Schopfheim Solidarische Landwirtschaft schlägt in Kürnberg Wurzeln

Schopfheim-Kürnberg - Die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) ist auch in der Markgrafenstadt angekommen. Auf einem Acker in Kürnberg, auf einer Fläche von 1,2 Hektar mit Blick auf die Hohe Möhr, fing es im April an.

Mit Erfolg: Die Initiative ist ausgesprochen gut „aus den Startlöchern gekommen“, wie Susanne Fink, eine der Mitbegründerinnen, berichtet. Mittlerweile haben sich 27 Mitglieder zu einem Verein zusammengetan – bis zum selbstgesteckten ersten Zwischenziel von 30 Mitgliedern fehlen somit nur noch deren drei.

Nicht genug damit: Der Verein konnte bereits zwei Folientunnel errichten, in denen er Tomaten, Gurken, Auberginen, Paprika, Peperoni, Stangenbohnen und Kräuter angepflanzt hat. Der Acker ist nach Angaben von Susanne Fink mittlerweile „zu einem Drittel voll“ – hier gedeihen Salat, Fenchel, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Sellerie, Kohl und Wirsing.

In den vergangenen Wochen fanden bereits sechs so genannte „Helfertage“ statt, an denen jeweils fünf bis sieben Freiwillige auf dem Acker mitarbeiteten.

Im Juli sind weitere solcher Helfertage geplant. „Von Seiten der Helfer besteht großes Interesse“, betont Susanne Fink.

Genau das ist der Plan der Solidarischen Landwirtschaft: Den Acker in Kürnberg betreut ein Gärtner, der im biologisch-dynamischen Gartenbau ausgebildet ist. So erzeugt er frisches Gemüse, saisonal und regional, und die Bodenfruchtbarkeit bleibt erhalten.

Das Gemüse wird nicht über den Markt vertrieben, sondern kann direkt am Solawi-Betrieb oder eventuell an einer Verteilstelle abgeholt werden.

Die Solidarische Landwirtschaft bietet nach Ansicht der Initiative Vorteile für alle Beteiligten. Mehrere private Haushalte tragen die Kosten des Gemüseanbaus und bekommen im Gegenzug den Ernteertrag zurück.

Das Gemüse „verliert“ auf diese Weise zwar seinen Preis, erhält nach Auffassung der Initiative jedoch seinen wahren Wert zurück. Die Erzeuger sind durch die verbindlichen Beiträge gesichert und können dem Bedarf entsprechend produzieren.

Durch den persönlichen Bezug zueinander und den regionalen Bezug zum Wiesental erfahren sowohl die Erzeuger als auch die Verbraucher die vielfältigen Vorteile einer nicht-industriellen, marktunabhängigen Landwirtschaft, die auf die Bedürfnisse der Menschen abgestimmt ist und die natürliche Mitwelt berücksichtigt: Verantwortung, Risiko und Ernte werden geteilt.

Solidarische Landwirtschaft fördert und erhält eine bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft, stellt regionale Lebensmittel zur Verfügung und ermöglicht Menschen einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum. Keiner muss mitarbeiten, jeder darf mitarbeiten. In Deutschland arbeiten schon 244 Initiativen nach diesem Konzept des nachhaltigen Wirtschaftens.

Weitere Informationen: http://solawi-moehreblick.de

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