Bürgermeisterkandidat und Stadtrat Thomas Gsell vertritt die Auffassung, dass sowohl die Zukunftsvisionen als auch die laufenden Großprojekte die volle Aufmerksamkeit des Bürgermeisters verlangen.

Schopfheim. Diese Projekte bedürften auch einer sorgfältigen Balance der finanziellen Möglichkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung des Kandidaten. Deshalb wolle Gsell die gesetzliche Möglichkeit, zwei Amtsperioden zu erfüllen, ausnutzen.

Bei der Lösung diffiziler Verwaltungs- und Führungsaufgaben kämen ihm sein abgeschlossenes Studium zum Diplom-Verwaltungswirt, seine jahrelange Tätigkeit im Personalrat und seine große Erfahrung als ehrenamtlicher Bürgermeisterstellvertreter zugute.

So sei zum Beispiel das Campus-Projekt der Friedrich-Ebert-Schule ein hervorragender Beitrag für die Bildung der Kinder, aber auch das wohl finanziell ambitionierteste Projekt der vergangenen Jahre. Hier müssten die aktuellen Anforderungen in ein finanzielles Gleichgewicht gebracht werden. „Das bedarf einer engen Zusammenarbeit der Verwaltung, der Planer, des Gemeinderats und politischer Unterstützung in Zuschussfragen“, betont Thomas Gsell.

Nachdem zwar die Bauarbeiten am gewerblichen Teil des Uehlin-Projekts zügig voranschreiten, so Stadtrat Gsell, sei er aber mit der zähen Entwicklung der Uehlin-Häuser in der Hauptstraße äußerst unzufrieden. Seit Monaten warte der Gemeinderat auf den abschließenden Bescheid des Denkmalamtes.

Gsell trägt den Mehrheitsbeschluss des Gemeinderats, die Häuser abzureißen und einem Investor die Möglichkeit zu geben, ein sinnvolles Konzept zur gewerblichen und wohnungswirtschaftlichen Nutzung zu bieten, mit. Die Umwidmung der Scheffelstraße in eine Fußgängerzone biete einen wichtigen Beitrag zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt.

Um den Marktplatz autofrei zu bekommen, so Gsell, seien weitere Parkmöglichkeiten im Bahnhofsbereich zu schaffen. Langfristig gesehen sollte überlegt werden, ob die Stadtverwaltung in einem zentralen Gebäude konzentriert werden kann.

Eine große Herausforderung sieht Stadtrat Gesell im Thema Wohnungsbau. Die Stadt sei in den letzten Jahren einwohnermäßig stark gewachsen. Trotzdem bestehe große Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für mittlere und kleinere Einkommen. Die Stadt könne jedoch nur auf Grundstücke, die in ihrem Besitz sind, zurückgreifen und Einfluss nehmen. Dann wäre auch die Festlegung auf einen bestimmten Prozentsatz für Sozialwohnungen möglich.

Thomas Gsell will im Falle seiner Wahl wieder die Bürgersprechstunden einführen, um den direkten Kontakt mit den Menschen zu bieten. Ein Gemeinwesen könne nur mit gut informierten und ehrenamtlich engagierten Bürgern gut funktionieren. Über die berechtigt vorgetragenen Anliegen und deren Lösungen werde er regelmäßig im Gemeinderat berichten. Auch die Transparenz der Entscheidungsfindungen und mehr Bürgerbeteiligung hält er für verbesserungsfähig. Er sei auch zugänglich für direkte Klagen und Mängelkritik, so Gsell.

Ein offenes Ohr habe er für die Belange der Ortsteile, in denen er sich in den nächsten Wochen persönlich vorstellen und sich vor Ort die Anliegen und Sorgen anhören werde. Großen Wert lege er auch auf deren Eigenständigkeit. Ein wichtiger Bestandteil ist für Gsell die Investitionspauschale für die Ortsteile, über die die Ortschaftsräte frei verfügen können.