Schopfheim - „Im Name de Enninger darf ich euch zum schon 32. Narrenbaumstellen, gleichzeitig der Feier unseres 33-jährigen Cliquenbestehens herzlich begrüßen.“

„Ganz toll, dass ihr trotz mäßigem Wetter so zahlreich gekommen seid“, sagte am Samstagmittag Ramon Philipp, seines Zeichens Winterdämon und Cliquenchef der „Enninger“.

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Die hatten aufgrund ihres Schnapszahl-Jubiläums nicht nur das Narrenbaumstellen vom frühen Abend auf den Nachmittag gelegt, sondern das Spektakel durch die Verpflichtung diverser Guggemusiken und durch Bewirtungsstände aufgepeppt. Nach knapp fünf Stunden im Freien ging es in die Stadthalle, wo am Abend das 33-jährige Bestehen zünftig gefeiert wurde (wir berichten noch).

Doch der Reihe nach: Schlag 14.11 Uhr wurde der Narrenbaum, eine knappe 30 Meter lange Tanne aus dem Sengelenwäldchen, von den Enningern zum Kronenbrunnen getragen. Die Guggemusiken der „Höllsteiner Frösche-Clique“, die „Xmen Group“ und „D’Namelose“ spielten einige Weisen, dann ging das Baumstell-Zeremoniell los.

Mit der Trillerpfeife

Hinter der Absperrung wartete neben den vielen Freunden der Narretei auch Prominenz, etwa VON-Narrenvogt Markus Meßmer aus Maulburg und die gesamte Narrenzunft-Führung mit Ausnahme von Oberzunftmeister Hanspeter Meyer. Ihnen allen, ganz besonders natürlich Statthalter „Kai vo de Bismarckstrooß“, entbot Ramon Philipp besondere Grüße und erwähnte natürlich auch, dass der Oberzunftmeister wie die 31 anderen Male auch dieses Jahr als Narrenbaumbammert die Stellaktion leite.

Unter Meyers Augen und angeleitet auch per Trillerpfeife, ließen die gut drei Dutzend „Stichelträger“ der „Enninger“ mit Unterstützung von Feuerwehrleuten und THW - die sorgten teilweise sogar vom Rathausdach und mit Tauen für die Sicherheit der Akteure und Zuschauer - die notwendige Sorgfalt walten, bis die lange Tanne aus der horizontalen in ihre endgültige, vertikale Stellung gebracht war.

Das Spektakel gestaltete federführend Hanspeter Meyer. Es dauerte gut eineinhalb Stunden, dann ragte der Baum in den grauen Himmel über Schopfheims Innenstadt.

Während des Zeremoniells zeichnete VON-Vogt Markus Meßmer Enninger-Gründungsfrau Heidi Malnati mit dem goldenen Verdienstorden aus. Ramon Philipp hatte auf das Gewinnspiel für Kinder hingewiesen und natürlich auf die Bewirtungsstände und das Jubiläumsfest in der Stadthalle am Abend.

Der Baum wird jetzt bis zum „Feiße Zischdig“, in diesem Jahr der 5. März, deutlich machen, dass die Narren das Sagen haben.

Ramon Philipp übergab den Narrenbau an den Statthalter mit folgenden Worten: „Sie häns wieder gschafft, de Baum stoht und isch nid kracht. De Baum stoht als Symbol für unsri Fasnacht, au dieses Johr erstrahlt er inäre ganz bsundere Pracht. Liebä Kai, es isch uns ä bsundri Ehr, denn mir Enninger freue uns diesmol wirklich sehr, en Baum an ehemalige Enninger und Baumsteller zu überreiche, des isch nid wie sunschd des gleiche!

Dezu no unser Jubiläumsjohr, kaum z’glaube, aber wirklich wohr. Du willsch jo in de Stadt ä Lauf usrichte, dofür sotsch ufs Training dann aber nid verzichte. Fürs Rundekreise wie in de Formel 1 die Wage, wärs beschde Training für dich de Narrebaum abschlage! De Ex-Burgi het jo vollmundig gsait wird sell Renne dominiere, deswege schlag ich vor, du ­duesch ihn am Fasnachtszischdig zum Mitmache animiere! Denn als Pensionär het er jo jetzt frei, do wärs doch schön, er wär bim Abbau mit dabei! Loss das sell mol di Köpfli goh, vorsorglich loss ich dir mol sini Telifonnnummer do!

Aber gnug han i scho widda gsait, nid, dass vor luter Schwätze de Baum nochher no umkait. Ich wünsch dir mit dinem Baum in unserm Johr, ä geile Kampagne, viel Spaß und no ne paar mehr von dene graue Hoor.“