Schopfheim Karibisches Flair unterm Kupferdach

Jürgen Scharf
Mitreißende Tanznummern prägten die Show „Pasión de Buena Vista“ in der Schopfheimer Stadthalle. Foto: Jürgen Scharf

Nicht mit Rum, aber mit einem Glas Sekt, von der Stadt spendiert, begann das Kulturjahr in der Schopfheimer Stadthalle vor 250 Zuschauern mit der temperamentvollen Kuba-Show „Pasión de Buena Vista“.

Von Jürgen Scharf

Schopfheim. Was wäre eine Kuba-Revue ohne schnittigen alten Schlitten? Motor raus, Getriebe raus, der alte „Chevy“ ist ausgebeint und abgesägt, damit man ihn jeden Tag auf die Bühne hieven kann, und ziert jetzt das Bühnenbild. Die Scheinwerfer leuchten beim Applaus in der Musik- und Tanzshow immer auf. Schließlich geht es ja bei dieser kubanischen Folklore um das authentische Lebensgefühl der größten Karibikinsel.

Pulsierender Rhythmus, vibrierende Energie

Seit den Zeiten eines Sotto Victor Antunez, dem Altstar, der mit Gilet und Gamaschenschuhen auftrat, singen sie dieselben Lieder zwischen Tristesse und ausgelassener Fröhlichkeit. Jetzt tragen andere Sänger die weiße Baseballcap und sind das neue Aushängeschild der kubanischen Musikkultur, die man mit ein paar Worten umreißen kann: Sonne, Salsa, Son, der Wechselgesang zwischen Sänger und Backgroundchor.

Die Zuschauer waren wieder einmal begeistert, nicht nur vom perfekten Lichtdesign, auch von der feurigen achtköpfigen Band, die vor allem durch die Bläsersektion heraussticht, und vom Drive und Rhythmus der Perkussion.

Die Live-Band mit Trompete, Posaune, Bass, Piano, Gitarre, Congas, Drums und anderem Schlagwerk bis hin zu Rasseln liefert einen überwältigenden Sound, der in die Beine geht. Vor allem sind es die Tanznummern und die unverwüstlichen Lieder wie „Besame Mucho“ und „Guantanamera“ und die feurigen Tanzrhythmen des Rumba, die mitreißen. Da war er wieder mal, der Wirbel der Tänzerinnen beim „Carnaval“, der Rausch der bunten Farben, der pulsierende Rhythmus, die vibrierende Energie und das karibische Flair.

Die Vokalsolisten und zwei Tanzpaare entführen in die Clubs von Havanna. Die Sängerin Neysa Beatriz Cabrera Herrera und die Solosänger Francisco Sierra Quintana und Yanosky Moreno Carbo haben die kubanischen Melodien und Rhythmen im Blut. Doch Kuba ist mehr als Sonne, Rum und dicke Havannas, mehr als nur exotische farbenfrohe Kostüme, mehr als nur ein Hauch von karibischem Karneval. Die Show hat typische Melodien der Karibikinsel zu bieten. Auch das Lied über den „Comandante Che Guevara“ darf nicht fehlen, ebenso das bekannte traditionelle, gefühlvoll-schwelgerische „Ano Viejo“. Die heißen Rhythmen, zu denen sich die Tänzerinnen und Tänzer drehen, heizen die Stimmung im Saal auf, und die Zuschauer werden immer wieder zum Mittanzen animiert. Aber es wagen sich nur wenige auf die Tanzfläche.

Die beiden Tanzpaare sind schön herausgeputzt, auch mal folkloristisch oder Nightclub-mäßig, die kurzberockten Tänzerinnen in erotischen Tanzposen eher etwas für touristische Zuschauer.

Musikalisch aber ist dieser Cuba Libre-Cocktail aus der „Bar Pasión“ in Havannas Stadtviertel Buena Vista authentisch und keine herausgeputzte Folklore-Show. Man merkt, dass die 20-köpfige Truppe mit guten kubanischen Musikern besetzt ist (alle mit Fliege und weißen Hüten), die den Rhythmus in sich haben.

Im Foyer gab es das übliche Merchandising mit Postern, Buena-Vista-Hüten, CDs, Schlüsselbändern, Rasseln: ein Stück Zuckerinsel zum Mit-nach-Hause- nehmen.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Kampfjets

Nachdem die Bundesrepublik nun doch Kampfpanzer an die Ukraine liefert, werden erste Forderungen nach Kampfjets laut. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

Ergebnis anzeigen
loading