Schopfheim Ideale Bedingungen für Blutsauger

Zoë Schäuble
So etwas möchte man nicht zuhause haben: Tigermücke beim Blut zapfen. Foto: Pixabay

Vermeintliche Funde der Asiatischen Tigermücke versetzten jüngst die Region in Aufruhr.

Von Zoë Schäuble

Schopfheim. Der aggressive Eindringling, dessen Stich gefährliche Krankheiten übertragen kann, ist seit einiger Zeit im Raum angesiedelt.

Dem Landratsamt seien bislang aus Schopfheim allerdings noch keine Fälle gemeldet worden, berichtet Sigrid Leitner, Verantwortliche für den Infektionsschutz und die Kommunalhygiene, im Fachbereich Umwelthygiene des Landratsamts Lörrach, im Gespräch mit unserer Zeitung.

Diverse Verdachtsfälle zur Ansiedlung und zum Vorkommen der Asiatischen Tigermücke in der Region gab es bereits 2015 in Maulburg, sowie 2016 in Schopfheim (das MT berichtete).

Schönauer Fund wird derzeit geprüft

Unlängst vermeldete eine Schönauerin „Mückenalarm“ und wandte sich mit ihrem Fund per E-Mail an die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs). Diese prüft derzeit den Fund. „Obwohl uns aktuell noch keine bestätigten Tigermückenfunde aus Maulburg, Schopfheim, Zell und Schönau bekannt sind, ist das Thema für die Region überaus wichtig“, mahnt Leitner.

In Lörrach, Weil am Rhein und Grenzach-Wyhlen kann die Biologin nämlich Populationen bestätigen, deren Größe je nach betroffenem Standort variiert. Bereits vor einigen Jahren sei die Mücke vor allem entlang von Autobahnen und im Raum Freiburg entdeckt worden. Man müsse sich damit abfinden, dass auch das hiesige Gebiet nicht verschont bleibe und die Asiatische Tigermücke hier überwintern könne – die trockenresistenten Eier, die die Insekten im Herbst legen, überstehen selbst Minusgrade.

Fast täglich erhält Leitner Meldung über eine potenzielle Sichtung innerhalb des Landkreises, nimmt Anrufe entgegen, prüft Bilder von verdächtigen Mücken oder eingeschickte Exemplare. Dass das Thema derzeit so relevant ist, liege besonders an der aktuellen Wetterlage: „Die hohen Temperaturen beschleunigen die Entwicklung der Mücken vom Ei bis zum erwachsenen Tier.“ Gleichzeitig werde durch die Wärme auch die Vermehrung von Viren in den Mücken begünstigt, falls diese ebenjene mit einer Blutmahlzeit aufgenommen haben, erklärt Leitner. Zumindest ein wenig kann die Biologin die Ängste und Sorgen vor dem Blutsauger aber abmildern: „In Deutschland hat es bislang noch keinen Erkrankungsfall gegeben, bei dem sich der Erkrankte innerhalb des Landes angesteckt hat.“

Keine Brutstätten begünstigen

Trotzdem sei es absolut wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um die Ansiedlung der Insekten zu vermeiden. Dabei liege der Fokus auf der Vermeidung und gegebenenfalls Beseitigung von Brutstätten. „Unnötige Wasserbehälter sollten entweder entsorgt oder umgedreht, allenfalls aber regengeschützt gelagert werden“, präzisiert die Biologin. Die Asiatische Tigermücke nutzt als sogenannte Container-Brüterin kleinste Wasseransammlungen – etwa in Untersetzern, Planschbecken, Spielzeug, Gießkannen oder Vogeltränken können sich Mückenlarven entwickeln.

Mückennetze auf Regentonnen

Um potenzielle Brutstätten rein zu halten, empfiehlt Leiter, das Wasser in Vogeltränken und -bädern mindestens einmal wöchentlich auszutauschen. „Außerdem sollten Regentonnen mit Mückennetzen abgedichtet und verstopfte Dachrinnen gereinigt werden.“

In Verdachtsfällen können auch sogenannte Bti-Tabletten eingesetzt werden. Das natürliche, bakterielle Protein verhindert die Entwicklung von Mückenlarven in stehendem Wasser. „Fließgewässer und Teiche sind keine Tigermücken-Brutstätten“, so Leitner.

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