Nach der Wahl ist vor der Wahl: Die Stadtverwaltung bereitet derzeit alles für den zweiten Wahlgang am Sonntag, 21. Oktober, vor. Die Bewerbungsfrist für Bürgermeisterkandidaten ist nur sehr kurz: Bis Mittwoch, 10. Oktober, um 18 Uhr, müssen neue Kandidaten ihre Bewerbung abgegeben haben.

Von Petra Martin

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Schopfheim. Die bisherigen Bewerber, die sich ein zweites Mal zur Abstimmung stellen, müssen gar nichts tun: Ihre Bewerbung gilt auch beim zweiten Wahlgang. Wer nicht mehr antreten will, muss sich indes abmelden – ansonsten steht der Name weiterhin auf dem Wahlzettel.

Roland Matzker, mit 15,8 Prozent ziemlich abgeschlagen auf Platz drei gelandet, hat gestern bis Redaktionsschluss noch nicht mitgeteilt, ob er seine Kandidatur aufrecht erhält.

Dauerkandidatin Fridi Miller hat nach Auskunft von Gregor Hodapp von der Stadtverwaltung bereits angekündigt, beim zweiten Wahlgang in Schopfheim mit von der Partie sein zu wollen, obwohl sie ihre Bewerbung vor dem ersten Wahlgang bereits zurückgezogen hatte.

Am 21. Oktober wird die einfache Mehrheit darüber entscheiden, wer neuer Bürgermeister von Schopfheim wird. Geplant ist wieder, eine Feier in der Stadthalle abzuhalten.

Bei den Urnengängen am vergangenen Sonntag war ersichtlich, wo die Kandidaten ihre Hochburgen hatten. Spitzenreiter Dirk Harscher konnte in zwei Wahlbezirken die absolute Mehrheit erzielen: An seinem Wohnort Langenau vermochte er 70,4 Prozent der Stimmen einzufangen, und auch wenn es nach den Kürnbergern gegangen wäre, würde Harscher schon neuer Bürgermeister sein, denn auch dort hatte Harscher mit 53,5 Prozent die absolute Mehrheit für sich gewinnen können.

Josef Haberstrohs höchstes Ergebnis war in Eichen, wo ihm die Wähler 43,5 Prozent zusicherten; dies war zugleich der einzige Wahlbezirk, in dem Haberstroh mehr Stimmen erhielt als Harscher. Der seine Neutralität betonende Bewerber Harscher kam in Eichen auf 30,5 Prozent. Die absolute Mehrheit jedoch hatte Haberstroh – anders als Harscher – in keinem Wahlbezirk erreichen können. Die wenigsten Sympathien gab es für den von CDU und Freien Wählern unterstützten Kandidaten logischerweise in Langenau. In Dirk Harschers absoluter Hochburg holte der Bürgermeister von Breitnau nur 14,6 Prozent der Stimmen – sein schlechtestes Ergebnis aller Wahlbezirke.

Roland Matzker punktete am meisten in Raitbach, wo er mit 24,9 Prozent sein bestes Ergebnis einfuhr. Der von Grünen und Unabhängigen unterstützte Kandidat blieb in zwei Stimmbezirken einstellig: In Gersbach holte Matzker 9,5 und in Enken­stein schlappe 7,3 Prozent – sein schlechtestes Resultat.

Für Thomas Gsell war es eine bittere Niederlage. Der von der SPD unterstützte Bewerber war weit entfernt von einem überzeugenden Abschneiden in einem der Wahlbezirke. Er kam in gar keinem der 24 Stimmbezirke auf 20 Prozent oder darüber. In der Kernstadt und Fahrnau schnitt er noch am besten ab (15,5 und 15,3 Prozent), aber in drei Wahlbezirken blieb sein Ergebnis einstellig: in Gersbach (7,5 Prozent), in Kürnberg (6,9 Prozent) und in Langenau (lediglich 5,7 Prozent).

Die Namen von Fridi Miller und Mandes Lohse waren beim ersten Wahlgang auf den Stimmzetteln vermerkt, obwohl beide ihre Kandidatur zurückgezogen hatten – allerdings erst nach Ablauf der Frist. Das Ergebnis: Fridi Miller wurde von 27 Bürgern gewählt, Mandes Lohse bekam zwölf Stimmen.

Bei der Wahl wurden 37 ungültige Stimmen gezählt. Dies war der Fall, wenn Mehrfachstimmen abgegeben wurden oder der Stimmzettel nicht richtig gekennzeichnet war. Auch eine Beleidigung sei mit dabei gewesen, teilte Markus Krispin von der Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Kuriose Begebenheit am Rande: 34 Stimmen entfielen auf Bürger, die gar nicht angetreten waren: Amtsinhaber Christof Nitz, Alt-Bürgermeister Klaus Fleck, CDU-Stadtrat Mark Leimgruber, Gastronom Tesfaldet Reda, Ex-Kandidat Norbert Wink und Stadtkämmerer Thomas Spohn.