Schopfheim Jedes Bild ein Schrei der Seele

Der Maler Mark-Roland Fuchs, wie man ihn kannte. Foto: Jürgen Scharf

Schopfheim - Künstlerfreunde und alle, die ihn kannten, sind betroffen. Sie alle haben nicht nur seine Kunst, sondern auch seine Art und sein Verständnis von Kunst geschätzt, die Ernsthaftigkeit, mit der er sich der Malerei gewidmet hat.

Jetzt hat Mark-Roland Fuchs für immer den Pinsel aus der Hand gelegt. Der aus Schopfheim stammende Künstler ist letzten Freitag (7. Dezember) 63-jährig gestorben.

Mit seiner Kunst war Mark-Roland Fuchs immer ganz nahe am Abgrund des Seins, der Existenz. Seine Bilder waren Sinnbilder für den Menschen in Not, für die dunklen Seiten des Lebens. Nicht umsonst hat er einen seiner bemerkenswertesten Bilderzyklen betitelt: „Der Mensch ist des Menschen Wolf“.

Fast 30 Jahre hatte Mark-Roland Fuchs sein Atelier an der Entegaststraße in der Altstadt, aber auch immer in seinem Wohnort Ried gearbeitet. Nach seinem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium hat der 1955 geborene

Der Mensch war sein großes Thema

Schopfheimer zuerst Chemie studiert, war dann als Gast an der Kunstakademie Freiburg und im Druckatelier des Berufsverbands Bildender Künstler und entschied sich 1980, freischaffender Künstler zu werden.

Worum es ihm als Künstler, der die Kunst nicht leicht nahm, ging, hat er in großen Lettern an die Wand geschrieben: „Man sollte Kunst nur machen, wenn man etwas zu sagen hat“. Mark-Roland Fuchs hat sich im In- und Ausland mit seiner Malerei einen Namen gemacht; seine Arbeiten waren in verschiedenen Ländern zu sehen.

Auch in der Region war er präsent, mit großen Ausstellungen in der Kulturfabrik, bei der Landesgartenschau Grün 99 in Weil am Rhein und wiederholt im dortigen Kunstraum Kieswerk. Im November 2017 hat er eine eigene Galerie in Schopfheim eröffnet.

Gedankenvoller Künstler

Philosophische Fragen des Menschseins haben den gedankenvollen Künstler umgetrieben. Der Mensch war immer sein großes Thema, auch im Spiegel der Zeit und der Geschichte, als Reflexion und Reaktion auf die Gesellschaft. Was er in der Malerei schuf, waren existenzielle, tiefschürfende Bildnisse: Gesichter, Köpfe, Figuren in einer hochexpressiven Malart, die sich einem eingeprägt haben – jedes Bild ein Schrei der menschlichen Seele.

Über Jahre hat sich Fuchs mit den Themen Gesellschaft, Staat, Krieg, Gewalt und Opfer auseinandergesetzt. Er war ein Maler des Betroffenseins, der die Stimmung von Tragik und den Leiden der Welt in Farbe und Figur ausdrücken konnte. Mit seiner Kunst wollte er immer eine Botschaft vermitteln.

In jüngerer Zeit hat sich Mark-Roland Fuchs auch mit neuen Medien und anderen Motiven beschäftigt, bis hin zu digitaler Landschaftsmalerei. Und er hatte Pläne, wollte seine Galerie international vernetzen und andere Künstler zeigen. Dazu kommt es nun leider nicht mehr.

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