Schopfheim (hjh). Es war ein himmlischer Abend, den die Kulturfreunde der Markgrafenstadt in Kooperation mit den Fans aus Wehr am Donnerstag unterm Kupferdach in illustrer Gesellschaft von fünf Nonnen, einer Barsängerin, die im Kloster Verstecken spielte, einem klavierspielenden Pater, einem Pfarrer, der vor den schrägen Nonnen auf den Kirchturm flüchtet und einem Kardinal Oliver Meier (künstlerischer Leiter der Truppe), dem ein feuriger Rhythmus unter die Kutte fährt, verbrachten. Ein Abend wars mit wundervollen Gesängen. Aber auch ein Abend mit ein paar schrägen Tönen, die nicht ganz so sattelfesten Gospelfans ab und an „uff de Senkel“ gehen konnten, wie ein Theater-Abonnent des Kulturrings auf dem Heimweg in Erinnerung an ein paar sehr stark übertriebene Szenen bemerkte.

Die Konzertshow von „Großstadt Entertainment“ zum Saisonauftakt lebte vom Gesang temperamentvoller Nonnen, allen voran von dem des „König der Löwen“-Stars Nonhle Beryll, die auf dem Broadway und in Hamburg Erfolge einstrich und nun auch in Schopfheim in der Rolle von „Sister Act“-Ikone Whoopie Goldberg ihre Visitenkarte abgab.

Übersieht man als Freund von Rock, Pop und Gospel mal die etwas laue, dünne Handlung und konzentriert sich auf die Musik, bleibt die Freude über eineinhalb Stunden Frauen-Power mit ein paar heiteren Einlgen von „Bruder Valentin“ (Fritz Wengler). Der spielte wunderbar Klavier, ließ sich sonst aber als Vertreter der Gattung Mann und damit als „Wurzel allen Übels“ (sehr zur Freude des weiblichen Publikums) zum Affen machen. Das Feuer auf der Bühne, die zum Kirchenschiff umfunktioniert wurde, begann zu lodern, als die von fünf auf sechs Nonnen aufgestockte Kuttenriege zu den Ohrwürmern aus „Sister Act“ das Tanzbein schwang und Hits wie „Girls Just Wanna Have Fun“ oder „I Will Follow Him“ und „O Happy Day“ für glänzende Augen bei den Fans in der Stadthalle sorgten.

Spätestens zur Pause waren sich alle im nicht ausverkauften, aber sehr zur Freude von Susanne Häußer-Ühlin gut belegten Saal einig: „We are family!“ Und dieses Gefühl der Verbundenheit ging auch im zweiten Teil des Abends nicht „flöten“, in dem es die Nonne auf Zeit „Donna“ auf der Flucht vor der Mafia schafft, aus einem Haufen undisziplinierter Schreihälse ein liebenswertes Chörchen zu formen, das am Ende nicht nur den Kardinal, sondern auch das Publikum in der Stadthalle hie und da von den Sitzen riss.