Schopfheim Mit dem Auto nach Singapur

Endlich da: Das Ehepaar Schmidt besuchte seinen Freund Udo Schmitt im fernen Singapur – mit dem Auto. Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Im September 2014 machte sich das Schopfheimer Ehepaar Annette und Stefan Hauser mit seinem Geländewagen auf, um Udo Schmitt, einen alten Freund, in Singapur zu besuchen.

Schopfheim . Udo Schmitt ist in Schopfheim geboren und lernte bei der Firma KBC in Lörrach das Färberhandwerk und wurde dort, nachdem er die Meisterprüfung erfolgreich absolviert hatte, Abteilungsleiter der Färberei. Der Niedergang der Textilindustrie im Wiesental passte so gar nicht in die Zukunftspläne von Schmitt, und so studierte er nebenberuflich Betriebswirtschaftslehre und wechselte zu einer Textilveredelung in Wehr.

Als diese den Betrieb aus Kostengründen nach Ostdeutschland verlagerte, wechselte Schmidt den Arbeitgeber mehrfach und kam zwischendurch zurück ins Wiesental, um als Applikations- und Servicetechniker für ein Basler Unternehmen die entlegensten Orte dieser Welt zu bereisen.

Seinen ersten längeren Aufenthalt hatte er in Honduras, als er für Zentralamerika die Verantwortung bekam, danach wurde er Verkaufsleiter in China. Er verlagerte seinen Standort in die ehemalige Kolonialstadt des deutschen Reiches Quingdao in Ostchina.

Als sein Arbeitgeber die Textilsparte an einen amerikanischen Investor verkaufte, wechselte er erneut seinen Einsatzort und wohnt seitdem in Singapur, wo er für die weltweite Entwicklung des Textilfarbengeschäfts verantwortlich ist.

Immer wieder zieht es Schmidt aber auch zurück in die Heimat, so nimmt er jedes Jahr am Fasnachtsumzug auf den Wagen des Schlattholzzinkens teil und trifft seine Kameraden aus den alten Zeiten.

Mit dem Flugzeug sind es zwölf Stunden, mit dem Auto aber benötigte das Ehepaar Hauser mehr als anderthalb Jahre. Die über 57 000 Kilometer lange Reise führte sie über den Balkan nach Griechenland und dann nach Kleinasien, sie überquerten den Kaukasus und reisten über den Iran in die „Stan“-Länder ein. Die ehemaligen GUS-Staaten präsentierten sich sehr unterschiedlich. Über Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan ging die Reise über das Pamirgebirge nach China.

Auf dem Karakorum-Highway, der höchstgelegenen Fernstraße der Erde, erreichten die beiden Pakistan. Mit einem mulmigen Gefühl im

Mulmiges Gefühl im Bauch

Bauch besuchten sie das Hunzatal, überquerten auf einer abenteuerlichen Fähre den Attabad Lake und erreichten den Nanga Parbat, mit 8125 Meter der neunthöchste Berg der Erde. Das mulmige Gefühl stellt sich bald als unbegründet heraus, und die Zeit im Norden Pakistans war mit die schönste auf der ganzen Reise.

In Lahore überschritt das Ehepaar die Grenze nach Indien, ein Abstecher in den Himalaja führte sie auf den Khardung La Pass, laut indischen Angaben 5604 Meter hoch und der höchste befahrbare Bergpass dieser Erde. Die Sorge, dass das Auto in der Höhe Probleme bekommen könnte, war unbegründet. Zuverlässig spurte der Geländewagen seinen Weg zur Passhöhe. Die Menschen dort oben haben allerdings teilweise sehr mit der Höhe zu kämpfen, die lokalen Taxifahrer sind jedoch gut ausgestattet und leisten erste Hilfe.

Nach dem indischen Subkontinent führte die Reise nach Myanmar, die Militärdiktatur ist nur mit Führer und Bewilligung zu befahren. Jedoch fühlte sich das Ehepaar dort zum ersten Mal in Asien angekommen.

An den Stränden Thailands erholten sich die beiden Weltreisenden, bevor es über Laos, Kambodscha, Thailand und Malaysia Richtung Ziel ging. Die Einreise nach Singapur gestaltete sich sehr bürokratisch und teuer, aber nach zwei Tagen war auch das geschafft, und die beiden schlossen ihren Freund nach 533 Tagen Fahrt endlich in die Arme.

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