Schopfheim Sanierungen zahlen sich aus

Schopfheim - Als „Zeugnis für die kontinuierlichen Anstrengungen“ von Stadtverwaltung und Gebäudemanagement, Kosten und Verbräuche für die benötigten Energien im Auge zu behalten, gilt der 13. Energiebericht der Stadt.

„Es ist ein sehr aufschlussreicher Bericht, es ist alles durchschaubar und für jeden verständlich“, lobte Karlheinz Markstahler (Freie Wähler) bei der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses das umfangreiche Werk.

Wärme

Am positivsten sieht die Entwicklung bei der Wärme aus. Laut Energiebericht sind die tatsächlichen Verbräuche leicht gefallen. „Sehr erfreulich“ sehe es auf der Kostenseite aus: „Mit knapp 246 000 Euro wurde noch nie so wenig Geld für die Beheizung der städtischen Gebäude ausgegeben.“ Es handele sich um den niedrigsten Stand seit der Datenerfassung.

Dies sei einerseits mit den aktuellen Marktpreisen zu erklären, zweifellos aber auch mit den „kontinuierlichen Bemühungen des Gebäudemanagements für ein effektives Energiemanagement“.

Mehr als die Hälfte der verbrauchten Wärmeenergie werde in den Schulen benötigt, gefolgt von den Sport- und Festhallen. Bei der Friedrich-Ebert-Schule (Schulgebäude und Sporthalle) habe sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr ein erhöhter Wärmeverbrauch ergeben, beim THG hätten sich die Verbräuche nach der umfassenden energetischen Sanierung für rund 6,6 Millionen Euro wieder auf ein normales Maß reduziert. Dennoch führt das THG aufgrund seiner Größe die „Top Ten“ beim Wärmeverbrauch an. Mit auf dieser Liste stehen auch die Rathausgebäude.

Strom

Der städtische Stromverbrauch bewege sich mit rund 1,5 Gigawattstunden auf gleichbleibendem Niveau, heißt es weiter. Die Kosten seien gestiegen, obwohl der Preis gesunken sei. Für die Verteuerung spielten das Netzentgelt und gesetzliche Abgaben eine Rolle. Der Anteil für die Netznutzung werde weiter steigen.

Das THG führt die Liste der „Top Ten“-Stromverbraucher 2018 an; allerdings zahlten sich die Sanierungsarbeiten aus: Im zweiten Jahr in Folge sei der Stromverbrauch zurückgegangen. Der durchschnittliche Verbrauchswert in Kindergärten liege bisweilen doppelt so hoch als der in Schulen.

Ein großes Einsparpotenzial sieht das Energiemanagement bei den Stromverbräuchen in der Grundschule Langenau. Dies zeige sich besonders im Vergleich mit der Grundschule Fahrnau, wo fast die gesamte Beleuchtung modernisiert worden sei. Die Grundschule Fahrnau einschließlich Halle zeichnet sich generell aus: Günstige Energiepreise und die über die Jahre kontinuierlich reduzierten Verbräuche hätten die Heizkosten im Vergleich zu 2001 fast halbiert.

Bei der Straßenbeleuchtung ist der Stromverbrauch gesunken, obwohl sich die Anzahl der Leuchtkörper erhöht hat. Ein Negativbeispiel stellt die Stadthalle dar: Zwar sind die gravierenden Mängel nun repariert, aber die Probleme mit der mehr als 30 Jahre alten Steuerung und Lüftung machten sich 2018 mit einem gestiegenen Stromverbrauch bemerkbar. Auch der Wärmeverbrauch schoss in die Höhe.

Der Ertrag der Solarstromproduktion erhöhte sich 2018 im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Dafür sei die bislang neueste Fotovoltaikanlage auf städtischem Dach verantwortlich, die im August 2017 in Betrieb genommen wurde. „Die auf allen städtischen Dächern installierten Anlagen produzieren inzwischen ausreichend Energie, um das THG damit komplett versorgen zu können“, heißt es im Energiebericht.

Insgesamt gesehen sei festzuhalten, dass die Stromkosten inzwischen einen Anteil von 51 Prozent an den Gesamtenergiekosten der Stadt ausmachen. Vor zehn Jahren noch habe der Wärmeanteil fast 55 Prozent der städtischen Energiekosten verursacht. Weil die Stromkosten weiter steigen, so das Energiemanagement, seien stromsparende Maßnahmen künftig unerlässlich.

Wasser

Beim Wasser sind laut Energiebericht Verbrauch und Kosten etwas angestiegen, und zwar hauptsächlich in den öffentlich genutzten Räumen. Für einen Teil der Mehrkosten sei die Preiserhöhung beim Frischwasser verantwortlich.

Die Ursache für den gestiegenen Wasserverbrauch liegt laut Energiemanagement in der Bewirtschaftung der Außenanlagen, unter anderem bei den Brunnen. Zudem machte sich das trockene Jahr 2018 beim Sportplatz und bei den Friedhöfen bemerkbar. Wasserverbräuche bei den Hochbauobjekten sind indes zurückgegangen. Den höchsten Verbrauch haben auch hier die Schulen.

Ausblick

Karlheinz Markstahler drängte darauf, die vier ältesten Heizungen in städtischen Gebäuden zu ersetzen. Dies dürfe nicht aus den Augen verloren werden. Christine Griebel, European Energy Award-Koordinatorin und Energieteamleiterin, sagte, Rathaus und ehemaliges Bezirksamt würden an die Fernwärme angeschlossen. Derzeit liefen die Planungen, umgesetzt werden solle dies im nächsten Jahr.

Was die Heizungen im Alt- und im Neubau der Max-Metzger-Schule anbelange, so könnten diese beiden Gebäude nicht ans Fernwärmenetz angeschlossen werden. Hier werde aber nach Lösungen gesucht, 2020 solle das Vorhaben angemeldet werden. Nah- und Fernwärme sollen ein bestimmendes Thema werden.

CO2-Steuer

Weitere Projekte für 2019: Beginn des Campusbaus, Sanierung der bestehenden Ebert-Schule, Inbetriebnahme der Pelletsheizung für die neue Halle in Wiechs, noch ausstehende Flachdachsanierung beim THG, angepeilte Sanierung der Stadthalle im Jahr 2020, neue Warmwasserversorgung im Obdachlosenheim im Dammweg 2020, neue Warmwasserbereitung in der Hülschematthalle in Eichen.

Ein Zukunftsthema ist die mögliche Einführung einer CO2-Steuer – diese könnte gravierenden Einfluss auf die Stadt nehmen, heißt es im Energiebericht.

Die Fortschreibung des Energieberichts für 2018 wurde von Stefan Blum unter Leitung von Marlene Ehrhardt (Gebäude-/Energiemanagement) erstellt. Er ist öffentlich auf der Homepage der Stadt von jedem Interessierten abrufbar.

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