Schopfheim Kommentar: Prägende Figur der Stadtpolitik

Von Werner Müller

Ein Abschied. Eine Zäsur. Ein Verlust. – Es gibt viele Worte, um den Rückzug von Artur Cremans aus dem Gemeinderat zu beschreiben. Doch keines von ihnen wird dem Einschnitt, um den es dabei geht, wirklich gerecht – alle besagten Worte zusammen vielleicht noch am ehesten.

Denn mit Artur Cremans, dem vermeintlich ewigen Fraktionsvorsitzenden der SPD, kehrt eine, wenn nicht sogar die prägende Figur der Schopfheimer Kommunalpolitik der letzten Jahrzehnte dem Stadtparlament den Rücken.

Er wird allen fehlen – seinen Genossen in erster Linie, aber auch dem Gemeinderat insgesamt, der Verwaltung und – nicht zuletzt – der Stadt in Gänze.

Mit der jahrzehntelangen Erfahrung als Stadtrat, seinem wachen politischen Verstand, seinem umfassenden Wissen vor allem in Haushalts- und Personalfragen und seiner Schlagfertigkeit in hitzigen Debatten war er wertvoller Ratgeber, respektierter Wortführer und in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat zugleich.

Aus seiner tiefen parteipolitischen Verankerung machte der einstige Referent Walter Fallers zwar nie einen Hehl, auf seine SPD ließ er, trotz mancher Enttäuschung, nie etwas kommen – und dennoch schlug Cremans im Stadtparlament auch Brücken in andere politische Lager.

Natürlich: Der gewiefte Politprofi ging einem Streit nie aus dem Weg, legte die Finger in so manche Wunde, bohrte hartnäckig nach und ließ sich mit halbgaren Antworten auf kritische Fragen nicht abspeisen

. Nein, ein bequemer Stadtrat war der leidenschaftliche Kommunalpolitiker in all den 40 Jahren wahrhaftig nicht. Doch bei alledem ging es ihm vorrangig nie um sich selbst oder um seine Partei, sondern einzig um das Wohl der Stadt und ihrer Bürger.

Und genau deshalb werden ihn nicht nur seine Genossen spätestens ab dem 13. Juli 2020 so sehr vermissen. Wie gesagt: eine Zäsur und ein Verlust – für alle.

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