Schopfheim Klaus Fleck zum Ehrenbürger ernannt

Hans-Jürgen Hege

Klaus Fleck ist am Freitag zum 17. Ehrenbürger der Stadt Schopfheim seit dem Jahr 1841 ernannt worden. Umrahmt wurde die Feier von der „Regio Six Jazzband“ als Überraschung für Fleck, der laut Bürgermeister Dirk Harscher diese Musikrichtung bevorzugt. Schließlich würdigte das amtierende Stadtoberhaupt „die beeindruckenden Lebenswerke sowie das großartige ehrenamtliche Engagement“ seines 80-jährigen Vorvorgängers.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim. Rund 100 Gäste, darunter Ehrenbürger Günther Zabel, die ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Ortrun Schätzle, der frühere Landrat Walter Schneider, Landkreis-Vertreter Paul Renz und nicht zuletzt Emerence und Lord Major Victor Nebare aus Dikome feierten Fleck nach Harschers Laudatio in der alten Kirche St. Michael mit stehenden Ovationen dafür, dass er sich „in unserer Stadt nicht nur als Bürgermeister, sondern auch in vielen anderen Bereichen durch ganz persönliches Engagement außergewöhnlich verdient gemacht hat“.

Im Jahr 1978 im ersten Wahlgang gewählt

In Karlsruhe geboren und zum Vermessungstechniker ausgebildet, sammelte Fleck erste Erfahrungen im Flurbereinigungsamt. Nach dem Besuch der Ingenieurschule arbeitete er zunächst bei der Stadt Karlsruhe, dann in diversen Ingenieurbüros, unter anderem im Ausland, beim Regierungspräsidium Karlsruhe und in der freien Wirtschaft.

Als Bereichsleiter der Kommunalen Planungs- und Entwicklungsgesellschaft Bad. Sparkassen landete Fleck bei der Bürgermeisterwahl 1978 in Schopfheim einen „Überraschungscoup“: Der damals 36-jährige Kandidat erreichte im ersten Wahlgang 59 Prozent der Stimment.

„Ein Glücksfall“, wertete Harscher seine Wahl zum Bürgermeister, die der Raumschaft „eine moderne, weitsichtige und zukunftsorientierte Bauplanung“ bescherte.

Der sportlich aktive Fleck (badischer Jugendmeister im Kunst- und Turmspringen, süddeutscher Juniorenmeister im Einer-Kanadier, Meister im Bierer-Kajak über 10 000 Meter) engagierte sich unter anderem als Organisator internationaler Jugendbegegnungen, war Vorsitzender der Sportjugend und später des Sportkreises sowie Mitglied des Stadtjugendausschusses seiner Heimatstadt.

Politisch engagierte sich Klaus Fleck in der CDU, war stellvertretender Vorsitzender der Landesfachausschüsse Sport und Umwelt und Vorsitzender des Landesausschusses Städtebau, Wohnungswesen und Raumordnung sowie schließlich Mitglied des Bundesfachausschusses der CDU für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau.

Initiator der Jumelage mit Dikome in Kamerun

Von all dem habe auch die Stadt Schopfheim profitiert. Aber damit noch immer nicht genug. Fleck habe, so Harscher, mit einigen Mitstreitern „eine Herzensangelegenheit“ vorangetrieben und der Stadt eine neue Partnerstadt geschenkt: Am 27. Mai 2000 wurde die Jumelage-Urkunde mit Dikome in Kamerun unterzeichnet. Fleck setzte sich für die Entwicklungshilfe ein, war verantwortlicher Projektleiter des Freundeskreises Partnerschaft Übersee, unterstützte Dikome-Projekte wie zum Beispiel die Direktvermarktung des Kaffees, wobei er sich nicht scheute, immer wieder selbst vor Ort mit dabei zu sein.

Er habe, lobte Harscher, mit großer Zielstrebigkeit und Willenskraft bessere Lebensbedingungen für die Menschen im Bezirk Dikome geschaffen und mit an einer Erfolgsgeschichte geschrieben, die ihresgleichen suche.

Es würde zu weit führen, hier die unzähligen Mandate und Mitarbeiten in Spitzenverbänden des Landkreises, des Landes und des Bundes aufzuführen, unter anderem als Vorstandsmitglied im Gemeindetag Baden-Württemberg, Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses im Gemeindetag sowie Vorsitzender des Ausschusses für Städtebau und Wohnungswesen des deutschen Städte- und Gemeindebunds.

Überall genoss Fleck einen exzellenten Ruf, seine Meinung wurde nachgefragt. Er wurde „Paramountchief“ in Dikome-Balue, erhielt die goldene Verdienstmedaille der Freiburger Handwerkskammer, das Bundesverdienstkreuz sowie die Freiherr-von-Stein-Medaille des Gemeindetags.

„Lieber Klaus Fleck“, kam Harscher zum Schluss, „Sie haben unsere Stadt durch ihr Wirken geprägt wie keiner“. Harscher schrieb dem neuen Ehrenbürger Meilensteine wie den Bau der Stadthalle, die Umgehungsstraße B 317, den Neubau der Feuerwache, das Neubaugebiet Bremt mit den mustergültigen Niedrigenergiehäusern sowie die Sanierung der Altstadt zu – „meiner Meinung nach mit Abstand die schönste im Landkreis“.

Fleck habe sich mit unzähligen ehrenamtlichen Tätigkeiten in tausenden Stunden für das Allgemeinwohl eingesetzt. Er habe sich damit die größte Anerkennung, die eine Stadt vergeben kann, mehr als verdient, sagte der Bürgermeister und bekannte: „Ich bin sehr stolz, dass ich Sie mit dieser Auszeichnung belohnen kann.“

Fleck: „Ich war bereit zu dienen“

Fleck blieb nur noch, den Dank zu erwidern. „Ich war bereit, zu dienen“, sagte er und betonte, dass dabei immer der soziale Gedanke im Hintergrund eine Rolle gespielt habe, wenn er sich Gedanken um eine zukunftsorientierte Entwicklung gemacht habe, die ihm stets „ganz besonders wichtig“ gewesen sei.

Und er lockerte seine Feier mit der Erinnerung an seinen „weitsichtigen“ Vorschlag vor vielen Jahren auf, das ehemalige Schopfheimer Krankenhaus mit Stadthalle und dem Baugebiet im Bremt energetisch zu verbandeln. Land und Bund hätten das Projekt gefördert. Der Gemeinderat aber lehnte es ab. „Aus heutiger Sicht wäre das ebenfalls eine sehr weitsichtige Entscheidung gewesen“, schmunzelte der frisch gebackene Ehrenbürger.

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