Schopfheim Kunst verbindet Menschen

Freuten sich über die gelungene Kooperation: Marga Golz und Ellen Mosbacher vom VBK Lörrach und Johannes Kehm vom Kunstverein Schopfheim. Foto: Jürgen Scharf

Schopfheim - Wann hat man schon so viel Publikum? „So voll war es noch nie in der Kulturfabrik“, freute sich bei der Eröffnung von „Connect“, dem Kunstschaufenster der Dreilandregion, der Vorsitzende des Kunstvereins Schopfheim, Johannes Kehm. Mit dieser Ensemble-Ausstellung vernetzen sich erstmals drei Kunstvereine aus dem Landkreis. 45 Künstler docken entlang der Regio-S-Bahn-Linie an.

Thema ideenreich umgesetzt

Die Künstler haben das Thema „connect“ und „connection“, also Verbindung, ideenreich umgesetzt. Nur ein paar Beispiele: Julia Moll-Rakus verwebt Mann und Frau im Fluss der Zeit; Inge Gründel-Pfaff verbindet unterm Schwarzwälder Bollenhut Tradition und Kunst; Heinz Lüttin stellt die drei Kunstvereine in einem abstrakten Gemälde mit der Farbe blau für Weil am Rhein, gelb für Schopfheim und rot für Lörrach dar.

„Was verbindet uns?“ fragt Silvia Cipra-Krey und gibt als gemalte Antwort: „Bücher verbinden“. Renate Brutschin postuliert in dem Landschaftsbild „Am Dinkelberg“: Wege sind eine der stärksten Symbole für Verbindung. Antje Gärtner geht in einer Zeichnung einen Schritt weiter und direkt aufs Radwegenetz im Dreiland zu.

Kunst verbindet Menschen

Einig sind sich alle Künstler: Kunst verbindet Menschen. Und nicht getrennt, sondern verbunden, vernetzt – „connected“ – zu sein, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je, so das Statement von Paula-Astrid Homberger in „Satellites connected“, in dem sie drei kleine Kunst-Satelliten (Lörrach, Weil, Schopfheim) darstellt.

Nicht von ungefähr haben die Kunstvereine den Begriff „Dreiartig“ für ihre Kooperation ausgewählt. In dem Wortspiel steckt viel drin, Dreiländereck, drei Vereine, drei Städte, und „Art“ als Synonym für Kunst. Dreiartig klinge zwar eigenartig, meinte Johannes Kehm, „unartig“ sei besser – so solle Kunst ja auch sein –, aber die drei Vereine hätten doch die stille Hoffnung, dass die Schau „großartig“ sei.

Auf Synergieeffekte setzen

Alle drei Kunstvereine sind ja routiniert darin, Ausstellungen durchzuführen. Mit „Dreiartig“ setzt man zusätzlich auf Synergieeffekte, denn jeder der Kunstvereine hat seine eigenen Stärken. Ziel ist es, enger zusammen zu spannen und mehr Aufmerksamkeit und Publikum zu gewinnen – und das ist schon mal gelungen.

Im Prinzip handelt es sich um die Fortführung der jährlichen Winterausstellungen des VBK Lörrach, ausgedehnt auf Künstler des Dreiländerecks. Kuratorin Ellen Mosbacher hat das Thema vorgegeben, ansonsten aber den Künstlern freie Hand gelassen. Im Namen des VBK dankte Vorsitzende Marga Golz der Kuratorin und den Unterstützern beim Aufbau, Luis Lenz, Gerit Koglin, Johannes Kehm, Jürgen Unseld und Konrad Grund.

Bei der Vernissage hatte man die seltene Gelegenheit, zahlreiche Künstler kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Anregend war auch die Fotoaktion mit einer Polaroid-Kamera, bei der Künstler und Besucher fotografiert wurden.

Bei den Arbeiten herrschte pluralistische Vielfalt mit unterschiedlichen Handschriften, Stilen und Techniken. Das Spektrum reichte von figürlicher und abstrakter Malerei über kubistische Skulpturen, anekdotische Tierplastiken und Holzscheiten im wollenen Gewand, halbplastische Reliefs und digitale Kunst bis zu zeitkritischen Arbeiten und aktuellen Themen wie Flucht, Grenze oder Plastikmüll, einschließlich dem Environment „Disconnect“ mit Steckdose und der Aufforderung: „Wenn dir alles zu viel wird, dann zieh den Stecker!“

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