeln. Auf Instagram regte er Menschen mit dunkler Hautfarbe dazu an, unter dem Hashtag #WasIhrNichtSeht ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland darzustellen. Das Ergebnis: 127 000 Abonnenten und die Ausstellung „@wasihrnichtseht – Alltagsrassismus sichtbar gemacht“.

Sie zeigt, auf welch böse, oft sogar hasserfüllte Art in Deutschland Rassismus „People of Color“ begegnet. Auf 26 unterschiedlich großen, mit weißer Schrift versehenen schwarzen Quadraten finden sich solche Rassismus-Erfahrungen.

„Wo putzt denn deine Mutter?“ oder „Du bist so schwarz wie Teer - ekelhaft“ gehören etwa zu dem, was Menschen zu hören bekommen. Da gibt es auch die Erfahrung mit einer älteren Frau, die, als der dunkelhäutige Mensch Hilfe beim Überqueren der Straße anbietet, ängstlich ihre Handtasche an sich nimmt und weggeht. Und dann gibt es noch die Joggerin – ein Radfahrer, spuckte ihr direkt vor die Füße und rief „Heil Hitler“. Und es gibt die Aussage „Vor 60 Jahren hätte man so etwas vergast“. Diese und die ganzen 26 Texte sollen, so steht es auf einer Schautafel, den Betrachtenden zu Selbstreflexion veranlassen.

„Denn nur was uns bewusst ist, können wir ändern“, schreiben die Ausstellungsmachenden. Und auf der den 26 Schautafeln gegenüberliegenden Seite der im Obergeschoss der Kulturfabrik befindlichen Ausstellung finden sich „20 Empfehlungen, um weniger rassistisch zu sein“ aus Schul-Arbeitsblättern eines großen Verlages sowie Auszüge aus Sachbüchern zum Thema Rassismus.

Auch darin finden sich Empfehlungen, wie man latenten Rassismus erkennen und mindern kann. Denn „Rassismus steckt überall in unserer Gesellschaft“, wie es an einer Stelle in diesem Teil der Ausstellung heißt.

Die Ausstellung“@wasihrnichtseht – Alltagsrassismus sichtbar gemacht“ ist noch bis zum 29. Oktober werktags von 8 bis 20 Uhr in der Kulturfabrik, Johann-Karl-­Grether-Straße 2, zu besichtigen. Es gilt die 3G-Regel.

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