Schopfheim Umsatzeinbrüche bis zu 40 Prozent

Ralph Lacher
Beratung unter2G-Regeln: DerEinzelhandel sieht sich vor weiter schwierigen Zeiten, sagtGewerbevereins-Vorsitzender Martin Bühler (rechts). Foto: Fotos: Ralph Lacher

Schopfheim  - Einzelhandel und Gastronomie in der Markgrafenstadt sehen sich im zweiten Jahr in Folge stark von der Corona-Pandemie und ihren Folgen beeinträchtigt.

Martin Bühler, Vorsitzender des Gewerbevereins, spricht von Umsatzeinbrüchen von bis zu 40 Prozent im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019. Bis in den Frühling hinein waren wesentliche Teile des Einzelhandels geschlossen.

Der Lockdown machte es nötig, mit Click & Meet-Angeboten sowie Rabattaktionen zu versuchen, trotz der Schließung in gewissem Umfang Umsätze zu generieren und vor allem die Kundenkontakte aufrecht zu erhalten. Das sei mit enormem

Noch keine Leerstände

Aufwand verbunden gewesen, habe kaum oder gar keine Gewinnspanne möglich gemacht, so Bühler.

Wie Bühler weiter erklärt, beutelten ab Ende November erneute Zugangsbeschränkungen den Einzelhandel ein weiteres Mal. Das habe ein Drittel der potenziellen Kundschaft, nämlich Ungeimpfte, ausgeschlossen und aufgrund der Kontrollnotwendigkeiten nicht gerade stimmungsfördernd gewirkt, so Bühler.

Er meint aber auch, dass 2021 etwas besser war als 2020 und dass sich in Teilen der Kundschaft ein Bewusstsein dafür gebildet habe, lokalen Handel vor Ort unterstützen zu wollen.

Unbestritten sei aber, so Bühler, dass der Online-Handel weiter von der Pandemie profitieren werde und dass der Einzelhandel in Schopfheim versuchen müsse, mit diversen digitalen Angeboten diesem Trend zu folgen.

Positiv sei, dass der Gewerbeverein gemeinsam mit der Stadt das schon lange geplante Projekt „Schopfheim aktiv“ auf den Weg gebracht habe. Zuversichtlich stimme ebenso, dass in der Innenstadt trotz aller Widrigkeiten noch keine Leerstände zu verzeichnen seien.

Karsten Pabst, Geschäftsführer der Lebensmittelkette Hieber, spricht davon, dass in Schopfheim auch das zweite Corona-Jahr insgesamt zufriedenstellend verlief. Grundsätzlich fehle zwar auch hier die Laufkundschaft. Für die zwei Märkte in der Stadt spiele die Problematik der grenznahen Standorte allerdings keine Rolle, weil Schweizer und Franzosen hier ohnehin seltener einkaufen als in grenznahen Standorten.

Martin Hauri vom Hotel-Restaurant „Krone“ in Wiechs bezeichnet die zurückliegenden zwei Jahre als große Herausforderung für seine Branche. Beide Jahre musste man fast sechs Monate schließen, verzeichnete im Sommer 2021 zwar ein sehr gutes Geschäft, ehe jedoch erneute Einschränkungen (2G) kamen und so das Weihnachts- und Silvestergeschäft nicht einmal 50 Prozent von „normalen“ Jahren ausmachte.

Personalprobleme

Obwohl der Gastronomie wie auch dem Einzelhandel staatliche Hilfen, vor allem Kurzarbeit, zugute kamen, sei die Personalproblematik größer geworden, sagt der Betreiber der größten gastronomischen Einrichtung in Schopfheim. Sein Betrieb habe drei Fachkräfte verloren. Sie hätten sich umorientiert aufgrund der unsicheren Lage der Gastronomie.

In Gewerbe, Industrie und Handwerk blieben coronabedingte Negativ-Entwicklungen hingegen weitgehend  aus. Gerade im Bausektor war sogar Aufwärtstendenz zu verspüren, weil Immobilienbesitzer in ihre Gebäude investierten.

Einschränkungen anderer Art plagten die Industrie und Teile des Handwerks, nämlich Lieferengpässe und deutlich höhere Rohstoffpreise. Und auch der Facharbeitermangel besteht weiterhin.

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