„Hände weg vom Oberfeld-Bolzplatz!“ Unter diesem Motto versammelten sich am Sonntagmittag auf Einladung der Bürgerinitiative „Pro Oberfeld“ bei strömendem Regen etwa 120 Bürger und Vertreter der Stadtratsfraktionen von Grünen und Unabhängigen, um gegen die geplante Bebauung der Grünfläche zu protestieren.

Schopfheim. Die Stadt will auf dem Areal einen Kindergarten bauen (wir haben berichtet); der Gemeinderat soll das am kommenden Montag beschließen.

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Mehrere Redner aus BI und Kommunalpolitik verwiesen unterm Applaus der Teilnehmer auf die ökologische und die soziale Bedeutung des Platzes als letzte größere Grün- und Spielfläche inmitten eines familien- und kinderreichen Wohngebietes. Neben der Kritik an den Bauplänen der Stadt präsentierten die Akteure Alternativvorschläge – sowohl in Sachen Kindergartenstandort als auch in Sachen künftiger Nutzung

Der Bolzplatz habe für alle Anwohner, gerade aber für Familie und Kinder, eine große Bedeutung, machte BI-Sprecherin Birgit Uhlich deutlich: Einigermaßen vor Verkehr geschützt und gut einsehbar, könnten sich Kinder und Jugendliche hier auch ohne Elternaufsicht austoben und spielen. Wie an vielen anderen Stellen in der Stadt würden bei den aktuellen Plänen über der Bauwut die Belange der nächsten Generationen vergessen: „Die werden in der Kernstadt vergeblich nach grünen Fleckchen suchen“, so Uhlich.

„Es geht nicht um Ablehnung, sondern um Erhaltung“

In diesem Sinne machten die Initiatoren der Kundgebung auch deutlich, dass die Debatte in ihrer Engführung auf Befürworter und vermeintliche Gegner eines Kindergarten in falsches Fahrwasser zu geraten droht: Tatsächlich gehe es nicht um die Ablehnung eines Kindergartens, sondern um die Erhaltung eines der letzten grünen Fleckchens innerhalb der Kernstadt, die an zahlreichen anderen Stellen gerade in den letzten Jahren verbaut wurden.

Tatsächlich sei bei sämtlichen in der jüngeren Zeit neu erschlossenen und geplanten Wohnbaugebieten von Schleife und Schlattholz über Eisweiher und Rietschle bis hin zum sogenannten Bockbierareal versäumt worden, einen Kindergarten direkt im betreffenden Gebiet mitzuplanen.

Dass es nun überhaupt zu einer solchen vermeintlichen Zwangslage in Sachen Kindergärten komme, sei vor diesem Hintergrund eindeutig Versäumnis der Stadt. Die nun quasi im Hauruck-Verfahren angesetzte Planung eines Kindergartens im Oberfeld ist für die Kritiker insofern weiterer Ausdruck einer fehlenden städteplanerischen Konzeption: Wie so oft, gehe es um kurzfristige Akut-Lösungen statt um eine langfristige städteplanerische Konzeption, die neben der schieren Schaffung von Wohnraum auch die nötige Erweiterung der Infrastruktur mitdenken würde, sagte BI-Sprecher Michael Straub.

Auch wenn hier also bereits Chancen vergeben worden seien: Ein Kindergartenstandort im Oberfeld sei keineswegs so alternativlos, wie die Stadt es darstelle, erklärte Straub.

Eine Naturgruppe in Wiechs mit Anbindung an den dortigen Kindergarten sei sehr wohl denkbar; Hindernis sei derzeit schlicht der Umbau rund um Halle und Kindergarten, der aber im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll.

„Der Oberfeld-Standort ist keineswegs alternativlos“

Der Parkplatz beim Schwimmbad sei – um ein Stück Rasenfläche des Schwimmbads erweitert – in seiner Größe wie in seiner Lage direkt bei den Neubaugebieten Schlattholz und Rietschle – ein idealer Standort, und die vermeintlich schwierige Erreichbarkeit einer Waldgruppe an der Schillerlinde ließe sich mit ein wenig gutem Willen doch in den Griff kriegen.

Als Alternative für den Oberfeldplatz selbst entwarf Landschaftsarchitekt und Grünen-Vorsitzender Roland Matzker die Vision eines „Generationenparks“, der durch mehr Bepflanzung und Gestaltung das Zeug habe, sich zum attraktiven Grün zu mausern.

Entwicklung, Planung und Gestaltung der Grünfläche vom eher schmucklosen Bolzplatz zum attraktiven Generationenpark wären auch ein gutes Feld für Bürgerbeteiligung, so erklärte Matzker in einer engagierten Rede und ermunterte die Anwesenden, sich weiter aktiv in die Belange der Stadt und in die Gestaltung ihrer unmittelbaren Umgebung einzubringen.

Abschließend riefen die Initiatoren der Kundgebung die Bürger dazu auf, sich in Sachen Oberfeld vor und in der Gemeinderatssitzung zu Wort zu melden.

Die BI trifft sich am Mittwoch, 19.30 Uhr, in der Begegnungsstätte, Austraße 7.

Die Entscheidung des Gemeinderats steht in der Sitzung am Montag, 19. März, auf der Tagesordnung; Beginn ist um 18 Uhr.