Schopfheim Kübelgate in der Scheffelstraße

Schopfheim - Beim Blick in unsere Donnerstagsausgabe haben sich die Mitglieder des Gewerbevereins kräftig die Augen gerieben. „Das kann doch nicht wahr sein“, wunderte sich Beiratsmitglied Ursula Stockburger. In dem Artikel stand, dass die Stadt für 23 100 Euro zehn Metallkübel mit Kugelahornen anschaffen und – so das Begrünungskonzept – in der Scheffelstraße aufstellen will. Der Bauausschuss hatte eingewilligt.

Ob das wohl eine Posse sein solle, fragte sich Ursula Stockburger. Denn: „Der Gewerbeverein hat zwölf Kübel auf Lager – und Bürgermeister, Stadtverwaltung und eine Reihe von Gemeinderäten wüssten davon. Vor einigen Jahren hatte der Gewerbeverein die Pflanzenkübel noch in der Innenstadt stehen, sich aber entschlossen, diese wegen des überhandnehmenden Vandalismus’ zu entfernen.

„Gewerbeverein hat die Stadt mehrfach angefragt“

Auch Gewerbevereinsvorsitzender Stefan Klever kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. „Mit Interesse habe ich heute Morgen der Zeitung entnommen, dass in der Scheffelstraße für ein besseres Mikroklima Pflanzkübel mit Kugelahornbäumen aufgestellt werden sollen. Bestimmt eine sinnvolle Maßnahme, ein bisschen Grün tut der Straße sicherlich gut“, so Klever, der sich umgehend mit einem Schreiben an Bürgermeister Harscher wandte.

Die Verwaltung habe nach umfangreicher Recherche und sogar durch eine Kontaktaufnahme mit der Standortgemeinschaft Severinstraße Köln festgestellt, „dass Metallkübel  eine kostengünstige Option zur Durchführung der Maßnahme ist“, so Klever. Dies wisse man schon lange: „Zu diesem Ergebnis kam der Gewerbeverein nach kurzem Abwägen bereits vor rund 20 Jahren und hat 11 gusseiserne Metallkübel für damals DM 25 000 angeschafft.“

Gewerbeverein hat Kübel auf Lager

Diese Pflanzenkübel hätten sich durchaus bewährt, allerdings habe der Gewerbeverein das Projekt wegen Vandalismus und der fehlenden Bereitschaft zum Gießen und zur Pflege von Seiten der Geschäftsinhaber, Anwohner und auch der Stadt Schopfheim beendet. „Seitdem sind die Pflanzkübel bei einem verdienten Gewerbevereinsmitglied eingelagert...“. Dort, so Klever, schliefen die Kübel den Dornröschenschlaf und warteten auf eine sinnvolle Verwendung.

Mehrfach habe der Gewerbeverein bei der Stadt angefragt, ob die Kübel zur Verschönerung der Stadt wieder reaktiviert werden könnten. Es habe Sitzungen, Arbeitskreise und sogar eine Begehung gegeben, um festzulegen, wo die Kübel eventuell aufgestellt werden könnten. „Leider sind diese Aktivitäten alle im Sand verlaufen“, bedauert Stefan Klever.  

Dabei könnten die Tröge ruckzuck und kostenfrei aufgestellt werden, macht der Gewerbeverein der Stadt ein Angebot: „Unsere Kübel sind im besten Zustand und müssten lediglich neu lackiert werden, sehr gerne würden wir die Kübel der Stadt Schopfheim kostenfrei zur Verfügung stellen.“

Kübel wären für die Stadt kostenlos

Das könnten sich Verwaltung und Gemeinderat durch den Kopf gehen lassen, soll doch bei der anstehenden Klausurtagung angeblich jeder Euro umgedreht werden – hier könnte ein immerhin fünfstelliger Betrag gespart werden. Sollten die städtischen Kübel also noch nicht disponiert sein, wären die Gewerbevereinskübel „eventuell eine für die Stadt Schopfheim attraktive und vor allen Dingen kostengünstige Alternative, die besonders in den jetzigen Zeiten mit der angespannten Finanzsituation vielleicht eine Überlegung wert wäre“, zeigt sich Klever überzeugt.

Ursula Stockburger hat zwei der eingelagerten Metallkübel eigenhändig verschönert und bepflanzt, um zu zeigen, wie es aussehen könnte. Sie stellt zur Diskussion, die Summe von 5000 Euro, die Sponsoren beisteuern wollen, für das Sandstrahlen und Lackieren der Tröge einzusetzen.

Außerdem unterbreitet sie den Vorschlag, in der Fußgängerzone die Pflanzen in Wannen in die Kübel zu stellen. So könne man flexibel sein, zum Beispiel zur Weihnachtszeit die Kugelahorne gegen Tannenbäume austauschen, die man dann beleuchten könne

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