Schopfheim Lebenszeichen: „Wir sind noch da“

Schopfheim  - Trotz Corona und trotz geschlossener Geschäfte: Der Einzelhandel der Markgrafenstadt lässt sich nicht unterkriegen und sendet jetzt ein Lebenszeichen: „Wir sind immer noch da“.

Mit dieser Botschaft rührten die beiden Vorsitzenden des Gewerbevereins, Martin Bühler und Stefan Klever, gestern in einem Pressegespräch die Werbetrommel für eine gemeinsame Aktion des Einzelhandels.

Unter dem Motto: „Schopfheim hält zusammen“ macht der Gewerbeverein mit Plakaten und Inseraten auf 25 Geschäfte und Betriebe aufmerksam, die auch in diesen Corona-Krisenzeiten für die Kunden im Einsatz sind – wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen.

Auf dem Plakat ist auf einen Blick erkennbar, was die einzelnen Firmen in Zeiten geschlossener Läden als Service anbieten – vom Onlineshop über Versand und Lieferservice bis hin zu Abholung und Reparatur. Dazu gibt es Telefonnummern, Mailadressen, Verweise auf Internetseiten, WhatsApp- und Fax-Nummern sowie Verweise auf andere Besonderheiten (Annahmezeiten zum Beispiel).

„Das ist ein Signal, dass wir trotz geschlossener Läden nicht weg sind“, betont Martin Bühler und fügt hinzu, dass wirklich niemand noch vor ein paar Wochen mit so einem Szenario globalen Ausmaßes habe rechnen können.

In den vergangenen Tagen hätten sich viele Kunden gemeldet und gefragt, wie sie die einheimischen Händler unterstützen können, berichtet Stefan Klever. Viele wollten nicht bei großen Internetanbietern einkaufen.

Solidarität zu heimischen Handel und Gewerbe verspürt auch Martin Bühler, Dazu habe sicherlich Bürgermeister Dirk Harscher mit seinem Aufruf beigetragen, die Kaufkraft in Schopfheim zu investieren (wir berichteten). Tatsächlich sei es wichtig daran zu denken, dass die Innenstadt auch in Zukunft lebendig sein soll. „Wir registrieren viele Bestellungen aus der Region“, so Bühler.

In den Augen der beiden Gewerbevereinsvorsitzenden ist im Handel jetzt im Vorteil, wer schon vor der Krise digital gut aufgestellt war und beispielsweise einen Onlineshop betreibt. Gleichwohl könnten diese Umsätze den Ausfall durch die Ladenschließungen „nur zu einem ganz kleinen Teil auffangen.“

Bühler und Klever haben wenig Hoffnung, dass die staatlichen Milliardenhilfen dem Einzelhandel tatsächlich über die Runden helfen. Die finanziellen Soforthilfen in Höhe von 30 000 Euro zum Beispiel reichten gerade mal, um einem Monat lang die Mieten zu bezahlen.

Kredite wiederum bekomme nicht jeder. Gerade der Einzelhandel – vor allem in den Branchen Schuhe, Textil und Sport – habe es schwer. Die Banken machten nur sehr eingeschränkt Zusagen, weil sie das Ausfallrisiko nicht übernehmen können. „Wir kriegen das Geld nicht nachgeworfen“, versichert Stefan Klever.

Hinzu komme, dass gerade Modegeschäfte ihre Waren bereits ein halbes Jahr im Voraus bestellen und bezahlen müssten. Deshalb sei die Mode für Frühjahr und Sommer jetzt schon im Lager, Rückgabemöglichkeiten gebe es nicht. „Für uns sind die wichtigsten Monate im Frühjahr – ausgerechnet jetzt sind aber die Läden zu“, so Klever.

Entsprechend düster malt er die Zukunftsperspektiven. Wenn die Krise tatsächlich bis Sommer anhalte, bedeute das Insolvenz für „80 Prozent“ der Modegeschäfte.

Mit Blick auf die kommenden Monate spricht auch Martin Bühler von einer „extrem angespannten Situation“ – nicht nur für den Einzelhandel“ „Das trifft wirklich jeden“.

Weitere Informationen: www.fokus-schopfheim.de

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