Schopfheim (hjh). Zu einem Aktionstag, bei dem nicht nur die Möglichkeiten einer Mobilitätskultur im Wandel vorgestellt werden sollten, hatte am Samstag die Stadt zusammen mit dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur (MVI) eingeladen.

Das Land hat einen „Mobilitätsrechner“ entwickelt, der es erlaubt, nach alltäglichen Wegstrecken ein Muster zu erfassen und das Ergebnis mit alternativen Verkehrsmitteln zu vergleichen mit dem Ziel, einen Überblick über Kosten und Umweltverträglichkeit zu erhalten, der schließlich dafür sorgen könnte, dem einen oder anderen Zeitgenossen den Umstieg auf andere Verkehrsmittel schmackhaft zu machen.

Bürgermeister Christof Nitz wies zum Start des Events auf das „umfangreiche Maßnahmenpaket“ hin, das der Gemeinderat zum Thema Energieeinsparung und Klimaschutz beschlossen habe, zu dem die Mobilität auch dazu gehöre. „Wir versuchen, diese Themen von Seiten der Stadt in ein neues Bewusstsein zu rücken. Und da gehört natürlich so ein Tag wie heute dazu“.

Welche Alternativen zu einem Umstieg einladen, zeigte das Ministerium am Mobilitätsberatungsstand unter anderem mit Rundfahrten in einem Gratis-Rikscha-Shuttle und mit flotten Sprüchen wie „Lass uns füßeln“ und mit Versprechen wie „Die Landesregierung möchte eine Mobilitätsgarantie geben : Spätestens ab 2025 ist der Schienenverkehr im Land im Stundentakt zwischen fünf und 24 Uhr unterwegs.“

Mit ins Boot hatten die Organisatoren die Vertreter von „my-e-car“ genommen, die Probefahrten mit den E-Autos anboten, die im kommenden Jahr – so der Gemeinderat zustimmt – als doppeltes Lottchen den Mitarbeitern des Rathauses tagsüber zur Verfügung stehen sollen und die von Mitgliedern von „CarSharing“, einem Gemeinschaftsunternehmen von „Natur Energie“ und „Stadtmobil“, außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende gegen Entgelt genutzt werden können. Vertreten war „Pro Schiene“ mit den Ergebnissen ihres Malwettbewerbs über die Zukunft des ÖPNV und einem Haltestellen-Quiz, die „BI Verkehrsfreie Innenstadt“ mit ihrer jüngst vorgestellten Computersimulation einer „etwas anderen Innenstadt“ und nicht zuletzt der „Regio-Verkehrsverbund Lörrach“ (RVL) mit einem Gewinnspiel.

Umlagert waren die E-Autos, mit denen lautlose Rundfahrten durch die Innenstadt möglich waren. Und gern nahmen die Besucher Platz in den Rikschas, die mit von Elektromotoren unterstützter Muskelkraft durch Schopfheims Straßen „surrten“. Viel zu tun hatten die Mitarbeiter in der „CarSharing“-Ecke, die mit Fragen über Kosten, Sicherheit und Handling der Buchung des mit Hightech gespickten Gefährts, das einen Wirkungskreis von 150 Kilometern hat, ehe es wieder aufgeladen werden muss (Dauer an den neuen Strom-„Tank“stellen: eine Stunde), bombardiert wurden. Und auch die Damen und Herren vom MVI aus Stuttgart hatten alle Hände voll zu tun, um darzustellen, warum sie den 24 Prozent der Deutschen nacheifern sollen, die sich laut einer Studie „füßelnd“ durchs Land bewegen. Oder warum sie in „die Pedale treten“ sollen, wenn das neue Bauprogramm der Landesregierung unter anderem auf 55 neuen Radwegen an Landesstraßen (Investitionsvolumen 20 Millionen Euro) umgesetzt sein wird.

Bei den meisten Fragen, so eine Mitarbeiterin am MVI-Stand, geht es schlicht und ergreifend ums Geld. „Wenn die Leute hören, dass sie sparen können, steigt ihr Interesse stark an“, gab sie eine Erfahrung weiter, die auch andere in den Diskussionen machen durften. Zusätzliches Geld sitzt nicht gerade locker. Am liebsten investieren die Menschen in eine Mobilität zugunsten des Umweltschutzes, wenn diese Investition im gewohnten Rahmen bleibt – oder etwas darunter. Beim CarSharing wurde das besonders deutlich.