Schopfheim „Menschen verhalten sich vorbildlich“

Schopfheim - Trotz Corona: Das – kommunalpolitische – Leben muss weitergehen. Die Stadtverwaltung stellt deshalb ihren Betrieb nicht ein, sondern um: auf Schichtbetrieb. Und der Bürgermeister trifft Entscheidungen – nicht nach Sitzungen des Gemeinderats, sondern nach Absprache in kleiner Runde mit den Fraktionsvorsitzenden.

Dessen ungeachtet breitet sich das Virus auch in der Markgrafenstadt trotz der allgemeinen Kontaktsperre weiter aus: 13 Fälle sind (Stand Mittwoch) in Schopfheim mittlerweile aktenkundig – sieben mehr als zu Wochenbeginn. Das waren die Kernbotschaften, die Bürgermeister Dirk Harscher anlässlich eines der – mittlerweile regelmäßigen – Pressegespräche im Rathaus zu verkünden hatte.

Nach einer der täglichen Sitzungen des so genannten Verwaltungsstabs gab er bekannt, dass die Verwaltung in allen Fachbereichen auf Schichtbetrieb umstellt, um das Infektionsrisiko unter den Mitarbeitern zu minimieren. Geplant sind zwei Schichten – eine arbeitet vormittags, die andere nachmittags, mit einer halbstündigen Pause dazwischen. „Es besteht Begegnungsverbot“, so der Bürgermeister. Mit dieser Regelung, die zunächst für eine einwöchige Testphase gilt, betrete die Verwaltung „Neuland“.

Die Stadtverwaltung beschloss derweil, die Gebühren für die Kindergärten und Kindertagesstätten für den Monat April „auszusetzen“. Diese Zahlungspause gelte auch für die Kernzeitbetreuung in der verlässlichen Grundschule, erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Jürgen Sänger. Für die Notbetreuung in den Grundschulen und Kitas seien die Gebühren hingegen nach wie vor fällig.

Trotz der abgesagten Sitzungen von Gemeinderat und Bauausschuss fasste der Bürgermeister nach Rücksprache mit den Fraktionsvorsitzenden ein paar Eilentscheidungen.

Zum einen betraf dies den Bau einer Containeranlage für das Medi-MVZ beim Kreiskrankenhaus. Die Stadt ist nun ermächtigt, die Verhandlungen weiter voranzutreiben. Das MVZ soll, wie berichtet, für eine Übergangszeit von etwa fünf Jahren beim Krankenhaus angesiedelt sein, bis eine endgültige Lösung besteht. Im Gespräch ist eine feste Bleibe im Neubaugebiet „Kohlengässle“ (ehemals SBG-Parkplatz).

Außerdem vergab der Bürgermeister Aufträge für den Schulcampus und für den Bau eines Rückhaltebeckens im Neubaugebiet „Eisweiher“.

Dirk Harscher kündigt zudem an, dass auch im April keine Sitzungen von Stadtparlament und Ausschüssen stattfinden werden. Er hoffe, dass es bis dahin Regularien gebe, wie er den Gemeinderat in notwendige Beschlüsse einbinden könne.

Unterdessen wenden sich nach seinen Worten viele einheimische Betriebe und Unternehmen an die Stadtverwaltung mit der Frage, wie sie in den Genuss der angekündigten finanziellen Hilfen von Bund und Land kommen können.

Auf der Homepage der Stadt (www.schopfheim.de) gebe es einen Link auf die Seite des Wirtschaftsministeriums, wo man Antragsformulare herunterladen könne, so Marcus Krispin, bei der Stadt für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Kleinunternehmen könnten sich wegen der Soforthilfe an die Handwerkskammer beziehungsweise an die IHK wenden, so der Bürgermeister ergänzend.

Insgesamt zeigte sich Dirk Harscher mit dem Verhalten der Bevölkerung in diesen Krisentagen seht zufrieden. Nach seiner Beobachtung hielten sich die allermeisten an die Kontaktverbote in der Öffentlichkeit. „Die Menschen benehmen sich vorbildlich – großes Kompliment“, so Harscher.

Ungeachtet dessen kontrollierte gestern das Ordnungsamt die Zustände auf dem Wochenmarkt. Nach den Worten des Bürgermeisters geht es darum, Grüppchenbildung und zu knappe Abstände zwischen den Besuchern zu vermeiden.

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