Schopfheim Motorradfahrer in größter Gefahr

Schopfheim - Erfreulicher Trend nach unten: Auf den Straßen des mittleren, Kleinen und oberen Wiesentals bis zum Feldberg waren 2018 insgesamt deutlich weniger Unfälle, weniger Verletzte und weniger Tote zu beklagen.

Diese Entwicklung belegt die Unfallstatistik, die das Polizeirevier Schopfheim jetzt vorlegte. Demnach ging im Vorjahr die Zahl der Verkehrsunfälle um fast zwölf Prozent zurück: Krachte es 2017 noch 650 Mal, so waren es 2018 nur noch 574 Mal.

Doch das klingt besser, als es in Wahrheit ist. Revierleiter Christoph Dümmig und sein Stellvertreter Michael Trefzer stimmten jedenfalls keine Jubelgesänge an, sondern verwiesen darauf, dass man sich mit dieser Zahl lediglich wieder auf das Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre zubewegt habe. 2017 war nämlich ein Ausnahmejahr mit einer extrem hohen Unfallzahl.

Dass es 2018 seltener auf den Straßen knallte, führt die Polizei auch auf deutlich erhöhten „Kontrolldruck“ zurück, der seine Wirkung offenbar nicht verfehlt habe.

Das zeigen auch die Zahlen bei den so genannten „Unfallfolgen“. So sank die Zahl der Sachschäden und der Leichtverletzten jeweils deutlich (von 460 auf 399 beziehungsweise von 194 auf 163).

Nicht ganz so gut fällt die Entwicklung bei den Schwerverletzten aus - sie blieb unverändert bei 59.

Bei den Verkehrstoten verzeichnete die Polizei einen leichten Rückgang von vier auf drei - das ist immerhin die niedrigste Zahl seit 2015. Bei allen drei Toten handelte es sich übrigens um Motorradfahrer.

Eine bemerkenswerte Verschiebung registrierte die Polizei bei den Unfallursachen. Zu hohes Tempo spielte weit weniger oft eine Rolle als in den Vorjahren – nur bei 77 Unfällen war zu schnelles Fahren der Grund, 2017 war die Quote fast noch doppelt so hoch (150).

Alle anderen Faktoren (Vorfahrtsverletzung, Abstand, Überholen, Abbiegen oder Rückwärtsfahren) blieben nahezu konstant.

Ein deutliches Plus fiel den Ordnungshütern indes bei Unfällen auf, in denen Alkohol und Drogen im Spiel waren - die Zahl stieg von 14 auf 21, also um glatt 50 Prozent.

Bei den Unfallbeteiligten katapultierten sich 2018 mit einer eklatanten Steigerung die Motorradfahrer mit weitem Vorsprung an die Spitze: Sie waren in 81 Unfälle verwickelt - das sind 21 mehr als im Vorjahr. Mit großem Abstand folgen Radfahrer (49) und Fußgänger.

„Das ist bei den Motorradfahrern ein absolutes 15-Jahres-Hoch“, resümierte Michael Trefzer, der die Statistik

Weniger Unfälle dank hohem „Kontrolldruck“

ausgewertet hatte. Am häufigsten verunglückten die motorisierten Zweiradfahrer auf der Kreisstraße zwischen Schopfheim und Gersbach sowie zwischen Geschwend, Präg und Bernau (jeweils sieben Unfälle).

Das Alter ist bei den Unfallbeteiligten hingegen kaum ausschlaggebend: Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren sowie Senioren ab 65 sind nahezu in gleichem Umfang (126 beziehungsweise 131) involviert.

Die üblichen Verdächtigen hingegen führen die Wertung bei den Unfallschwerpunkten an. Unangefochtener Tabellenführer ist die B 317-Ausfahrt Schopfheim-Mitte, wo es 2018 insgesamt elf Mal schepperte.

Auf Rang zwei folgen mit jeweils acht Karambolagen die Kreuzung K 6326/Hohe Flum-Straße/Floßkanal sowie die B 317-Ausfahrt Maulburg-West. Und am Knoten B 317/B 518 nahm die Polizei im vergangenen Jahr fünf Unfälle auf.

„Es fällt auf, dass zwei der drei Unfallschwerpunkte die speziell ausgebauten Einmündungen in die B 317 in Schopfheim und Maulburg sind“, konstatierte Michael Trefzer mit Verweis auf die innen liegenden Einfädelspuren für Linksabbieger.

Alle Hände voll zu tun hatte die Polizei bei den verstärkten Kontrollen. Sie ertappte 20 Prozent mehr Alkoholsünder (72), gar 57 Prozent mehr Gurtmuffel und Handynutzer am Steuer (776) und 64,3 Prozent mehr Raser (501). Bei den Motorradfahrern erhöhte sich die Zahl der Knöllchen von 72 auf 114 – das ist eine Steigerung um 58 Prozent.

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