Schopfheim „Ping Pong Parkinson“

Die Hand-Augen-Koordination wird beim Tischtennisspiel geschult. Foto: © Wissam Santina – stock.adobe.com

Ein 65-Jähriger aus Kürnberg ist Initiator einer ganz besonderen Ping- Pong-Gruppe: Der Tischtennis-Club Wehr plant eine Ausweitung seines Spektrums um eine spezielle Trainingsgruppe für an Parkinson erkrankte Menschen.

Schopfheim-Kürnberg (ma). Thomas Gremm-Roloff, selbst an Parkinson erkrankt, ist überzeugt von der Wirksamkeit des Spiels mit dem Schläger. Vor rund vier Jahren erhielt er die Diagnose. Seit gut einem halben Jahrspielt er Tischtennis und hat festgestellt: „Wenn ich Ping Pong spiele, fühle ich mich hinterher fitter und kann sogar kognitive Aufgaben leichter lösen.“

In Anbetracht einer stetig älter werdenden Bevölkerung sei das Tischtennisspielen eine mit geringem Aufwand zu realisierende sportliche Betätigung, die die körperliche und mentale Fitness fördert und zudem noch Spaß macht, erläutert Thomas Gremm-Roloff, der in Schopfheim einen Antik-Möbel-Markt führt.

Der amerikanische Musiker Nenad Bach habe etwa fünf Jahre nach seiner Diagnose keine Gitarre mehr spielen können. Zu dieser Zeit habe ihn ein Freund zum Tischtennis eingeladen. Nenad Bach habe positive Effekte bemerkt und fortan regelmäßig zwei bis drei Mal pro Woche trainiert. Nach ungefähr einem halben Jahr habe er sogar wieder beginnen können, Gitarre zu spielen. Nachhaltig beeindruckt hat er daraufhin 2017 „Ping Pong Parkinson“ gegründet, eine mittlerweile weltweit aktive Vereinigung.

„Aktive Selbsthilfe“

„Ping Pong Parkinson“ Deutschland besteht seit 2020 und hat es sich zur Aufgabe gemacht, bundesweit Tischtennis für Menschen mit Parkinson anzubieten, und zwar unabhängig von den persönlichen Tischtennis-Erfahrungen, also auch für Anfänger. Der Tischtennis-Bundestrainer und frühere Weltmeister Jörg Rosskopf hat die Schirmherrschaft für den Verein übernommen.

Anfang September 2021 fand in Nordhorn (Niedersachsen) ein großes Tischtennisturnier für Menschen mit Parkinson statt, berichtet Thomas Gremm-Roloff, der selbst vor Ort war und die Lebensfreude und Energie selbst von langjährig Erkrankten beim Tischtennis erlebt hat. Die German Open verzeichneten 90 Teilnehmer aus 13 Nationen. Eine Woche später folgte in Berlin die Weltmeisterschaft.

Nun solle zu den bereits mehr als 80 bundesweit eingerichteten „Ping Pong Parkinson-Gruppen“ eine weitere in Wehr beim TTC hinzukommen. Interessierte können sich beim TTC Wehr oder direkt bei Thomas Gremm-Roloff unter Tel. 0176 / 966 003 54 melden, sich informieren und konkrete Möglichkeiten individuell absprechen.

Denn das Tischtennisspiel ist so viel mehr als eine rein körperliche Bewegung. „Wir verstehen Tischtennis als aktive Selbsthilfe gegen Parkinson. Auch der gegenseitige Austausch unter den Betroffenen ist ein ganz wichtiger Baustein der örtlichen Gruppen“, betont Thorsten Boomhuis, Vorsitzender von „Ping Pong Parkinson Deutschland“.

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