Schopfheim Nach Erdrutsch: „Gefahr im Verzug“

Schopfheim - Alarm auf dem Altig: Nach den starken Regenfällen der vergangenen Tage rutschte am Dienstag im Wohngebiet am Dinkelberg ein großes Hangstück ab – und brachte im Finkenweg vier Wohnhäuser in Gefahr.

„Ein Haus droht einzustürzen“, erklärte Bürgermeister Dirk Harscher bei einem Ortstermin mit Polizei, Feuerwehr, THW und einem Geologen den Ernst der Lage. Vorsorglich ließ das Stadtoberhaupt die vier betroffenen Gebäude evakuieren und insgesamt sechs Bewohner vorübergehend in einem einheimischen Hotel einquartieren.

Am Hang unterhalb der Landstraße nach Dossenbach zeigten sich bereits am Samstag die ersten Risse. Seitdem hatte die Stadt die Entwicklung im Auge.

In der Nacht auf Dienstag veränderte sich die Situation dramatisch: An einem Haus fiel ein großer Balkon zu Boden, im Erdreich klaffte entlang fast der gesamten Gebäudezeile ein langer, bis zu vier Meter tiefer Riss.

Von einer „großen Gefahr“ vor allem für das am stärksten betroffene Haus sprach Feuerwehrkommandant Steffen Hoffmann. „Zum Glück gibt es keine Verletzten“, zeigte sich Kreisbrandmeister Christoph Gleisner vor Ort indes erleichtert.

Während die Feuerwehr das Gebiet absperrte, alarmierte die THW-Ortsgruppe nach Angaben von Markus Stibi einen Spezialmesstrupp, der sich aus Tübingen auf den Weg in die Markgrafenstadt machte.

Die Experten werden Messpunkte im Gelände und an den einsturzgefährdeten Gebäuden einrichten, um mit hochsensiblen Instrumenten festzustellen, ob der Hang weiter in Bewegung bleibt oder zur Ruhe kommt. „Das wird ein längerer Prozess“, schätzte Kreisbrandmeister Glaisner.

Der von der Stadt eingeschaltete Geo-Ingenieur Bernd Mannsbart sprach in diesem Zusammenhang von mindestens zehn Tagen, „bis sich alles beruhigt hat“. Er bestätigte, dass mindestens für ein betroffenes Haus „Gefahr im Verzug“ bestehe. Vor Abschluss der Messungen lasse sich nicht abschätzen, welche Sicherungsmaßnahmen möglich und nötig sind.

Wann die Eigentümer wieder in ihr Heim zurückkehren können, steht ebenfalls in den Sternen. Sie müssen auf jeden Fall damit rechnen, dass die Sanierung beziehungsweise Sicherung ihrer Eigenheime im ungünstigsten Fall „nicht ganz billig wird“, wie Bernd Mannsbart aus Erfahrung weiß. „Da kommt schnell mal eine sechsstellige Summe zusammen.“

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