Schopfheim Lehrer haben auch gezittert

Schopfheim - Zum Abschied von der Friedrich-Ebert-Schule (FES) wurde die eine oder andere Träne verdrückt und das Taschentuch hervorgeholt, sei es von den Schülern oder auch ihren Lehrerinnen. Bereits am Vortag war die Hauptschulklasse verabschiedet worden.

Am Samstag feierte die zehnte Klasse mit den Realschülern in der geräumigen Sporthalle den Abschluss eines Lebensabschnitts. Insbesondere in den letzten Monaten erwies sich für die 17 Schüler das Pauken auf die Prüfungen im „Homeschooling“ als eine Herausforderung.

„You’ll Never Walk Alone“

Die Feier wurde in den anspruchsvollen Zeiten der Infektionsprävention von den Schülern der neunten Klasse ausgerichtet, die Halle wurde über Tage hinweg hübsch dekoriert. Eine schwarze Plane wurde zuvor aufwendig über einem Teil des Hallendaches platziert, um die Oberlichter für die geplante Diaschau zu verdunkeln.

Obwohl keine der üblichen Sketche oder Musikeinlagen von den Schülern präsentiert werden durften, wirkte die Entlassfeier in ihrer Schlichtheit würdig. Jeder Schüler durfte nur zwei Begleitpersonen mitbringen. Zum größten Bedauern der Jugendlichen fiel auch die geplante Abschlussfahrt nach Amsterdam der Pandemie zum Opfer. Dennoch freuten sich alle über die bestandene Prüfung.

Die Ereignisse um Corona hatten in den letzten Monaten alles verändert. Rektorin Claudia Droste-Acocella beschrieb die Situation: „Wir wussten an jenem Freitag nicht, wie es weitergehen sollte. Damals wussten wir nur, dass wir noch den folgenden Montag hatten, um alles zu organisieren.“ Und weiter: „Beim späteren Homeschooling haben wir uns dann auf unterschiedliche Art erreicht, sei es per Telefon oder per Skype.“ Ganz wichtig für die Rektorin war, dass die Abschlussklasse gute Klassenkontakte unterhielt. Sie nahm Anteil: „Vor den Prüfungen haben wir Lehrer dann genauso mitgezittert wie ihr selbst.“

Als Gleichnis verwies sie zuletzt auf den Song der Liverpooler Fußballfans: „You’ll Never Walk Alone“.

„Mach das Beste aus Dir“ Trotz der widrigen Umstände war für Erinnerungen gesorgt. Klassenlehrerin Amra Taranis-Pfennig hatte eine Diaschau über die Geschehnisse in der Klasse vorbereitet. Die Klassensprecher Marie Nußhardt und Noah Breidenbach verabschiedeten sich für die Klasse von ihren Lehrern.

Kathrin Honz, Fachlehrerin für Mathe und Musik, präsentierte stellvertretend für die Bläsergruppe eine beeindruckende Soloeinlage am Saxophon. Höhepunkt der Feier war natürlich die Übergabe der Zeugnisse für die Heranwachsenden, darunter befanden sich drei Schüler, die einen Preis erhielten, vier Schüler wurden gelobt. Franziska Schlipf, Lerncoach für Englisch, verabschiedete ihre Schüler natürlich in der Fremdsprache. Mathelehrerin Kathrin Honz beschrieb ihre Schützlinge und auf welch einfallsreiche und gar überraschende Weise manchmal die Aufgaben gelöst wurden.

Die Schüler überreichten ihren Fachlehrerinnen Abschiedsgeschenke. Auch wurde die Elternbeiratsvorsitzende Claudia Neumann und ihre Vertreterin Susanne Greiner verabschiedet. Claudia Neumann tröstete die Schulabgänger augenzwinkernd: „Später wird euch klar werden, warum ihr in Mathe so sehr büffeln musstet. Wenn eure Kinder einmal ratlos von der Schule heimkommen und dort nicht aufgepasst haben, müsst ihr ihnen eben selber die binomischen Formeln und den Satz des Pythagoras erklären.“

Rektorin Droste-Acocella gab den Schulabgängern den Wahlspruch des amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson mit auf den Weg, der auch auf der Homepage der Schule nachzulesen ist: „Mach das Beste aus dir, etwas Besseres kannst du nicht tun“.

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