Zum Schlafen ins Gewerbegebiet: Der BUT-Ausschuss genehmigte in seiner jüngsten Sitzung die Pläne für den Bau eines Motels sowie von zwei Häusern mit Wohnungen für Betriebsleiter und Mitarbeiter im „Lus“ – allerdings mit kritischen Nebentönen.

Von Werner Müller

Schopfheim . „Diese Anträge haben eine längere Vorgeschichte“, sagte Thomas Gsell. Der SPD-Stadtrat spielte darauf an, dass das Thema schon mehr als einmal für Diskussionen gesorgt hatte, auch hinter verschlossenen Türen.

Tatsächlich hatte der Grundstückseigentümer das ursprünglich für eine Betriebserweiterung vorgesehene besagte Areal innerhalb der mit der Stadt vertraglich vereinbarten Zehnjahresfrist nicht bebaut. Statt dessen legte er später Pläne für ein Motel auf den Tisch. Nach kontroverser Diskussion verzichtete der Gemeinderat mit knapper Mehrheit auf das Rückkaufsrecht (wir berichteten).

Jetzt hatte der Ausschuss über geänderte Motel-Pläne zu befinden. Vorgesehen ist demnach ein dreigeschossiger Komplex mit insgesamt 46 Zimmern sowie einem gleich hohen Kopfgebäude an der Nordseite, das der Geschäftsführer des künftigen Motels mit seiner Familie bewohnen soll.

Auf dem Grundstück direkt gegenüber ist ein weiteres Doppelhaus geplant, das der Inhaber des dort bereits vorhandenen Gewerbebetriebes bewohnen soll.

Am Ratstisch bestand denn auch Diskussionsbedarf. Für den Motel-Bau gebe es ja auch eine Frist, sagte Kai Horschig (Freie Wähler) und wollte wissen, was passiert, wenn der Beherbergungsbetrieb innerhalb dieser Zeitspanne doch nicht verwirklicht sei. „Dann hat die Stadt das Recht, das Grundstück zurückzukaufen“, so die Auskunft von Bürgermeister Christof Nitz.

Andreas Gsell, als sachkundiger Bürger für die SPD am Ratstisch, erinnerte an die „großen Diskussionen über Wohnungen im Gewerbegebiet“.

Sei doch die Frage, ob es in Ordnung sei, relativ günstig Gewerbefläche zu kaufen und darauf dann Wohnungen zu bauen. Ursprünglich sei es auf dem betreffenden Areal nur um ein Motel gegangen. Jetzt gehörten plötzlich auch Wohngebäude dazu. Gsell wollte wissen, ob es für den Wohnungsteil keinen Schlüssel gebe. Ein gewisses Verhältnis müsse doch gewahrt bleiben.

In neuen Bebauungsplänen gelte für das Verhältnis von n Gewerbe und Wohnen ein Schlüssel von 70 zu 30, antwortete Jochen Sutter von der Bauverwaltung. Der Bürgermeister versprach, die vorliegenden Pläne daraufhin noch einmal anzuschauen.

Jeannot Weißenberger (CDU) fragte sich, wer denn prüfe, ob in den Wohnungen tatsächlich Betriebsmitarbeiter wohnen.

Der BUT-Ausschuss segnete die Motel-Pläne samt Wohngebäuden bei zwei Gegenstimmen von der SPD (Thomas Gsell und Thomas Jost) am Ende mehrheitlich ab.