Schopfheim „Vorbildlich durch eine schwierige Zeit“

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Bürgermeister Dirk Harscher wendet sich zum Jahreswechsel an die Schopfheimer. Foto: zVg

Mit der Corona-Pandemie und dem Klimwandel im Allgemeinen und deren Auswirkungen auf die Stadt im Besonderen beschäftigt sich Bürgermeister Dirk Harscher in seinem Grußwort zum Jahreswechsel. Er schreibt:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, was für ein Déjà-vu: Bei einem Déjà-vu hat man bekanntlich das Gefühl, dass man ein und dieselbe Situation schon einmal erlebt hat. Genau so fühlt es sich momentan an, wenn man die aktuelle Corona-Lage und die vor zwölf Monaten betrachtet. Wir sind weiterhin in der wohl schwierigsten und herausforderndsten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

So neigt sich ein weiteres besonderes Jahr in diesen Tagen dem Ende entgegen. Kaum jemand hätte erwartet, dass wir noch einmal in eine so ernste Lage wie in der Adventszeit 2020 geraten würden, aber die aktuell hohen Infektionszahlen machen diesen Schritt unumgänglich.

Stimmen, welche in den etwas entspannten Sommermonaten vor einer vierten Welle gewarnt haben, wurden nicht im nötigen Umfang ernst genommen. Das Impftempo stockte nach dem Sommer erheblich, wohl auch, weil die großen und gut ausgestatteten Impfzentren nicht mehr in vollem Umfang weiter betrieben wurden.

Eine vorausschauende Strategie für weitere Impfungen und die Vielzahl von Auffrischungsimpfungen gab es anfangs nicht. Erst jetzt vor einigen Wochen wurde beim Impfen wieder Fahrt aufgenommen.

Eine neue Virus-Mutation, die „Omikron-Variante“, die viel ansteckender ist als die Delta-Variante, wurde bereits auch in unserer Region nachgewiesen und stellt uns vor weitere Herausforderungen.

Mit Blick auf unsere Nachbarländer in Europa müssen wir davon ausgehen, dass sich die Coronamaßnahmen in Kürze nochmals verschärfen werden. Diverse Kontaktbeschränkungen sind ab 28. Dezember bereits von der Bundesregierung angekündigt worden.

Virologen gehen davon aus, dass eine massive fünfte Welle in den Monaten Januar / Februar 2022 durch die neue Variante auf uns zukommt. Wichtig ist jetzt, dass weiter am Impftempo der letzten Zeit festgehalten und die Aufklärungsarbeit zum Impfen forciert wird.

Die Stadt Schopfheim hat sich in den vergangenen Wochen bezüglich Impfungen gut aufgestellt. An zwei Wochenenden im Dezember wurden alleine in der Stadthalle Schopfheim weit mehr als 6500 Menschen geimpft. Zusätzliche Impfmöglichkeiten gab es durch niedergelassene Ärzte in unserer Verwaltungsgemeinschaft. Das mobile Impfteam des Landkreises Lörrach ist mittwochs 14- tägig in der Stadthalle.

Hierfür ein herzliches Dankeschön an alle Ärzte und an das gesamte Fachpersonal für ihr Engagement, sowie ein Dankeschön an das DRK Schopfheim und das THW Schopfheim für die großartige Unterstützung. Nur durch ein Zusammenspiel aller Kräfte war diese Schlagzahl an Impfungen möglich.

Aktuell geht die Pandemie nicht spurlos an unserer Markgrafenstadt vorbei. Große Teile unseres Einzelhandels, der Gastronomie, der Dienstleistungen und der Vereins- und Kulturlandschaft haben spürbare Einschnitte zu verzeichnen und leiden sehr unter diversen Auflagen.

Große Besuchermagnete mit diversen Veranstaltungen, auch mit Beteiligung vieler Vereine, konnten dieses Jahr wieder nicht stattfinden. Gerade ab August hagelte es ständig Absagen. Ebenfalls wurde in den letzten Tagen bekannt gegeben, dass unsere Fasnacht auch 2022 größtenteils der aktuellen Situation zum Opfer fällt.

Trotz der schwierigen Zeit, sind wir in der Stadt Schopfheim bei einigen Themen weitergekommen. Ich möchte hier einen kurzen Überblick zu einzelnen Themen geben.

Beim Schulcampus schreiten die Bauarbeiten voran, das Gebäude des Schulneubaus wurde fertiggestellt und wird aktuell von Schülern der Friedrich-Ebert-Schule (FES) temporär genutzt. Durch diesen Umzug der Schüler können Sanierungsarbeiten im Bestandsgebäude der Friedrich-Ebert-Schule stattfinden, ohne dass durch Baulärm der Unterricht gestört wird.

