Schopfheim Mit Fabelzeit zum Meistertitel

Deutschlands schnellster Spargelschäler kommt aus luftiger Höhe: Bernd Reichert vom Sattelhof gewann in diesem Jahr die „Deutsche Meisterschaft im Spargelschnellschälen“ des Wirtevereins.

Von Hans-Jürgen Hege

Schopfheim . Im Finale trat Reichert gegen den Vorjahreszweiten Jörg Buchleither an, der es im Halbfinale mit dem amtierenden Titelträger Martin Hauri zu tun gehabt hatte und diesen mit ein paar Hundertstel Sekunden Vorsprung vom Meisterthron schmiss.

Gegen Bernd Reicherts Fabelzeit von 1:23 Minuten war aber an diesem Tag vor prächtiger Zuschauerkulisse kein Kraut gewachsen. Der „ewige Zweite“ Buchleither musste sich erneut mit „Silber“ begnügen. Der „goldene Spargelschäler“ ziert samt Urkunde für ein Jahr die Theke im Café Reichert. Und das Team dort darf seinem Chef auch zur Siegerprämie von 300 Euro gratulieren, die der örtliche Gewerbeverein als Veranstalter mit weiteren 200 Euro für den zweiten und nochmal 100 Euro für den dritten Platz auf dem Treppchen locker gemacht hatte.

Präzision war gefragt am Tisch, an dem zunächst jeder Kandidat einzeln, später im direkten Vergleich mit den Gegnern, die sich in der Vorrunde qualifiziert hatten, gegen die Uhr sein Glück versuchte. 20 Spargelstangen galt es zu schälen. Und zwar so akkurat, dass die beiden Küchenmeister Peter Henke und Otto Grölle auch mit der Lupe keinen zähen Faden mehr an dem Gemüse fanden. Hatten die beiden Vertreter des Kochclub Lörrach etwas zu meckern, verhängten sie Strafzeiten – pro Fehler fünf Sekunden. Das brachte den einen oder anderen rekordverdächtigen Schnellschäler von Wolke sieben schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Auch wenn der Plausch, den Wolfgang Lenz moderierte, ein paar Stunden dauerte, trennten am Ende nur ein paar Sekunden(bruchteile) die Spreu vom Weizen. Auf fiel auch, dass die üblichen Verdächtigen Runde um Runde weiter kamen, wie etwa Dino Baldassarre, Jörg Buchleither, Bernd Reichert, Walter Grether oder – neu in der Wirtegilde – Daniel Schlageter, der fast schon der einzige „Auswärtige“ war, weil er aus Fahrnau anreiste.

Alle anderen, auf die der Wirteverein im Vorfeld gehofft hatte, wollten oder konnten nicht zu dem Wettkampf antreten und hatten wohl auch keinen Bock auf den Titel, den es noch nicht gab, bis er vor einem Jahr in Schopfheim erfunden wurde. „Es ist halt momentan sehr viel los in den einzelnen Betrieben. Ich könnte auch nicht weit reisen, um irgendwo in der Fremde Spargel zu schälen. Die Arbeit in der heimischen Küche geht eindeutig vor“, sagte Hans Glöggler.

Während auf der Bühne unter blauem Himmel die Fetzen flogen, deckten sich viele Zaungäste am Stand der Wirte mit frisch geschältem Spargel ein. Über 200 Kilo dürften es gewesen sein, die zum Mittagessen auf den Tischen standen. Vielleicht gab’s zuvor auch noch ein Spargelsüppchen nach dem Rezept der Wirte, die davon becherweise gratis ans Publikum verteilten.

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