Schopfheim Jungs entdecken die Natur

Schopfheim - Belohnung für ein besonderes Projekt: Im Rahmen des Tags der offenen Tür an der Friedrich-Ebert-Gemeinschaftsschule zeichnete Bürgermeister Dirk Harscher die Initiative „Nix wie raus!“ aus, die fester Bestandteil der Schulsozialarbeit ist.

Das Motto „Nix wie raus!“ hat sich die „Jungsgruppe“ der Gemeinschaftsschule auf die Fahne geschrieben. Seit dem Schuljahr 2013/2014 sind deren Mitglieder mit ihrem Mentor Thomas Haug jeden Dienstag „bei fast jedem Wetter“ für zwei Stunden außerhalb des Schulgeländes unterwegs, um Wälder, Wiesen, Flüsse und Bäche zu erkunden und so „außerhalb der Komfortzone gemeinsam neue Erfahrungen zu machen“.

Neue Erfahrungen außerhalb der Komfortzone

Nun hat sich die Idee, die Natur besser verstehen zu lernen und sie gleichzeitig als Impulsgeber für die positive Entwicklung junger Menschen zu nutzen, ausbezahlt: Bürgermeister Dirk Harscher überreichte Schulsozialarbeiter Thomas Haug für seine Initiative „Nix wie raus!“ im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ eine Urkunde samt Pokal vom Kultusministerium.

Ausgerufen wurde der Wettbewerb als offizielles Projekt zur UN-Dekade „Biologische Vielfalt“, um dem „weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken“ und das Bewusstsein für den Wert der Natur in der Gesellschaft zu stärken.

Vorbildliches Projekt an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen

Ausgezeichnet sehen möchte die UN „vorbildliche Projekte an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen, die zeigen, wie konkrete Maßnahmen praktisch aussehen könnten.“

Das gelang Thomas Haug offenbar so gut, dass Bürgermeister Dirk Harscher bei der Preisverleihung hoffte, diese großartige Idee möge Schule machen. Sei es doch schön zu sehen, „dass es die Natur tatsächlich noch gibt.“ Es seien unbezahlbare Erfahrungen, Pflanzen, Steine und Tiere kennenzulernen und mit natürlichen Materialien umzugehen, betonte Harscher.

„Nix wie raus!“ ein fester Bestandteil der Schulsozialarbeit

Thomas Haug wies darauf hin, dass „Nix wie raus!“ ein fester Bestandteil der Schulsozialarbeit sei, die Stadt, Landkreis Lörrach und Land gemeinsam finanzieren. Er betonte, dass sich die teilnehmenden Jungs „im Dabei-Sein als lebendig, entspannt, sozial und ökologisch verantwortlich und nicht zuletzt als Teil der Natur erleben“. Sie fänden leichter den Übergang zu Entspannungsphase, lernten, sich besser und schneller zu konzentrieren, entwickelten ihre Sinne weiter, genössen Erfolgserlebnisse und könnten sich als Teil der Natur fühlen.

Nach der kurzen Zeremonie öffneten sich die Türen zu Klassenzimmern, Projekträumen, Aula und Verpflegungsräumen, um den Besuchern nicht nur einen Blick hinter die Kulissen zu gestatten. Sie durften das Lehrerkollegium um Rektorin Klaudia Droste-Acocella auch mit ihren Fragen löchern und sich über das vielfältige Bildungsangebot der Gemeinschaftsschule informieren, die sowohl zum Haupt- als auch zum Realschulabschluss führt sowie nach Klasse zehn den Übergang in ein allgemeinbildendes oder berufliches Gymnasium gestattet.

Schüler erleben „rhythmisierte Ganztage“

Dazu findet „Lernen“ in komplett anderer als der bisher gewohnten Umgebung statt. Die Schüler erleben „rhythmisierte Ganztage“ mit gemeinsam gestalteter Mittagspause, finden in jedem Fach „individuell abgestimmte“ Lernangebote, bekommen Noten normalerweise erst im Abschlussjahr, bleiben nicht „sitzen“ und können sich ohne Druck erst in Klasse acht oder neun für den von ihnen angestrebten Schulabschluss entscheiden.

Wie das funktioniert, bekamen die Eltern in Theorie und Praxis vorgeführt. So gab es Vorführungen in Technik, Werken, Sport und Musik, Information übers Schultheater (FEST), den TAF (Trainings-, Auszeit- und Förderraum), Sprachlernmodelle, das Campus-Modell sowie Themen rund um Naturwissenschaften, Inklusion und Schulsozialarbeit.

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