Schopfheim Riesenregenwurm und fette Ameise

Schopfheim-Wiechs - Das Ökomobil, ein „rollendes Naturschutzlabor“, hatte sich für seinen Aufenthalt einen idyllischen Standort mit Panoramablick am Waldrand beim Hollbergweg ausgesucht.

Die Unterrichtsreihe mit den Viertklässlern der Grundschule begann mit Sonnenschein, aber kühlen Temperaturen. Die Schüler durften mit der Referentin des Ökomobils, Angelika Schwarz-Marstaller, und der Praktikantin im Freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ), Paula Edin, forschen, Neues entdecken und den Wald erleben.

Die Kräuterpädagogin und ehemalige Lehrerin der Grundschule, Gertrud Koch, unterstütze die beiden, indem sie jeweils mit der Hälfte der Klasse eine Exkursion in den Wald machte und die Kinder auf eine spannende Entdeckungsreise mitnahm.

Kräuterkunde am Wegesrand

Die Kräuterexpertin lehrte die Kinder auf ihrem Rundgang, nicht achtlos am Weg entlangzugehen, sondern den Blick auf die unscheinbaren Gräser, Kräuter, Büsche und Bäume zu lenken.

So erfuhren die Kinder Ungeahntes über die Früchte des Eichenbaums, die Eicheln. Die Bauern verfütterten diese früher zum Beispiel an die Schweine, Uroma und Uropa machten daraus sogar genießbaren Kaffee. Die kleinen Eicheln kann man auch zum Brotbacken benutzen. Um die Früchte zu essen, muss man sie zuerst rösten und dann wässern.

Kaum zu glauben auch, für was der Spitzwegerich, zu Unrecht oft als Unkraut bezeichnet, gut ist: Mit seinem Antihistamingehalt ist er ein perfektes Heilmittel gegen Insektenstiche, auch als Hustentee oder als Beilage zur Suppe mit einem ausgesprochenen Champignongeschmack ist er verwendbar.

Hochinteressant wurde es bei der Brennnessel. Sie gilt als Heilmittel, und die zarten Blätter können mittels Anrösten in heißer Butter in leckere kalorienarme Chips verwandelt werden. Die blühenden Brennnesseln tragen Samenkapseln, die als Gewürz nussig schmecken, wie die Kinder beim Probieren feststellen konnten.

Ein kleiner Forscher entdeckte unterhalb eines Brennnesselblatts eine Gallmückenlarve, die es sich dort bequem gemacht hatte.

Auf Schritt und Tritt ging es weiter mit Entdeckungen des Weiß- und Schwarzdorns oder des Wiesenlabkrauts, das wie Erbsen schmeckt und für Smoothies verwendet werden kann.

Währenddessen durfte die andere Hälfte der Klasse mit den Betreuerinnen vom Ökomobil auf Insekten- und Pflanzenexkursion in den Wald gehen, um diese anschließend unter dem Mikroskop anzusehen. Hier stellten die Kinder fest, dass der intensive Regen der vergangenen Tage kaum drei Zentimeter tief in den Waldboden sickerte und darunter immer noch Trockenheit herrscht.

Die Viertklässler durften ihre Funde – Ameisen, Asseln, Tannenzweige, Nachtfalter oder ein Hundertfüßer – anschließend unter dem Mikroskop betrachten. Per Live-Übertragung zum Monitor des Ökomobiles konnten

Insekten unter dem Mikroskop

die Kinder Details zu ihren Funden direkt an ihre Mitschüler weitergeben. So war beispielsweise zu hören: „Die Tannenzweige sehen aus wie ein Dschungel“ oder: „Meine Ameise war so fett“.

Angelika Schwarz-Marstaller war besonders stolz auf ihren eigenen Fund. „Ich habe unter einem Erdhaufen einen 30 Zentimeter langen, sehr seltenen Badischen Riesenregenwurm gefunden, der sonst nur im Hochschwarzwald vorkommt“, schwärmte sie Selbstverständlich brachten die Kinder ihre Funde wieder zurück zin den Wald.

Förster Stefan Niefenthaler und sein pensionierter Kollege Helmut Bäckert griffen dem Ökomobil-Team bei der Betreuung der Erst- und Zweitklkässler zusätzlich unter die Arme.

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