Schopfheim - Musikalisch gesehen bewegt sich Felicitas Kiefer aus Schopfheim abseits der Norm, wie etwa ihr jüngstes Projekt beweist: Gerade hat die 18-Jährige ein Musical geschrieben – aufgeführt wird es am 7. und 8. Dezember, jeweils ab 20 Uhr, in der Schopfheimer Waldorfschule.

Oktavenreiche Singstimme

Musik sei ihre ganze Welt, sagt die Waldorfschülerin und Musikschulabsolventin, die mehrere Instrumente spielt. Darüber hinaus besitzt sie eine oktavenreiche Singstimme, die sie schon oft vor Publikum erklingen ließ, um sich über Beifall zu freuen. Die Begeisterung der Zuhörer bilde einen ganz besonderen Moment und beschere den Bühnenakteuren große Freude, befindet die Schopfheimerin. Die Palette ihrer Aktivitäten führt zu der Schlussfolgerung, dass viel Potenzial in dem Multitalent schlummert. Da liegt die Frage nahe, ob sie Vorbilder habe. Eine angesagte Künstlerin eventuell? Eine trendige Popsängerin? Es soll ein bisschen dauern, bis die Antwort kommt. Sie überlegt gründlich, bis sie meint: Katie Melua vielleicht? Alles ist eben ein bisschen anders bei Felicitas Kiefer. Eher untypisch für ihre Generation (erst mal ins Ausland) gibt sie im Nu Auskunft ihre berufliche Zukunft betreffend. Musiklehrerin sei ihr Berufswunsch – an einer Waldorfschule, da muss sie keine Sekunde überlegen.

Musik im Blut

Geradezu ins Schwärmen gerät sie beim Thema Schulalltag, speziell musische Belange haben es ihr angetan. Das mag mit ihrer familiären Situation zusammenhängen, der spanische Papa habe Musik im Blut, schmunzelt sie. Sie selber fühlte sich früh von der Tastatur des Klaviers angezogen, klimperte als Sechsjährige versuchsweise herum. Ungewöhnlicherweise bevorzugte sie klassische Werke.

Mini-Instrumentenpark

Im Laufe der Schulzeit lernte die Musikbegabte die Beherrschung von Klavier sowie Geige und Bratsche zuzüglich Gitarre und Ukulele. Ein Mini-Instrumentenpark sozusagen. Üben, Proben, Vorspielen und Auftritte bestimmen ihr Leben bis heute. Hinzu gesellten sich Projekte, etwa als Chorstimme, als Streicherin im Ensemble Tepui oder als Akteurin eines früheren Musicals der Schule. So gut ausgerüstet begeisterte sich Felicitas für Komposition als Teil des Schullehrstoffs. Entschlossen wagte sie sich an erwähntes Musical. Es galt, Texte für neun Darsteller und Musik für sechs Instrumente zu schreiben. Eine reife Leistung. Gar mit internationalem Aspekt versehen laute der Titel: Camp Cupid (frei übersetzt: amouröses Ferienlager).

Sie habe das Stück als Jahresarbeit auch für Freunde geschrieben, betont sie. Inhaltlich gehe es um Belange, die Heranwachsende betreffen. Das Genre Musical entdeckte Kiefer vor rund einem Jahr für sich. Folglich steckt sie die private Zeit, die Jugendliche gemeinhin für „Meine Serie“ aufwenden, in eine Musical-Reihe. Es seien die eher unbekannten Melodien, die ihr gefallen, und die überzogene theatralische Art der Darstellung.

Immer wieder spickt das Wort „Spaß“ ihre Schilderungen. Heiter wird’s auch im „Camp Cupid“ am ersten Dezember-Wochenende und soviel sei schon verraten: Es passiert ziemlich viel im ersten Musical von Felicitas Kiefer.