Schopfheim Mitreißende Revue mit Kichergarantie

Neuerdings zu fünft: Die VokaLiesen haben ein neues Programm. Foto: Ines Bode

Schopfheim - Von Kraftwerk bis Gershwin, von Benatzky bis Freddie Mercury: Kann Unterhaltung spannender sein? Wohl kaum. Die Spannbreite des neuen Programms der VokaLiesen widmet sich unterschiedlichsten Genres – sehr zum Gefallen des Publikums im Saal der Waldorfschule.

„#GalamaGala“ lautet die Überschrift der jüngsten Produktion, deren Premiere dem Quintett ein volles Haus bescherte – inklusive Empore. Knapp zwei Stunden voller Gesang und Tanz, dazu eine mimisch ausgefeilte Rahmenhandlung und eine bunter Instrumentalisierung mit Gitarren, Saxofon und Geige.

Dass die traditionell eher am Rande agierende Klavierspielerin Ursula Müller-Riether diesmal im turbulenten Geschehen mitmischte, war kein Zufall. Laut Regisseurin Eva Gruner wollte man den Part aus dem Abseits holen.

Diese Idee wiederum führte dazu, dass die Zahl der Glanzpunkte kletterte. Zu nennen wären da die Darbietung von Ursula Müller-Riether und Hilke Hänßler, die sich der „Naturträne“ von Nina Hagen annahmen. Ein harmlos klingender Titel, der sich als irre Opernnummer entpuppte. Hänßler reizte ihren voluminösen Sopran aus, die Tastenfrau kippte unters Instrument.

Ein „Killer“, wie man in der Welt der Nina Hagen sagen würde. Die Zuhörer jubelten ungehemmt, und hörbare Begeisterung sollte den gesamten Verlauf bestimmen. Oder anders ausgedrückt: das Kichern und die Heiterkeit im Publikum wollten einfach nicht abreißen.

Seitdem Gruner am Werk ist, wandelte sich das Ensemble vom Chörle mit Unterhaltungseffekt zur schillernden Revue-Garde. Mit allem Drum und Dran – bin hin zur stilvollen Gala samt honoriger Kostüme.

Kein Lied, das ohne darstellerisches Beiwerk auskam. So war eine tempo- wie abwechslungsreiche Show geboten. Die Handlung lehnte machte sich über den odernen Internetwahn von Künstlern lustig. Da musste ein Videoclip her, dessen Dreh bis zur Gala beschäftigte.

Zum Blickpunkt gerieten auch die Soloauftritte von Alexandra Kapitz, die mit Heinke Hoffmann das würzige Register „Alt“ besetzt.

Temporeiche Show

Wie sie so dastand und „Romantik“ von Ina Müller schmetterte, schien sie tatsächlich die heimliche Besitzerin des Hamburger Schellfischpostens zu verkörpern. Später wagte sich Kapitz gar an die männlich besetzten Queen-Akkorde.

In Rollen zu schlüpfen, das war ein Anspruch, der bekannte Hits auf die Bühne brachte – wie beispielsweise das „Leichte Gepäck“ einer Stefanie Kloß (Silbermond), das Regnen roter Rosen einer Hildegard Knef und viele mehr. Weiter kamen die Pastorale „Eine Kuh so wie du“ sowie „Sweet Dreams“ von Annie Lennox zu Ehren. Hier wie an anderer Stelle wurde das Publikum von der „szenischen Choreografie“ mitgerissen.

Um das „Galama“ komplett zu machen, fehlten auch Stücke von Kurt Weill, Friedrich Hollaender und Max Raabe nicht. Eine Art französisches Stakkato folgte mit dem Renaissance-Stückchen, und ähnliche Töne näherten sich mit „Rehgehege“, ein Zungenbrecher, der als kollektive Hymne endete.

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