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Schopfheim Neues Leitbild für die städtischen Kitas

Christoph Schennen

Das neue Leitbild der städtischen Kitas wurde im Verwaltungs- und Finanzausschuss vorgestellt. Es setzt auf gegenseitige Wertschätzung, Toleranz, Vielfalt und eine ganzheitliche Entwicklung des Kindes.

Das Leitbild ist als achtseitige Broschüre erschienen. „Das Leitbild ermöglicht Orientierung und ein Wir-Gefühl für alle Menschen, die mit der Kita zu tun haben“, sagte Claudia Trippel, Professorinnen an der Hochschule Kehl, die bei der Moderation des Leitbild-Prozesses federführend und im Ausschuss per Videoübertragung zugeschaltet war. „Es ist ein Leistungsversprechen für die Mitarbeitenden, die Kinder, die Eltern und die Träger.“ Das bestehende Leitbild stammte aus dem Jahr 2007 und war „doch etwas in die Jahre gekommen“, wie die Verwaltung in ihrer Vorlage einräumt.

Partizipativer Prozess

Wichtiger Teil der Arbeit am neuen Leitbild war ein Workshop Anfang Februar, an dem die Leitungen der sieben Kitas, die Elternvertreter und Vertreter der Stadt als Kita-Träger teilnahmen – insgesamt 19 Personen. Auf diesem Workshop wurden Leitsätze, Ziele und gemeinsame Werte formuliert. Nach einer Online-Besprechung Ende Februar mit Stefanie Rümmele, Kita-Leiterin Hintermatt, Christoph Wangler vom Gesamtelternbeirat und Patrik Bender von der Stadtverwaltung konnten Trippel und ihre Kollegin Beatrice Hurrle das Leitbild fertig stellen.

Das Werk ist untergliedert in sechs Themenfelder: „Willkommen sein“, „Lern- und Entwicklungsorte bieten“, „Gemeinschaft leben“, „Vielfalt schätzen“, „Qualität schaffen“ und „Netzwerk pflegen“. Betont wird unter anderem, dass „jedes Kind als eigenständige Persönlichkeit mit seinen individuellen Fähigkeiten“ willkommen geheißen wird. „Wir stellen die ganzheitliche Entwicklung des Kindes in den Fokus unseres Wirkens“ heißt es unterm Feld „Lern- und Entwicklungsorte bieten“. Im Bereich „Gemeinschaft leben“ steht die Begegnung auf Augenhöhe im Mittelpunkt: „Wir verstehen das Verhältnis zwischen Familien und pädagogischen Fachkräften als Erziehungspartnerschaft“heißt es hier unter anderem.

Trippel betonte: „Wir bieten mehr als die Erziehung der Kinder zur Schulfähigkeit.“ Das Leitbild müsse nach innen und außen kommuniziert werden und werde nun in den Kitas vorgestellt. Aus ihm würden Ziele abgeleitet und Maßnahmen durchgeführt. Trotz des Leitbilds bleibe die Individualität der Kita erhalten, versicherte sie.

Identifikation ist wichtig

Teresa Bühler (SPD) nannte das Leitbild „visuell sehr gelungen“ und wollte wissen, wie man die Erzieherinnen abhole, um eine Identifikation mit dem neuen Leitbild zu erreichen. Marianne Merschhemke (Grüne) fragte nach den Kosten für das Leitbild. 6500 Euro, vermeldete Patrik Bender. Sven Hendrik Wünsch (Freie Wähler/FW) beglückwünschte die Verwaltung „zu einem guten Leitbild“. Er regte an, das Werk auch den anderen Kita-Trägern nahezubringen. Das sei bereits geplant, so Bender: In der Trägerkonferenz im Juni werde es vorgestellt. Allerdings hätten evangelische und katholische Kirche ihr eigenes Leitbild.

Heidi Malnati (CDU) findet das Leitbild „sehr gut“. „Es ist schön und sinnvoll, dass Werte wie Demokratie und christliche Werte unterstützt werden.“ Ernes Barnet (Grüne) sagte: „Wir müssen jetzt Ziele entwickeln, Maßnahmen ausarbeiten und diese evaluieren.“

Hildegard Pfeifer-Zäh (FW) gefällt besonders die im Leitbild verankerte Begegnung auf Augenhöhe und dass das Verhältnis zwischen Familien und pädagogischen Fachkräften als Erziehungspartnerschaft angesehen wird.

Bürgermeister Dirk Harscher betonte, die größte Herausforderung sei es nicht Kitas zu bauen, sondern qualifiziertes Personal zu finden.

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