Schopfheim Neues Zuhause für die Sportler in der Stadt

Schopfheim - Ein neues Kapitel wurde beim (fast) 40-Millionen-Euro-Großprojekt Campus aufgeschlagen, und es ist eines, das ausschließlich für strahlende Mienen sorgt. Am Montag wurde der Grundstein für die neue Sporthalle gelegt, künftige Heimat für den Schul- und Hallensport der Schopfheimer Vereine. Außerdem wurde beim Neubau der Gemeinschaftsschule Richtfest gefeiert.

Oktober 2019: Es schüttet wie aus Kübeln, als Bürgermeister Harscher und viele andere den Grundstein für das Großprojekt Campus legen. Juli 2020: 32 Grad, die Sonne brennt, als Harscher und seine Mitstreiter erneut eine Zeitkapsel befüllen, die in den Grundstein versenkt wird, diesmal für die neue Sporthalle.

„Startschuss für den zweiten Bauabschnitt“

Die Grundsteinlegung für die Halle zwischen Roggenbach- und Feldbergstraße sei der „Startschuss für den zweiten Bauabschnitt“, betonte Dirk Harscher, der allen am Bau Beteiligten dankte. Die neue Sporthalle sei bereits das dritte Gebäude, das im Geist des Sports an dieser Stelle errichtet werde. Wurde Anfang des 20. Jahrhunderts noch in der Schulaula geturnt, so entstand in den 70er Jahren die jetzige Sporthalle, die nach 50 Jahren als Mittelpunkt für den Schul- und Vereinssport ihrem Ende entgegensieht.

Bürgermeister Harscher erinnerte daran, dass in der bestehenden, altgedienten Halle der Friedrich-Ebert-Schule Sportgeschichte geschrieben worden sei. Hier seien Aufstiege gefeiert, und hier sei bei Abstiegen durch das „Tal der Tränen“ gegangen worden, hier gab es volle Tribünen, früher gar Ringkämpfe, und in der alten Halle seien viele Jugendliche für den Sport begeistert worden, urteilte Harscher in seinem „Nachruf“ auf die alte Halle.

Prominente Fußballprofis wie Stefan Müller, Thomas Hauser und Margarita Gidion hätten dort gespielt. Eine Sanierung indes wäre zu aufwendig gewesen, so Harscher. Deshalb sei der Neubau die richtige Entscheidung gewesen. Im übrigen könnten die Vereine die alte Halle bis zur Fertigstellung der neuen im Jahr 2022 nutzen; erst dann werde sie abgerissen.

Harscher: „Das ist der nächste Meilenstein“

Die neue Sporthalle mit drei Spielfeldern und einer Tribüne mit 388 Sitzplätzen wird auch ein 600 Quadratmeter großes Foyer für Vereinsveranstaltungen bieten. Harscher bezifferte die Kosten für den Sporthallenbau auf 12,1 Millionen Euro. 55 Prozent der Bauaufträge seien schon vergeben. Im Herzen des Campus werde auch das neue Jugendzentrum (JuZ) entstehen.

Matthias Seyfert vom Architekturbüro 1 aus Linz, das den Wettbewerb für sich entschieden hatte, führte bei der Grundsteinlegung die drei Funktionen von Architektur als gebaute Umwelt aus: Werkzeug-Funktion (Raum und Fläche), Atmosphäre („Jeder merkt sofort, dass er in einer Turnhalle ist“) und Symbolfunktion (Bildung, Schule). Bei dieser Investition in Kinder und Jugendliche gehe es nicht ums Sparen, sondern ums Geld ausgeben.

Dafür, dass die Vereine bis zur Fertigstellung der neuen Sporthalle die alte weiter nutzen dürfen, dankte Gernot Lay vom Handballsportverein (HSV) Stadtverwaltung und Gemeinderat. Ansonsten wäre die Existenz mancher Vereine gefährdet gewesen.

Der offene Platz zwischen Roggenbach- und Feldbergstraße sei das Herz des Campus und für alle Schopfheimer da, so Lay. Bei allen finanziellen Problemen dürften sich die Vereine nun auch auf die neue Halle freuen; für die Handballer sei sie das neue Zuhause, ein Platz der Begegnung und fürs Vereinsleben. Mit der großzügigen Lobby werde dem Rechnung getragen. Die gut durchdachte Konzeption für die Schnittstelle unterschiedlicher Anforderungen (Schul-/Vereinssport) werde dazu beitragen, den Sport noch erlebbarer zu machen und für noch mehr Atmosphäre an Spieltagen zu sorgen. Die Vereine hätten den Bau unterstützen wollen; allerdings mache ihnen die Pandemie derzeit einen Strich durch die Rechnung. Wer hier den Vereinen helfen wolle, könne sich gerne melden.

Bauleiter Ingo Herzog sprach den dreimonatigen Aushub an, der für die Sporthalle notwendig gewesen war. Baubeginn sei im Februar gewesen, seit sechs Wochen schon werde betoniert.

Schließlich wurde die Zeitkapsel befüllt und in den Grundstein gelegt. Der Inhalt, über den sich vielleicht einmal nachfolgende Generationen freuen werden, enthält neben den Ausgaben der beiden örtlichen Tageszeitungen eine von Schülern erstellte Liste sportlicher Rekorde, die in der alten Sporthalle aufgestellt worden sind (zum Beispiel 1,78 Meter im Hochsprung); die Liste hatten Schüler der Friedrich-Ebert-Schule (Leitung: Claudia Droste-Acocella) erarbeitet.

Schüler der Johann-Peter-Hebelschule steuerten mit Schulleiterin Stefanie Jagasia-Kramer ein hölzernes Herz bei, das aus der alten Sporthalle stammt. Der HSV füllte die Kapsel mit einem Protokoll seiner Gründungsversammlung von 2014, einem Vereins-Shirt und einem Käppi, das an einen tragischen Unfall erinnert und zeigt, dass alle immer noch dazugehören. SVS-Jugendleiter Fritz Trefz­ger hatte ebenfalls ein T-Shirt mitgebracht sowie eine Niederschrift der Turniersieger.

Die Jugendpflegerinnen Silke Dantona und Katja Janker steckten ein Sportfoto in die Zeitkapsel und Architekt Seyfert aus Linz einen Satz österreichischer und deutscher Münzen.

Die neue Sporthalle, für die der Grundstein gelegt wurde, umfasst eine Grundfläche von 2638 Quadratmetern. Gebaut wird eine Drei-Feld-Sporthalle mit Tribüne, die für den Schulsport und Vereinswettkämpfe gleichermaßen geeignet ist.

Das neue JuZ entsteht auf einer Fläche von 376 Quadratmetern. Der Höhenunterschied zwischen Roggenbach- und Feldbergstraße wird mit zwei Ebenen überwunden, das JuZ bekommt eine bodentiefe Glasfassade, wird also nicht „im Keller“ sein.

Zeitplan: Im März 2021 soll Richtfest für die Sporthalle gefeiert werden, im Februar 2022 die Fertigstellung. Der Einzug des JuZ ist für 2022 geplant.

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