Schopfheim „Neuer Schwung“ fürs Jugendparlament

Die Wahl zum neuen Jugendparlament und die Einweihung des Skateparks Gündenhausen – das waren zwei Höhepunkte in der Arbeit des Jugendzentrums (JuZ) im vergangenen Jahr.

Von Werner Müller

Schopfheim. Die beiden Stadtjugendpflegerinnen Katja Janker und Silke Dantona stellten die Bilanz des Jahres 2018 am Montag im Verwaltungsausschuss vor und sprachen dabei von „guten Besucherzahlen“ im offenen Treff.

So gebe es eine Stammgruppe von zehn bis 15 Jugendlichen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren, die sich dort regelmäßig treffen. Ende des Jahres sei eine jüngere Gruppe von fünf bis neun Jugendlichen ab zwölf Jahren dazugestoßen, von der es sich noch nicht sagen lasse, ob sie zu einem festen Bestandteil des JuZ werde.

Die Jugendlichen legten auch selbst Hand an, um das JuZ aufzumöbeln. Im Februar renovierten sie in Eigenregie die Räume, im Spätherbst verschönerten sie die kahlen Wände mit bunten Graffiti.

Unabhängig davon leisteten die Stadtjugendpflegerinnen bei fünf Jugendlichen so genannte „Einzelfallhilfe“, ein enge Begleitung über das ganze Jahr hinweg. Dabei gehe es um Probleme mit Alkohol und Drogen, um Gewalt und Konflikte mit der Polizei sowie um Probleme mit Eltern oder Schule. In diesen Fällen fungieren die JuZ-Mitarbeiter als „vertrauliche Ansprechpersonen“, die den Jugendlichen beratend und helfend zur Seite stehen.

Rückblick auf Projekte

Neben dieser kontinuierlichen Arbeit an den drei wöchentlichen Öffnungstagen hatten die Jugendpflegerinnen noch weitere Projekte zu meistern. So betreuten sie die Wahl des Jugendparlaments und schafften es, „neuen Schwung“ reinzubringen, wie Katja Janker berichtete. 15 Kandidaten fanden sich, obwohl die Bewerbersuche nicht an allen Schulen (THG, Waldorfschule) möglich war.

Das JuZ bot außerdem ein „Bewerbungstraining“ an, betreute sechs Jugendliche bei insgesamt 145 gerichtlich angeordneten Sozialstunden und bot 15 Schülern Nachhilfe an.

Eine Mammutaufgabe stellte die zweiwöchige, verlässliche Ferienbetreuung im Rahmen der Spielstadt dar, die unter dem Motto „Wild Wild West“ wieder in Langenau stattfand. Insgesamt 187 Kinder nahmen daran teil, darunter auch 14 aus der Anschlussunterbringung in Fahrnau. 25 Helfer kümmerten sich um die kleinen Trapper, Siedler und Indianer.

Fester Bestandteil des JuZ-Kalenders ist auch die Organisation des Kinderferienprogramms. 20 Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen standen im vergangenen Jahr zur Auswahl, 171 Kinder und Jugendliche nutzten das Angebot mit insgesamt 313 Anmeldungen. 100 Plätze blieben unbesetzt.

Für 2019 sei erneut eine Spielstadt geplant, dieses Mal unter dem Motto „Zauberstadt“, so Silke Dantona. Bisher hätten sich dafür schon 60 Kinder für die erste und 46 Kinder für die zweite Woche angemeldet.

Auf Anhieb zu einem „wichtigen neuen Anlaufpunkt“ mauserte sich der Skatepark in Gündenhausen, der sich seit der Einweihung im Herbst unter den Jugendlichen bereits einen „sehr guten Ruf“ erworben habe, so Katja Janker und Silke Dantona. Die Anlage habe sich als „Sportstätte für Jung und Alt“ etabliert und locke Besucher auch von weither an.

Die Stadträte nahmen die Berichte der JuZ-Mitarbeiterinnen mit Wohlwollen zur Kenntnis. „Tolle Arbeit“, schwärmte Mark Leimgruber (CDU) und hob dabei besonders die Aktion „Politik und Pizza“ im Vorfeld der Kommunalwahlen hervor.

Teresa Bühler (SPD) lobte die verlässliche Ferienbetreuung im Rahmen der Spielstadt und riet, diese Aktion auch weiter im Fokus zu behalten.

Lob für die Arbeit

Mit Unverständnis quittierte sie die Tatsache, dass es nicht möglich gewesen sei, am THG für die Wahlen zum Jugendparlament zu werben. „Das ist nicht nachvollziehbar“‘, erklärte sie. Das Gymnasium sei eine öffentliche Einrichtung und bekomme auch von der Stadt finanzielle Unterstützung.

Bei der Jupa-Wahl gehe es doch nicht um „Parteiwerbung“, so ein Thema gehöre sogar in den Gemeinschaftskundeunterricht, vor allem wenn man die Jugendlichen zur demokratischen Teilhabe motivieren wolle, ärgerte sich die SPD-Stadträtin.

Ernes Barnet (Grüne) teilte diese Kritik und empfahl der Stadtverwaltung, mal beim THG nachzuhaken. Bürgermeister Dirk Harscher versprach, mit der Schulleitung diesbezüglich Kontakt aufzunehmen.

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