Schopfheim Polit-Talk bei Pizza und Bionade

Unterm Titel „Politik & Pizza“ stellten sich am Mittwoch die drei Bürgermeisterkandidaten Roland Matzker, Josef Haberstroh und Dirk Harscher (Thomas Gsell war verhindert) den Nachwuchswählern.

Von Anja Bertsch

Schopfheim . Das Format zog: Etwa 80 Jugendliche strömten ins evangelische Gemeindehaus, um den Bewerbern in lockerer Runde auf den Zahn zu fühlen – und ihre Eindrücke in eine Entscheidung für die Bürgermeisterwahl am 7. Oktober umzumünzen. Schließlich dürfen dabei erstmals schon 16-jährige an die Wahlurne.

Die Initiative für die Veranstaltung kam von den beiden Oberstuflern Jonathan Noch und Tobias Nüssle vom THG. Sie hatten sich für die Organisation das Kreisjugendreferat, das Stadtjugendreferat und die evangelische Bezirksjugend an die Seite geholt.

Als Moderatoren sorgten Noch und Nüssle mit kleinen Impulsen zur richtigen Zeit dann auch dafür, dass sich über einen ausgiebigen Diskussionsabend hinweg ein lebhafter Austausch zwischen den Kandidaten und den Jugendlichen entwickelte. Wer immer Bürgermeister wird: Aus den Fragen, Gesprächen und Ansagen der Jugendlichen dürfte er einige Impulse und manch neue Perspektive mit ins Amt nehmen.

Im Vorfeld des Veranstaltungen hatten die Initiatoren unter ihren Mitschülern eine Umfrage gestartet, um herauszufinden, was die Jugendlichen in Bezug auf ihre Heimatstadt umtreibt, welche Orte sie besuchen und was sie sich vom neuen Bürgermeister wünschen.

Ein erstes Thema, das die Moderatoren daraus aufs Tapet brachten, war ein mangelhaftes Sicherheitsgefühl, das die Jugendlichen an manchen Orten in der Stadt beschleicht.

„Orte“ war denn auch das Stichwort, das zum nächsten größeren Thema führte, das die Jugendlichen umtreibt: In Schopfheim, so der Tenor, gibt’s zu wenige Plätze, „an denen man sich einfach treffen kann.

„JuZ“ und „Irrlicht“ als die beiden Ankerpunkte im städtischen Jugendangebot sprechen beide offenbar nicht unbedingt die breiten Massen an – zumindest nicht derer,

Zu wenig Orte, an denen man sich treffen kann

die an diesem Abend im Gemeindehaus waren. Um aber die Jugendorte aufzusuchen, die es in Basel oder Lörrach vielleicht gibt, bräuchte′es einen besseren und vor allem „späteren“ öffentlichen Nahverkehr, so ein weiteres Anliegen.

Vom ausbaufähigen Nahverkehr wiederum war’s nur ein Katzensprung zu der aus Jugendsicht reichlich angestaubten Öffentlichkeitsarbeit der Stadt: Gegenüber den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram spielt eine klassische Homepage wie die der Stadt bei der jugendlichen Netznutzung schlichtweg keine Rolle. „Ich war auf der Homepage nur einmal drauf, um was über die Busverbindung herausbekommen. Und das hat auch nicht geklappt“, schilderte eine Teilnehmerin ernüchtert.

Neben solch dezidiert „jungen“ Anliegen kamen auch allgemeinere Themen zur Sprache. Die Frage etwa, wie die Kandidaten als Bürgermeister mit dem engen städtischen Finanzkorsett umgehen würden. Oder auch ein kritisches Hinterfragen des Wachstumsmantras: „Ich will gar nicht, dass Schopfheim immer weiter wächst. Es wurde schon so viel zugebaut – ein paar grüne Flecken müssen doch einfach bleiben“, erklärte eine Jugendliche, um von hier aus über die persönliche Erfahrung den Brückenschlag zurück zu den „Jugendorten“ zu vollziehen: Der Eisweiher sei ein solcher Treffpunkt gewesen. „Jetzt nicht mehr.“

Die Kandidaten nahmen die Wortmeldungen interessiert auf, nutzten ihrerseits die Gelegenheit, per Rückfragen tiefer in die Themen einzusteigen und signalisierten unisono, dass sie die Belange der Jugendlichen aus dem Amt des Bürgermeisters heraus sehr ernst nehmen wollen.

Bei dem regen Austausch, der sich zwischen Podium und Besucherrängen entwickelte, kam der von den Moderatoren nach 90 Minuten eingeläutete Übergang zum zweiten Teil der Veranstaltung. Dieser ebnete aber den Weg für eine zweite Runde, in der sich die große Versammlung in drei Tischrunden auflöste und auf andere Art und Weise ergiebig war: Die Jugendlichen hatten nun Gelegenheit, die einzelnen Kandidaten bei Bionade und Pizza nochmals im direkten Gespräch zu löchern.

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