Von Petra Martin

Schopfheim (ma). Höhenangst hin, Höhenangst her: Dieses Buch ist einfach spannend. Und man muss auch kein eingefleischter Bergsteiger sein, um zu verstehen: Wenn Robert Jasper über die Eiger-Nordwand spricht, dann erzählt er sein Leben.

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Der Extrembergsteiger und seine Frau Daniela Jasper-Klindt wohnen in Wiechs - und haben nach jahrzehntelangen Erfahrungen als Bergsteiger und Rekordhalter nun ein Buch geschrieben.

Während wohl fast alle Bergsteiger, die einmal den Gipfel in den Berner Alpen über die Nordwand erklommen haben, sagen, „einmal und nie wieder“, ist die Eiger-Nordwand sozusagen der Hausberg der Jaspers. „Unser Leben hängt damit zusammen, das ist der zentrale Punkt in den Alpen für uns“, sagt das Ehepaar unisono. So hat Daniela Jasper-Klindt die Nordwand bereits viermal bezwungen, ihr Mann 18 Mal - aber immer auf verschiedenen Routen; sonst würde sich die Zahl noch erhöhen.

Eine Hommage an die berühmteste Nordwand der Welt, deren Erklimmungen Geschichte geschrieben haben, verbunden mit den ganz persönlichen Erfahrungen des Spitzen-Alpinisten Robert Jasper - all das vermittelt der Band, der mit einer riesigen Auswahl an spektakulären Bildern aufwartet. Beim Anschauen kann einem angesichts der Perspektiven auf die rund 1800 hohe Nordwand regelrecht schwindelig werden (Höhe Eiger: 3970 Meter).

Robert Jasper ist schon als kleines Kind berggestiegen. Schrittweise tastete er sich an größere Ziel heran. Bereits im Alter von 17 Jahren stand die Besteigung der Eiger-Nordwand auf seiner „Wunschliste“. Ein paar Jahre später klappte es, Robert Jasper konnte sich seinen Traum erfüllen. Doch bei der Erklimmung der Wand auf der klassischen Route und mit klassischen Mitteln sollte es nicht bleiben. Jasper sah immer neue Möglichkeiten, immer anstrengendere und schwierigere Routen zu nehmen, auf Arten in die Wand einzusteigen, die noch niemand vor ihm gewählt hatte.

Es geht hier um Meilensteine und Weltrekorde - um jemanden, den die Kletterleidenschaft voll gepackt hat.

Seine Frau Daniela lernte Jasper - wo sonst - beim Klettern im Fels kennen. Jasper, eigentlich auf Solo-Begehungen spezialisiert, schätzte sich fortan glücklich, eine Partnerin gefunden zu haben, die seine Passion teilt. Gemeinsam bezwangen die beiden die „Symphonie de Liberté“, die erste Eiger-Route im zehnten Schwierigkeitsgrad.

Während sich Bergsteiger in früheren Jahren technisch die Wand hochkämpften, praktiziert Jasper heute den Freikletter­stil - die Fortbewegung nur mit Händen und Füßen. „Auf der Autobahn ist es gefährlicher“, meint Robert Jasper zu den Risiken. Und Daniela Jasper-Klindt erinnert an die vielen Unfälle, die im Haushalt passieren können.

Das Ehepaar hat mittlerweile zwei Kinder, die wohl das „Kletter-Gen“ ihrer Eltern geerbt haben. Dass sie trotz Kindern weiter klettern, ist für sie keine Frage. „Wir wären sonst nicht die Selben. Mit diesem Widerspruch müssen wir leben, auch wenn uns andere als verantwortungslos betrachten“, schreiben sie im Buch.

Es ist der Sinn fürs Abenteuer und die Leidenschaft, die Robert Jasper immer weiter antreiben. Denn die Eiger-Nordwand lässt ihn einfach nicht los. So steckt er derzeit mitten in einem neuen Projekt, bei dem es wieder darum geht, sich ein derart schwieriges Stück am Fels zu erarbeiten, dass bislang noch nie jemand dort oben war. Sein Ziel ist, das zu schaffen, was ihm schon vielfach gelang: als unbezwingbar geltende Routen bezwingen.

Der faszinierende Bildband mit den Anmerkungen der Jaspers verschafft dem Leser einen persönlichen Einblick ins Leben mit der Eiger-Nordwand - von der Erstbesteigerzeit über das moderne Bergsteigen bis hin zu einem Ausblick in die Zukunft. Das Buch zeigt den Reiz des Menschen am Ausloten von Grenzen, an der Entdeckung unbekannter Pfade und an der Weiterentwicklung der Kunst einer ganz besonderen Sportart.

Das Buch von Robert Jasper, „Nordwand - Mein Leben mit dem Eiger“ ist im Delius Klasing Verlag erschienen. Es ist für 29,90 Euro in jeder Buchhandlung erhältlich. Bergsteiger-Legende Reinhold Messner schreibt im Vorwort: „Die Eiger-Wand ist seit bald 100 Jahren ein zentraler Markstein der Alpingeschichte. Niemand sonst hat einen tieferen Blick in diese Geschichte getan als Robert Jasper. Seine Free-Climbs sind Abenteuer der Moderne.“

Robert Jasper, Jahrgang 1968, aus Waldshut-Tiengen stammend, gehört zu den führenden Extrembergsteigern weltweit. Seine größten Erfolge feierte er an der Eiger-Nordwand. Daniela Jasper-Klindt, Jahrgang 1971, aus Weil am Rhein, ist ebenfalls Extrem-Bergsteigerin. Sie bildet seit mehr als 20 Jahren eine Seilschaft mit Robert Jasper, privat und beruflich. Die Familie lebt in Wiechs.

Robert Jasper, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, Bergführerausbilder und Sportlehrer, wird als einer der besten Bergsteiger der Welt von Firmen unterstützt. In seinen Motivationsvorträgen und seinem Outdoor-Training - auch für Unternehmen und Betriebe - zieht er Parallelen vom Aufstieg am Berg zum Business.

Infos und Kontakt im Internet unter www.robert-jasper.de. Näheres zum Buch unter www.delius-klasing.de.