Schopfheim Mehr Sicherheit dank Tempo 30

Werner Müller

Schopfheim - Im Schneckentempo geht’s auch ins Ziel: Der Verkehr auf der Kreisstraße in Enkenstein wird zwar nicht weniger – aber immerhin langsamer. Nach jahrelangem Stillstand kommt Tempo 30 in der gesamten Ortsdurchfahrt – auch auf der Straße vom Maiberg her.

Von Werner Müller

Bürgermeister Dirk Harscher sprach gestern von einem „freudigen Ereignis“, als er gemeinsam mit Ortsvorsteherin Eva Brutschin und Anke Bühler vom städtischen Ordnungsamt vor dem Enkensteiner Rathaus die gute Nachricht verkündete.

Manchmal dauere es halt etwas länger, bis so eine Entscheidung falle, sagte das Stadtoberhaupt mit Blick auf Proteste von Anwohnern und Kritik an der ablehnenden Haltung der zuständigen Verkehrsbehörden, die sowohl im Ortschaftsrat als auch im Gemeinderat mehrfach laut wurde (wir berichteten).

Mit Hilfe von Fakten habe man das Landratsamt schließlich überzeugen können, dass auf der Kreisstraße ein Tempolimit her müsse, so Harscher.

Vor allem für Fußgänger  gefährlich

Wie das klappte, berichtete Anke Bühler. Die Stadt habe bei einem Ortstermin mit der Polizei die Gesamtsituation unter die Lupe genommen. Vor allem für Fußgänger sei die Situation gefährlich, da auf beiden Straßenseiten kein durchgängiger Gehweg vorhanden sei, so Bühler.

So müssten viele die Straße überqueren, um beispielsweise in den Maibergsaal, auf den Spielplatz oder ins Rathaus zu gelangen. Darunter seien auch viele ältere Menschen und Kinder.

Deshalb habe die Stadt beim Landratsamt „aus Sicherheitsgründen“ die Anordnung von Tempo 30 beantragt. Sie habe dies mit Ergebnissen einer Verkehrszählung untermauert, die neben der Zahl der Pkw und Lkw auch deren Geschwindigkeiten ermittelte.

Viele fahren viel zu schnell

Dabei habe sich herausgestellt, dass sehr viele zu schnell fahren – und sehr viele sogar viel zu schnell. Die Zählung habe auch ergeben, dass ein „enormer Anteil an Schwerverkehr“ durchs Dorf rausche.

Tatsächlich registrierte die Messstation in einer Woche im Oktober 2021 unter anderem 20150 Autos, 3431 Transporter. 1773 Lkw und 544 Lastzüge.

Diese Bilanz verfehlte offenbar ihre Wirkung nicht: Das Landratsamt jedenfalls genehmigte den Antrag auf Tempo 30.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung tritt in Kraft, sobald der Bauhof der Stadt die erforderlichen Schilder aufgestellt hat – das wird voraussichtlich in etwa vier Wochen der Fall sein. Für die Kontrolle des Tempolimits ist nach Worten von Susanne Bühler ab dann das Landratsamt zuständig.

Protest zeigt Wirkung

„Sehr froh“ über das Einsehen der Behörden zeigte sich Ortsvorsteherin Eva Brutschin. Wenn man den Anwohnern an der Kreisstraße schon so viel Verkehr zumute, müsse man wenigstens für deren Sicherheit sorgen. „Den Verkehr kriegen wir ja nicht weg“, so Brutschin.

Sie freute sich denn auch für die vielen Dorfbewohner, die mit ihrem Protest und mit Unterschriftensammlungen ihren Teil zur jetzt gefällten Entscheidung beigetragen haben. „Der Druck im Ortschaftsrat war immer da“, so Brutschin. Sie habe dennoch immer auch ein bisschen Bauchweh verspürt, ob das Tempolimit wirklich kommt

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