Schopfheim Unverpackt-Laden öffnet in der Innenstadt

Schopfheim -  Lange haben Sofia Riese, Malwina Arncken, Hannah Frank, Franka Popp, Sarah Maindok, Mona Rogge und Ilbert Worm darauf gewartet, dann war es endlich soweit: Ihr „Unverpackt“-Laden öffnete. Was am 28. November 2019 als Idee begann, ist nun Wirklichkeit geworden.

Sofia Riese und Malwina Arncken bildeten damals in der Projektwoche der Waldorfschule die Gruppe „Plastik“ und stellten sich die Frage, ob es möglich sei, beim Einkauf auch Lebensmittel zu kaufen, die nicht in Plastik verpackt seien. Sie fanden heraus, dass viele Waren diese Bedingung nicht erfüllen.

Konzept entworfen

Die Schülerinnen entschlossen sich daraufhin, ein Konzept für einen Laden zu entwerfen, der weitgehend auf umweltschädliche Verpackung verzichtet.

Sie stellten die Idee den Bürgern auf dem Wochenmarkt vor, ernteten viel Lob für ihre Initiative, sammelten Geld mittels Crowdfunding ein, besuchten andere „Unverpackt“-Läden und holten sich Rat bei den Betreibern, nahmen Kontakt mit Lieferanten auf und engagierten einen Controller, der das Projekt aus wirtschaftlicher Sicht betrachtete. Alle Überlegungen mündeten dann in die Entscheidung, ihre Idee in die Tat umzusetzen.

Ohne Risiko ist eine solche Entscheidung nicht. „Wir sind davon überzeugt“, entgegnet Sofia Riese Kritikern, „dass ein solcher Laden zu Schopfheim passt. Wir kennen viele Leute, die hier kaufen wollen.“

Von politischer Seite gibt es viel Zustimmung für das Projekt. Michael Staub war einer der Ersten, die den Laden in Augenschein nahmen. „Toll, dass ihr das zustande gekriegt habt. Ich habe immer gehofft, dass es klappt“, lobte der langjährige Stadtrat der Grünen die Ladenbetreiberinnen.

Breites Sortiment

Er erinnerte daran, dass der erste „Unverpackt“-Laden 2014 in Deutschland eröffnet wurde. Dass es sieben Jahre danach so etwas auch in einer Stadt gebe, die nicht dafür bekannt sei, schnell Ideen umsetzen, sei optimal.

Die Betreiberinnen bieten in ihrem „Glück im Glas“ genannten Geschäft eine breite Palette an Waren aus den Bereichen Cerealien, Saaten, Pasten, Getreide, Öl, Essig, Gewürze, Trockenfrüchte, Snacks und Nonfood an. Bambusbesteck ist ebenso erhältlich wie Lippenbalsam, WC-Papier, wiederverwendbare Ohrenstäbchen oder Strohhalme aus Glas, die ihre aus Plastik bestehenden Pendants, die Läden ab 3. Juli nicht mehr verkaufen dürfen, ersetzen.

Mona Rogge weist daraufhin, dass nicht alle glutenfreien Produkte, die im Handel erhältlich sind, verkauft werden können. Der Laden ist zwar ausgesprochen sauber, aber kein Reinraum. „Wir können nicht garantieren, dass beim Abfüllen mitunter auch mal ein Stäubchen in die Gefäße gelangt“, sagt sie.

Rogge ist die „Hauptverkäuferin“ bei „Glück im Glas“. Sie hatte unabhängig von den Schülerinnen die Idee, einen „Unverpackt“-Laden zu eröffnen. Als sie von den Plänen der Gymnastinnen erfuhr, schloss sie sich ihrer Initiative an. Das sei eine richtige Entscheidung gewesen, betont sie.

Die Gläser, in die die Cornflakes und Co. abgefüllt werden, müssen die Einkäufer selber mitbringen.

Sie werden zunächst leer gewogen, dann befüllt und dann wieder gewogen, um den Preis zu ermitteln. Das alles macht der Kunde.

Im Laden kann man auch Bücher ausleihen und Produkte auf Spendenbasis erwerben. Mobilitätseingeschränkten Bürgern wird Ware auch per Lasten-E-Bike gebracht. Geplant ist auch, ein Café einzurichten, in dem man auch Kuchen bekommen kann.

„Glück im Glas“ gewährt durch eine transparente Tür auch einen Blick in sein Lager. „Die Kunden sollen sehen, dass alles sauber und hygienisch ist“, sagt Sofia Riese.

Weitere Informationen: „Glück im Glas“ in der Hauptstraße 43 ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs von 8.30 bis 18 Uhr geöffnet und samstags von 8.30 bis 14 Uhr.

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