Schopfheim Neuer Chef in neunter Generation

Schopfheim - Generationswechsel im ältesten Handwerksbetrieb der Stadt: Hans-Jörg und Gabriele Adolph übergeben zum Jahreswechsel ihre Bäckerei in der Hauptstraße an Sohn Oliver und Schwiegertochter Martina.

Damit übernimmt im traditionsreichen Familienbetrieb, der seit 270 Jahren in Schopfheim beheimatet ist, die nunmehr neunte Generation das Ruder.

40 Jahre lang haben Gabriele und Hans-Jörg Adolph die Bäckerei mit Hingabe geführt. Das eine oder andere Jahr wäre wahrscheinlich auch noch dazugekommen, zwängen gesundheitliche Gründe den mittlerweile 68-jährigen Bäckermeister nicht dazu, sich aufs Altenteil zurückzuziehen.

Oliver tritt in die Fußstapfen seines Vaters Hans-Jörg Adolph

Oliver Adolph, der bereits seit 1990 im elterlichen Betrieb mitarbeitet und 1998 seinen Meistertitel als Konditor erwarb, tritt nun in die Fußstapfen seines Vaters – und führt damit eine stolze Familientradion fort.

Im Jahre 1750 hatte Mathies Adolph aus Eichstetten am Kaiserstuhl die nach ihm benannte Bäckerei in der Markgrafenstadt gegründet. Seine Vorfahren waren im Zuge der Hugenotten-Verfolgung auf die rechte Rheinseite geflüchtet. Der Sohn des Firmengründers, Friedrich Adolph, kaufte im Jahr 1876 das Haus in der Innenstadt, das die Bäckerei bis heute beherbergt.

Traditionsbetrieb seit 270 Jahren in Schopfheim zu Hause

270 Jahre sind eine unvorstellbar lange Zeit – erst recht im nicht ganz leichten Bäckerhandwerk. „Es ist ein Knochenjob“, räumt der 48-jährige Oliver Adolph ein. Arbeiten, wenn andere schlafen, oftmals 14 bis 16 Stunden am Tag in der Backstube oder im Laden – „das muss Spaß machen, es muss einem liegen“, sind sich alle Adolphs einig. Der Familienbetrieb sei das A und O, „Vater und Sohn müssen an einem Strang ziehen“, ist Gabriele Adolph überzeugt.

Geheimrezept: Frische, Qualität und guter Kontakt zu den Kunden

Welches Geheimrezept hinter einer so langen und erfolgreichen Familientradition steckt? „Frische und Qualität“, glaubt Oliver Adolph. Und der „gute Kontakt zu den Kunden“, ergänzen Gabriele und Martina Adolph – von der vielbewunderten Dekoration im und vor dem Laden ganz zu schweigen.

Dazu zählt indes auch, sich den veränderten Verbraucherwünschen anzupassen. So ist der moderne Bäcker längst nicht mehr nur der Hersteller von Brot und Brötchen, Kuchen oder süßen Stückchen. Heutzutage erwarten Kunden auch belegte Brötchen und eine Tasse Kaffee, für die Firmenfeier auch schon mal eine große Menge davon in aller Herrgottsfrühe.

Familienbetrieb schaut optimistisch in die Zukunft

„Das Sortiment ist heute viel größer als noch vor Jahren“, so die Adolphs. Gefragt sei ein „Gesamtpaket“.

Damit zu bestehen, ist fürs traditionelle Handwerk im Wettbewerb mit großen Backfabriken gewiss nicht einfacher geworden. Doch der Familienbetrieb, der zehn Mitarbeiter beschäftigt, schaut optimistisch in die Zukunft. „Service und Qualität halten uns am Leben – auch gegen die große Konkurrenz“, glaubt Hans-Jörg Adolph.

Seinen Nachfolger Oliver Adolph plagt denn auch eine ganz andere Sorge: „Das einzige was uns für die Zukunft fehlt, ist guter Nachwuchs“, so der Konditormeister.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    1

Newsticker

blank

Umfrage

Weihnachtsbäume

Achten Sie beim Kauf des Weihnachtsbaums darauf, ober dieser unter kontrolliert ökologischen Bedingungen kultiviert wurde?

Ergebnis anzeigen
loading