Schopfheim „Jetzt Nägel mit Köpfen machen“

Schopfheim - Zehn Jahre hat sie auf dem Buckel. Aber unter Alterserscheinungen leidet die Bürgerinitiative „Attraktive verkehrsfreie Innenstadt Schopfheim“ nicht. Im Gegenteil. Ins elfte Jahr startet die BI mit einem „Wunschzettel“ an den Bürgermeister.

Thomas Wieland und Jürgen Fremd, zwei der Aktiven der BI, übergaben diesen vorgestern Dirk Harscher persönlich im Rathaus.

„Im Kern geht es vor allem um eine nachhaltige, zukunftsorientierte Planung der Stadtentwicklung“, betonte Jürgen Fremd nach seinem Rathausauftritt bei einem Pressegespräch. Wie Thomas Wieland mahnt auch er zur Eile und hofft, dass sich möglichst viele seiner Stadtratskollegen bei der anstehenden Klausurtagung des Gemeinderats ür die Ziele der BI motivieren lassen.

Denn es bestehe dringender Handlungsbedarf. Aber das BI-Team wittere nach dem Wechsel an der Rathausspitze Morgenluft. Nur ungern denken die Streiter für eine „Strukturentwicklung der Stadt“ in Hinsicht auf eine höhere Aufenthaltsqualität zurück: „Bedauerlicherweise waren die vergangenen 16 Jahre bezüglich Innenstadtentwicklung seitens der Entscheidungsträger von Desinteresse und Untätigkeit geprägt“, ärgern sie sich und verweisen auf das Beispiel der Stadt Nagold, die auf Empfehlung IHK-Fachmann Donato Accocella zum Vorbild geworden sei.

Elf Ratsmitglieder, Bürgermeister Dirk Harscher, Mitglieder des Gewerbevereins, des Behindertenbeirats und viele Bürger zeigten sich laut Fremd und Wieland bei einem Nagold-Besuch begeistert von der „vorbildlichen Entwicklung“ der 20 000-Einwohnerstadt im Schwabenland.

Anhand der dort gewonnenen Eindrücke und „bezogen auf die hiesige Stadtentwicklung und die Wünsche der Bürger“ zeichnen sich nach Meinung der BI für die weitere Vorgehensweise im Jahr 2020 mehrere Bausteine ab, als da wären: die rasche Verkehrsberuhigung der Hauptstraße unter besserer Lenkung des Durchgangsverkehrs durch konsequente Beschilderung uf die Umfahrungsmöglichkeiten, die Gründung eines (auch vom Gewerbeverein und der Stadt angestrebten) „City-Vereins“, der die Kräfte beider Seiten bündelt und damit die Identifikation und „Lebensqualität der Bürger weiter stärkt“ sowie „die Entwicklung der Vision Schopfheim 2030 inklusive einer Belebung der Altstadt.“

Die BI geht zudem davon aus, dass der Gemeinderat schon bi der Klausurtagung konkret über eine Umgestaltung des derzeit „sehr großzügig angelegten Busbahnhofbereichs“ diskutiert. Es sei Zeit, nicht nur zu reden, sondern im Schulterschluss mit Gewerbeverein, Bevölkerung und der Verwaltung Nägel mit Köpfen zu machen.

„Ausreden“ wegen Geldmangels aufgrund laufender Großprojekte wie dem Campus wollen Jürgen Fremd und Thomas Wieland nicht gelten lassen. Bei Beschlüssen zum Bau des Campus sei man wohl tatsächlich etwas übers Ziel hinausgeschossen, wie die Kostenexplosion verdeutliche. „Aber wir bekommen das hin“, glaubt Jürgen Fremd. Und zwar vor allem dann, „wenn wir endlich eine absolut verlässliche Planung zu nachhaltiger Stadtentwicklung haben“.

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