Der Umzug der Johann-Peter-Hebel-Schule von der Altstadt in den Neubau wird nach Fertigstellung des Umbaus / Sanierung der FES vollzogen.

Die gesamte Situation im Baugewerbe belastet auch weiterhin die vielen Bauprojekte in unserer Markgrafenstadt. Lieferengpässe, dadurch große Verzögerungen und starke Preiserhöhungen machen den Bauablauf nur schwer berechenbar. Oft können diverse Zeitpläne nicht mehr eingehalten werden. Eine noch nie da gewesene Situation im Bausektor stellt die Stadt Schopfheim vor große Herausforderungen.

Bei den Uehlin-Häusern liegt jetzt die Abbruchgenehmigung vor. Die Stadt Schopfheim ist auf der Suche nach einem Investor fündig geworden, der an der strategisch wichtigen Stelle einen Mehrwert schaffen wird. Das Gebäude wird sich architektonisch gut in das Gesamtensemble einfügen.

Weiter ist es uns gelungen, ein Gemeindeentwicklungskonzept (GEK) und ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) zu beauftragen. Ein wichtiger und richtiger Schritt, gemeinsam mit einer aktiven Bürgerbeteiligung unsere Markgrafenstadt langfristig wettbewerbsfähig zu machen. Im nächsten Jahr werden wir gemeinsam diesen wichtigen Prozess starten.

In diesem Zusammenhang freut es mich, dass es uns dieses Jahr gelungen ist, den Verein „Schopfheim Aktiv“ zu installieren, der bei einer zukunftsfähigen Ausrichtung unserer Markgrafenstadt eine wichtige Rolle spielen wird.

Die klimatischen Auswirkungen machen sich seit einigen Jahren auch in Schopfheim bemerkbar. Hier möchte ich den Blick auf unseren Stadtwald richten, der mittlerweile auch enorme Schäden durch Trockenheit erlitten hat. Neben Fichten sind nun auch Buchenbestände betroffen, durch vermehrt heißere Sommermonate und dadurch viel zu wenig Niederschlag.

Ein anderes Bild hat uns die Niederschlagssituation zu Beginn des Jahres 2021 gezeigt. Durch tagelange Regenfälle und Schneeschmelze war fast eine Woche lang ein Hochwasser an der Kleinen und großen Wiese zu verzeichnen. Noch nie gab es eine so langanhaltende Hochwassersituation an unseren Gewässern.

Weiter gab es Anfang Februar durch diese ergiebigen Regenfälle einen Erdrutsch im Wohngebiet auf dem Altig und weitere Erdbewegungen am Entegast. Nur durch viel Glück kamen keine Menschen zu Schaden.

Die Stadt Schopfheim muss und wird zeitnah weitere Maßnahmen in die Wege leiten, um die Risiken von Großschadensereignissen wie Hochwasser und Starkregen zu begegnen. Diese Szenarien in unserer Markgrafenstadt sind eindeutig auf die klimatischen Veränderungen zurückzuführen.

Ein Starkregenmonitoring wird zusammen mit umliegenden Kommunen unserer Verwaltungsgemeinschaft in Angriff genommen. Hochwassermaßnahmen im Kleinen Wiesental (Enkenstein und Langenau) sollen realisiert werden. Hierfür haben wir in unserem Haushalt die entsprechenden Gelder berücksichtigt.

Dies ist nur ein kurzer Abriss auf die vielen Themen, die unsere Markgrafenstadt und die Teilorte beschäftigen. Hinzu kommt eine Pandemiesituation, welche Verwaltung und die gesamte Bürgerschaft aktuell sehr beschäftigt und belastet.

An dieser Stelle möchte ich einen herzlichen Dank an die Schopfheimer Bürgerinnen und Bürger aussprechen. Sie alle gehen in einer ganz großen Mehrheit vorbildlich durch diese schwierige Zeit, welche uns jetzt seit fast zwei Jahren fesselt. Sie haben mit Ihrer Solidarität und dem Umsetzen der Corona-Regelungen dazu beigetragen, dass wir einheitlich gegen dieses Virus vorgehen.

Ich bin mir sicher, dass wir alle gemeinsam gestärkt aus dieser Krise gehen werden und rufe Sie weiter zur Vorsicht und Mithilfe auf.

Dankeschön an die vielen Menschen, die in der schweren Zeit in diversen Branchen täglich an ihr Belastungslimit gehen, um unseren Lebensstandard aufrecht zu erhalten.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen glücklichen Start in ein gesundes und hoffentlich besseres Neues Jahr 2022. Bitte passen Sie gut auf sich und Ihre Lieben auf!“

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