Schopfheim Märchenhaftes an der Wand

Markgräfler Tagblatt, 13.11.2015 23:00 Uhr

Sie gehören alle zu den weltbekannten Figuren aus der Märchensammlung der Brüder Grimm und beeindrucken nun lebensgroß – quasi Aug´ in Aug´– die staunenden Besucher im evangelischen Freizeithaus Gersbach.

Von Werner Störk

Schopfheim-Gersbach. Unter der professionellen Pinselführung von Zeichnerin und Karikaturistin Ulrike Joerg und mit der engagierten Unterstützung von Linda Baier, Sarina Blum, Eileen Nann, Jasmin Pittorf, und Luan Strecker (allesamt Schüler aus Gersbach) entstand so eine wirklich sehr eindrucksvolle Wandkulisse. Ein künstlerisch wie auch handwerklich sehr ambitioniertes Projekt, das bei der Vernissage von allen Gästen von nah und fern mit viel Beifall und großem Lob bedacht wurde.

Für Elisabeth Störk, Geschäftsführerin des evangelischen Freizeithauses Gersbach, war dieses Projekt „ein besonderer Glücksfall“. Ihr Dank gelte Ulrike Joerg und ihrem Team „für das, was hier Märchenhaftes an die Wände gezaubert“ wurde. Denn mit erkennbar viel Liebe zum Detail entstanden faszinierende Figuren mit einprägsamen Gesichtern, die nicht nur in ihrer großformatigen Gesamtkomposition, sondern auch mit einem erstaunlichen Wiederkennungswert überraschen.

Für Ulrike Joerg ist dieses Projekt nicht nur ein besonderes Geschenk für das Freizeithaus, sondern auch ein symbolisches Dankeschön an Gersbach, wo sie bis 2013 siebzehn Jahre lang als Lehrerin sehr erfolgreich gewirkt hat.

Dass sie nicht nur eine ausgezeichnete Zeichnerin, sondern auch eine brillante Er-zählerin ist, stellte Ulrike­ ­Joerg wieder einmal mehr unter Beweis: mit einer erstaunlichen Stimmenvielfalt fesselte sie ihre gebannten Zuhörer und erzählte einfühlsam die berührende Geschichte von der Weihnachtsschlange. Auch Ulrike Joerg bedankte sich bei ihrem Gersbacher Schüler-Team, das sie bei diesem umfangreichen Projekt engagiert begleitete, aber auch bei Elisabeth Störk dafür, dass das Freizeithaus ein so spannendes Projekt überhaupt ermöglichte.

Nun schmücken die Flure ein stolzes Dornröschen, ein noch tiefschlafendes Schnee-wittchen, ein mutiges Rotkäppchen, ein staunender Sterntaler, die unzertrennlichen Bremer Stadtmusikanten, der gestiefelte Kater und – natürlich geschwisterlich Hand in Hand - auch Hänsel und Gretel. Mit einer Ausnahme: Im Kicker-Raum hechtet ein sportlich-moderner Torwart nach dem Ball – aber auch er gehört zum neuen künstlerischen Erscheinungsbild des Hauses und bildet symbolisch eine Brücke zwischen der Märchenwelt und der Gegenwart.

So möchte man nicht nur dem Kulturgut Märchen einen besonderen Stellenwert einräumen, sondern sieht in den lebensgroßen Figuren die idealen „Motivatoren“, um auch emotional einen neuen Zugang zum Lesen zu schaffen. Genau dafür sind weitere neue Projekte geplant, die zeitnah umgesetzt werden sollen.