Schopfheim „Schade für unser Stadtbild“

Schopfheim -  Weg mit dem Dreck: Die Stadt sagt dem Unrat auf Straßen und Plätzen den Kampf an. „Mit Appellen allein ist es nicht getan, wir werden uns was überlegen müssen“, erklärte Bürgermeister Dirk Harscher im Gemeinderat.

Die Müll-Debatte ins Rollen gebracht hatte in der jüngsten Sitzung Heidi Malnati. Sie prangerte vor allem die Zustände am Skaterplatz im Lus an. „Alles ist vermüllt, überall liegen Scherben herum“, wetterte die CDU-Stadträtin. Auch im gesamten Quartier sehe es nicht besser aus. „Die ganze Gänsmatt ist eine Katastrophe, es gibt dort keinen einzigen Mülleimer“, sagte Malnati.

Den Ball fing Marianne Merschhemke prompt auf. Ihr waren indes die Zustände in der Stadt insgesamt ein Dorn im Auge. Überall liege Müll herum, klagte die Grüne-Stadträtin. Weil die Gasthäuser wegen Corona geschlossen seien, nähmen viele Leute ihr Essen im Freien zu sich – und schmissen dann die Verpackungen kurzerhand auf den Boden. In einigen Bereichen der Stadt gebe es zu wenig Mülleimer, „man muss sie regelrecht suchen“, meinte Merschhemke.

Auch Jeannot Weißenberger wurmten die Zustände am Skaterplatz. In dessen Nachbarschaft ansässige Firmen überlegten sogar schon, ihr Betriebsgelände einzuzäunen, weil dieses immer wieder „als Toilette“ herhalten müsse, berichtete der CDU-Fraktionschef. Mit süffisantem Hinweis auf das viel beschworene Umweltbewusstsein junger Leute – Stichwort: „Fridays for future“ – formulierte er augenzwinkernd einen leicht abgewandelten Slogan: „Fridays for suuber“.

Wilhelm Tholen, Ortsvorsteher von Raitbach, wies darauf hin, dass bei den Altkleider-Containern immer dann Probleme auftreten, wenn diese voll sind und die Leute ihre Mitbringsel einfach davor ablegen.

Felix Straub fragte sich, warum die Stadt die Sauberkeit nicht genau so streng kontrolliere wie die Einhaltung der Corona-Regeln. Auch die Bürger selbst könnten verbal einschreiten, wenn sie Müllsünder auf frischer Tat ertappen. Der Grüne-Stadtrat hielt eine gezielte Putzaktion am Skaterplatz für sinnvoll und empfahl, dort noch mehr Müllgefäße aufzustellen. Diese könnten, so Straub, ruhig „eher groß statt schön“ sein.

Auf Fragen von Teresa Bühler (SPD) erklärte der zuständige Fachbereichsleiter Jürgen Sänger, die städtischen Streetworker schauten am Skaterplatz sehr wohl nach dem Rechten – etwa zwei Mal in der Woche. Rund um die Uhr seien Kontrollen beim besten Willen nicht möglich.

Der Bürgermeister gab zu bedenken, dass der Skaterplatz wirklich sehr gut besucht sei. Das sei grundsätzlich ja auch zu begrüßen. Aber die Vermüllung auf dem Gelände sei trotzdem „nicht akzeptabel“. Mit mehr Papierkörben sei es sicherlich nicht getan. Vielmehr müsse man noch stärker auf die jugendlichen Besucher einwirken.

Das Stadtoberhaupt kündigte an, dass sich die Verwaltung Gedanken machen werde, wie man der Abfallproblematik insgesamt Herr werden könne. Denn: „Der Müll schadet unserem schönen Stadtbild“, so Harscher.

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