Schopfheim Neukredite brechen alle Rekorde

Ein verspätetes Geburtstagsgeschenk: Das Jubiläumsjahr 2015 bescherte der VR-Bank „überdurchschnittliche Zuwächse“ sowohl bei den Krediten als auch bei den Kundeneinlagen.

Schopfheim. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, erklärten die beiden Vorstände Bernhard Schlageter und Ines Niederschuh beim gestrigen Bilanzpressegespräch.

Vor allem bei den Kundendarlehen fuhr die VR-Bank ein formidables Ergebnis ein. Sie konnte das Kreditvolumen um 8,3 Prozent auf 455 Millionen Euro steigern. Davon sind über 78 Millionen Euro Neukredite – so viele wie noch nie. „Wir konnten das Rekordergebnis aus 2014 damit noch einmal übertreffen“, freute sich Bernhard Schlageter über das „beste Jahr“ in diesem Segment.

Nach seinen Worten entfielen fast zwei Drittel der Neukredite in den privaten, nur ein Drittel in den gewerblichen Kundenbereich. Das liege vor allem an der „hohen Investitionsbereitschaft“ der privaten Haushalte, die viel Geld in die Modernisierung oder Sanierung ihres Wohneigentums steckten beziehungsweise sich Wohneigentum zulegten.

Ein „gutes Wachstum“ verzeichnete die VR-Bank auch im Einlagengeschäft. Trotz der „historisch niedrigen Zinsen“ legten die Kunden insgesamt 305 Millionen Euro auf die hohe Kante – knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Unterm Strich stieg das betreute Kundenvolumen der VR-Bank (inklusive Verbund) um 57 Millionen auf 910 Millionen Euro, das entspricht einer Steigerung von 6,7 Prozent. Der Jahresüberschuss dürfte sich nach Schlageters Worten auf dem Niveau von

4,75 Prozent Dividende

2104 bewegen (rund 650 000 Euro). Sofern die Vertreterversammlung zustimmt, wird das Kreditinstitut mit dem Löwenanteil davon die Eigenkapitaldecke stärken. 250 000 Euro sollen als Dividende in Höhe von 4,75 Prozent an die Mitglieder fließen.

„Darin ist aber ein Jubiläumsbonus enthalten“, betont Bernhard Schlageter. Dass die Dividende in den kommenden Jahren noch einmal so hoch ausfällt, ist eher fraglich. Denn: „Das anhaltend niedrige Zinsniveau macht uns Sorgen“, räumen die beiden Vorstände ein. Auf der einen Seite scheuen die Kunden immer mehr, ihr Geld mittel- und langfristig anzulegen. Auf der anderen Seite schmelzen den Banken die Einnahmen aus den Krediten weg.

„Die Erträge werden in Zukunft deutlich niedriger ausfallen, weil der Zinsüberschuss als Haupteinnahmequelle sinkt“, so Bernhard Schlageter. Für seine Vorstandskollegin Ines Niederschuh steht deshalb außer Frage, dass künftig die Dividende „auf dem Prüfstand steht“.

Die beiden VR-Bank-Vorstände blicken insgesamt denn auch eher verhalten in die Zukunft. Bernhard Schlageter ist überzeugt davon, dass die „Niedrigzinsphase insgesamt schädlich ist“ – und zwar nicht nur für die Banken, sondern auch für Kunden und Verbraucher allgemein. „Die kommenden Jahre werden spannend“, glaubt auch Ines Niederschuh.

Um so lieber blicken beide aufs Jubiläumsjahr 2015 zurück, das nicht nur betriebswirtschaftlich ein sehr erfolgreiches war. Die VR-Bank feierte ihr 150-jähriges Bestehen – nicht mit großen Veranstaltungen, sondern indem sie sich im sozialen und gemeinnützigen Bereich engagierte. So unterstützte sie den Bau des neuen Kinderspielplatzes im Stadtpark mit einer Spende von 50 000 Euro (wir berichteten). Das habe der Bank eine „überaus positive Resonanz“ eingebracht.

Von der IHK gab es zum Jubiläum eine Ehrenurkunde. Die VR-Bank sei seit ihrer Gründung ein „wichtiger Partner“ für die mittelständischen Unternehmen der Re-

Erträge werden sinken

gion und für die Menschen ein „verlässlicher Arbeitgeber“, erklärte Alexander Graf von der IHK bei der Übergabe der Urkunde.

Derzeit beschäftigt das Kreditinstitut 92 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende. Mit 11 675 Mitgliedern ist die VR-Bank nach eigenen Angaben „die größte Personenvereinigung“ im mittleren und oberen Wiesental.

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