Schopfheim Optimale Aufzucht erlernen

Die Kursteilnehmer mit Leo Famulla, Zuchtobmann des badischen Imkervereins (im Vordergrund). Foto: zVg Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim. Neben der Ertragsstärke für ergiebige Honigernten stehen bei der Königinnenzucht auch die Bienengesundheit und insbesondere die Widerstandskraft gegen den gefährlichen Parasiten Varroa im Vordergrund.

Um Imkern das nötige Wissen zu vermitteln, hatte der Imkerverein Schopfheim einen Königinnenzuchtkurs organisiert. Unter der Leitung von Leo Famulla, Zuchtobmann des badischen Imkervereins, erlernten mehr als 20 Imker bereits im Frühjahr im Vereinsheim in Raitbach die Theorie.

Experte Famulla brachte seine langjährige Erfahrung als Zuchtobmann und seine Erkenntnisse aus der eigenen Imkerei mit ein. Auch die Praxis kam nicht zu kurz. An fünf Terminen konnten die Imker am Bienenstand des Imkervereins zusammen die wichtigsten Handgriffe und die einzelnen Schritte der Königinnenzucht üben.

Am ersten Termin wurden Pflegevölker aufgestellt, die optimal für die Aufzucht von neuen Königinnen vorbereitet werden. Am zweiten Termin wurden beim Umlarven den Pflegevölkern jüngste Maden von ausgewählten Zuchtköniginnen zugegeben. Diese Maden wurden von den Pflegevölkern in den nächsten fünf Tagen mit Gelee Royale gefüttert, damit aus ihnen in den verschlossenen Brutzellen neue Königinnen heranwachsen können.

Am dritten Termin wurden die verschlossenen Brutzellen mit kleinen Käfigen geschützt, damit sich mehrere Jungköniginnen beim Schlüpfen in einem Bienenvolk gegenseitig keinen Schaden zufügen können. Oft werden zu diesem Zeitpunkt die Königinnen auch schon dem Pflegevolk entnommen und auf einzelne kleine Bienenvölker aufgeteilt.

Kurz nach dem Schlüpfen werden die Jungköniginnen dann mit einigen Begleitbienen „gekäfigt“ von einem Mitglied des Imkerverbandes zur Inselbelegstelle Juist in der Nordsee gebracht. Auf der Insel leben nur Drohnen von ausgewählten Bienenvölkern, und somit ist sichergestellt, dass die Jungköniginnen auch nur von diesen befruchtet werden. Auf dem Land kann dieser Vorgang weniger beeinflusst werden, da sich hier bei der Befruchtung auch ungewollte Drohnen an der Begattung beteiligen und somit das zukünftige „Bienenmaterial“ ungünstig beeinflussen könnten.

Kurze Zeit nach der Befruchtung wurden die Jungköniginnen wieder in diese Region zurücktransportiert, so dass sie dann zusammen mit ihren Begleitbienen ein starkes und gesundes Bienenvolk aufbauen können.

Der Intensivkurs des Imkervereins traf auf großes Interesse, so dass die verfügbaren Plätze sehr schnell ausgebucht waren. Die Erfahrung von Kursleiter Leo Famulla ist, dass sich aus solchen Königinnenzuchtkursen oft lokale Züchtergruppen entwickeln, die dann in den folgenden Jahren die Königinnenzucht in eigener Verantwortung fortführen und ihr Wissen auch weiteren Imkerkollegen gerne weitergegeben.

u Bei entsprechendem Interesse wird es im kommenden Jahr voraussichtlich noch einen Aufbaukurs über die Leistungsprüfung von Bienenköniginnen geben. Dort erfahren die Teilnehmer, welche Kriterien bei der Selektion von Zuchtvölkern wichtig sind und wie diese Eigenschaften am Bienenvolk auch gemessen werden können.

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