Der 129 Mitglieder zählende „Freundeskreis für Kirchenmusik an den Evangelischen Kirchen in Schopfheim“ hielt im evangelischen Gemeindehaus seine Generalversammlung ab.

Von Georg Diehl

Schopfheim. Bei der Hauptversammlung lobte Vorsitzender Diether Lützelschwab die vielfältige Arbeit der Chöre und der Kirchenmusik im vergangenen Jahr, sei es bei der Gestaltung von Gottesdiensten, bei Marktmusiken, dem Orgelsommer, den Eichener Sonntagsmusiken und dem jährlichen großen Chorkonzert der Kantorei. Das von Christa Schotte verfasste Protokoll konnte im Pfarramt nachgelesen werden.

Finanzen: Die von Kassier Karl-Heinz Oehlmann verwaltete Kasse wurde von der Kassenführung als tadellos bezeichnet. Christoph Bogon freute sich, dass im Reformationsjahr großartige musikalische Leistungen vollbracht worden seien.

Ausblick: Für das neue Jahr wies er auf die vielfältige musikalische Ausgestaltung der Gottesdienste hin, wie es das gedruckte Jahresprogramm ausführlich ausweist. An Ostern und Pfingsten gibt es Fest- und sogar ökumenische Gottesdienste, bevor Konfirmationsjubiläen mit dem Pop- und Gospelchor „Resonance of Life“ ergänzt werden. An Heiligabend führt die Kantorei mit Solisten und Orchester in der Stadtkirche den ersten Teil des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach auf. Aber auch im Kirchenbezirk werden in Herten, Endenburg, Maulburg, Rötteln und Weil-Friedlingen besondere Gottesdienste mit Musik stattfinden.

An Karfreitag wird die Kantorei mit Solisten und am 11. Mai der Franz-Schubert-Chor aus Hamburg zu hören sein. Zwei Klassiker von Joseph Haydn und W. A. Mozart sind am 10. Juni zu hören.

Die Landesjugend-Kantorei Baden konzertiert am 9. September in Schopfheim. Eine Besonderheit stellt das Solo-Konzert des aus Schopfheim stammenden Geigers Eckart Lorenzen dar, der heute als Konzertmeister in Tel Aviv wirkt und der am 30. September in der Alten Kirche Sankt Michael Bach-Partiten für Solo-Violine spielt.

Das 13. Schopfheimer Adventssingen mit alten und neuen Liedern und mit dem Posaunenchor Wiesental folgt am 15. Dezember in der Stadtkirche. Hingewiesen sei auch auf die Marktmusiken, die jeweils am zweiten und vierten Samstag eines Monats in der alten Kirche St. Michael stattfinden.

Der Schopfheimer Orgelsommer beginnt am 30. Juni mit der zehnten Schopfheimer Orgelnacht und den Mitwirkenden Birgit Tittel, Andreas Mölder und Christoph Bogon. Meisterkonzerte erklingen im Juli mit Organisten aus Neuseeland, Polen, Würzburg und noch einmal aus Neuseeland. Die Eichener Sonntagsmusiken finden sechsmal statt. Schließlich informierte Christoph Bogon über den Plan, ein transportables Orgelpositiv für Eichen und andere Orte anzuschaffen. Doch dazu braucht man noch mehr Geld.

Schopfheim (gd). Vor der Generalversammlung des Freundeskreises Kirchenmusik genossen die Anwesenden in der vor 125 Jahren erbauten evangelischen Stadtkirche ein etwa einstündiges Konzert mit dem Kantor Christoph Bogon, ergänzt von Lesungen unter dem Motto „Orgel und Lyrik“ durch Klaus Dürrschnabel.

Dieser begann mit Texten unter dem Titel „Rätsel“ eines unbekannten Autors und leitete über zum Thema „Orgelspiel“ des von 1805 bis 1889 lebenden Hermann Klein. Christoph Bogon spielte passend dazu eigene Improvisationen an der Voit-Orgel auf der Empore und anschließend an der Schuke-Orgel im Chorraum.

Das Thema „Holzwurm“ des 1944 geborenen Alex Grendelmeier brachte eine lustige Note ins Spiel des Organisten, bevor von Reiner Kunze (geboren 1933) das Gedicht „Vom Hai und vom Wal, die Musik machen wollten“ den Meisterorganisten Bogon zu weiteren Höchstleistungen animierte. Von dem in München 1871 geborenen und in Tirol 1914 gestorbenen Christian Morgenstern lockte das Gedicht „Die Geruchs-Orgel“ weitere Improvisationskünste des Organisten hervor. „Der Tod als Orgelspieler“ des in Regensburg 1891 geborenen und 1964 in München gestorbenen Dichters Georg Britting bestätigte Bogons Kunst der Improvisation und Anpassung an Lyrik. Von den noch lebenden Dichtern Reinold Amann und Robert Schneider folgten „Ordnung“ und „Orgelwunder am Ostermorgen“. Mit einer Toccata und einem Fugato endete „Orgel und Lyrik“ im Orgelchoral „Christ ist erstanden“, den Christoph Bogon genial mal pedaliter oder manualiter und auch gemeinsam darbot.