Schopfheim Klangtaufe in der Kirche

Jürgen Scharf
Vorfreude: In der Werkstatt von Jens Steinhoff (links) schauten sich Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon und seine Frau Ina Schabbon die neue Orgel für die Kirche Eichen an.                                                                                                                                                                                                                                                        Foto: Jürgen Scharf

„Die neue Orgel ist sehr schön geworden.“ Bezirkskantor Christoph Bogon freut sich bei einer Besichtigung in der Schwörstädter Orgelbauwerkstatt von Jens Steinhoff über die Qualität der neuen Truhenorgel für die Dorfkirche in Eichen.

Von Jürgen Scharf

Schopfheim-Eichen. Das Instrument ist vielseitig einsetzbar, sowohl liturgisch bei Gottesdiensten als auch bei Konzerten. Eingeweiht wird die neue Orgel am kommenden Sonntag, 20. März, mit einem abwechslungsreichen Programm, das die unterschiedlichen Möglichkeiten des Instruments zur Geltung bringen soll.

Das alte Orgelpositiv von Eichen hat nur drei Register und war für Konzerte nicht geeignet. Nun tut die alte Orgel aber weiterhin ihren Dienst im Gemeindezentrum Langenau, wo sie besser klingt als in Eichen. An dieselbe Stelle wie die frühere Orgel kommt nun die neue Truhenorgel aus der Werkstatt Steinhoff - ein wertvolles Instrument, komplett aus langjährig abgelagertem Eichenholz: „Wie Möbelholz, damit es sich nicht verzieht“, so der Orgelbauer.

Die Truhe mit einem 2,80 Meter hohen Pedalregister namens Prinzipal 8-Fuß, das hinter der Orgelbank des Organisten fest installiert ist, ist 1,10 Meter hoch und 100 Kilo schwer, kann aber gut in zwei Teilen transportiert und auf Rädern gerollt werden.

Robust und praktisch

Der Sockel mit dem Prinzipal bleibt fest in der Kirche installiert. Das robuste, multifunktionelle Instrument hat drei Register aus Holz und zwei Register aus Orgelmetall (Legierungen aus Zinn und Blei). Orgelbauer und Organist sind sich einig, dass sich dieses Instrument gut für Solokonzerte, Gottesdienst-Begleitung und als Continuo-Instrument mit anderen Instrumenten eignet, auch für Kammermusik und zur Begleitung von Chorkonzerten, und sogar für Aufnahmen und Videos.

Das Gehäuse ist schlicht und schön gehalten, was gut in die Kirche passe, auch darüber sind sich Bogon und Steinhoff einig. In der Orgelbauwerkstatt ist die mobile Truhe vorintoniert worden, die endgültige Intonation erfolgt im Kirchenraum.

Der erfahrene Orgelbauer, der vor 20 Jahren seine Werkstatt in Schwörstadt eröffnete, hat zwei Modelle im Angebot: ein kleineres für ältere Musik und Barockes und ein größeres für romantische Literatur. Diese größere Orgeltruhe hat Steinhoff schon öfter hergestellt. Ein fast identisches Modell steht im schweizerischen Augst, wo es Christoph Bogon kennen- und schätzen gelernt hat.

Nach diesem Modell ist auch die Orgel für Eichen gebaut worden, der Klang wird noch auf den Raum angepasst. Sie ist so praktisch konstruiert, dass der Organist das Instrument selber stimmen kann. Er kommt von oben gut mit dem Stimmgerät an das Pfeifenwerk heran. Die Orgel kann in allen möglichen Tonhöhen gestimmt werden, wie es gerade gebraucht wird. Insgesamt hat sie 252 Pfeifen, ein Manual und eine Pedalklaviatur und ist durch ihre Räder auch geeignet für den Transport und den Einsatz in der evangelischen Stadtkirche, etwa zur Begleitung der Kantorei, wenn Bedarf an einer kleinen Chororgel ist.

Die Investition beläuft sich auf knapp 50 000 Euro. Dazu gab die evangelische Landeskirche Baden aus Fördermitteln für Orgelbau 25 Prozent Zuschuss. 15 000 Euro steuerte die evangelische Kirchengemeinde Schopfheim aus zurückgelegten Mitteln bei. Die restliche Summe kam durch Spenden und Benefizkonzerte bei den Eichener Sonntagsmusiken zusammen. Bogon spricht von einer Aufwertung dieser Reihe, die es schon seit 17 Jahren gibt. Die Musiker könnten sich nun über eine Orgel „mit Substanz und mehr Farben“ freuen. Wie sie in der guten Eichener Akustik klingt, hell und doch warm im Ton, wie Steinhoff vorab verrät, wird man bei der Klangtaufe hören und dabei den Organisten sehen können, der mit Blickrichtung zur Gemeinde, zum Publikum sitzt.

Spenden für Uganda

Kirchenmusikdirektor Christoph Bogon wird zur Einweihung zusammen mit Ina Schabbon (Sopran) und Ceciel Strouken (Violoncello) ein vielseitiges Programm gestalten, mit Werken von Bach, Böhm, Monteverdi und Schütz. Die Spenden des Konzerts gehen an das „Rainbow House of Hope Uganda“.

Am Sonntag, 20. März, finden zwei Aufführungen statt, um 15 und um 17 Uhr. Anmeldung: strouken@t-online.de

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