Schopfheim Totholz: „Es gibt keine zwei Planeten“

Die Bekämpfung des Borkenkäfers erfordert besondere Schritte – vor allem den Transport des Totholzes aus dem Wald(Archivfoto). Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim -  Das „Sorgenkind Stadtwald“, in dem Totholz keine Seltenheit ist, so Bürgermeister Harscher, war Thema im Gemeinderat. Wie berichtet, leidet der Wald unter Trockenheit und Borkenkäfer, der Zustand wird von der Waldwirtschaft als dramatisch beschrieben.

Der Gemeinderat nahm von den daraus resultierenden finanziellen Veränderungen Kenntnis. Das sich erhöhende Defizit von 100 000 Euro soll durch geeignete Maßnahmen wenigstens teilweise kompensiert werden.

Sven Hendrik Wünsch (Freie Wähler) machte darauf aufmerksam, dass der Wald nicht allein ein Rohstofflieferant sei, sondern auch eine Schutz- und Erholungsfunktion habe. Diese sei wichtiger als die Nutzfunktion. Die Unterstützung der Maßnahmen zur Reduzierung der klimabedingten Schäden bedeute eine Investition in eine lange Zukunft, so Wünsch, der Förster ist. Die Holzerntemaßnahmen dienten im übrigen nicht unbedingt als Profitquelle, sondern sie dienten dem Allgemeinwohl, da dadurch die Borkenkäferverbreitung eingedämmt und Verkehrssicherheit für die Waldbesucher geschaffen werde.

Ernest Barnet (Grüne) erkundigte sich nach Beregnungsmöglichkeiten. Eine Beregnung des Holzes sei zwar nicht schlecht, so Sven Hendrik Wünsch, doch wenn in heißen Sommern Flüsse und Bäche zu wenig Wasser führten, müsse man davon absehen. Das Wichtigste sei, das Totholz aus dem Wald zu schaffen.

Auch Gisela Schleidt (Grüne) wollte die Maßnahmen für den geschädigten Stadtwald unterstützen. „Es gibt keine zwei Planeten.“ Sie sei geschockt vom Zustand des Waldes. Angesichts der Kosten, die die Stadtverwaltung für die Energiekarawane hatte ausgeben wollen, sei die Investition in den Wald gerechtfertigt. Es gehe um die Zukunft der Kinder.

Einstimmig votierte der Gemeinderat dafür, Maßnahmen zur Eindämmung der Waldschäden zu ergreifen.

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