Schopfheim Was Johannes Gutenberg einst in Gang setzte

Markgräfler Tagblatt
Begeisterte Konzertbesucher am Eröffnungstag des Technikmuseums in Schopfheim. Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

Schopfheim-Fahrnau (os). Mit einem Eröffnungskonzert startete das Technische Museum in Fahrnau am Sonntag in die neue, immerhin schon 15. Saison.

Dabei gab es durch den stellvertretenden Vorsitzenden der Museumsgesellschaft, Gerd Woop, und vor allem durch Museumsführer Harald Schwab-Strube auch Erläuterungen zu den Exponaten.

Woop hieß eine stattliche Zahl von Gästen willkommen, ehe das Blechbläserquintett „Rheinklang“ Musik aus sechs Jahrhunderten zu Gehör brachte und mit seinem flott vorgetragenen Repertoire von traditionellen Weisen von Bach bis zu den Beatles das Auditorium begeisterte.

In der Pause des rund zweistündigen Konzerts von Dietmar Schubnell (Trompete), Christoph Haarmann (Trompete), Micha Lewedei (Horn), Karlheinz Schwer (Posaune) und Andreas Reichert (Tuba) führte Harald Schwab-Strube das Publikum durchs Museum und ließ auch eine der funktionstüchtigen Setzmaschinen laufen. Dabei erläuterte er, dass durch die Buchdruckerfindung durch Johannes Gutenberg vor über 550 Jahren der Durchbruch zur Verbreitung von Nachrichten erfolgte.

Es dauerte indessen noch über 300 Jahre, bis dank weiterem Erfindergeist, im wesentlichen durch den Bad Mergentheimer Ottmar Mergenthaler, ein weiterer entscheidender Durchbruch gelang. Dieser entwickelte eine Maschine zur mechanischen Satzherstellung. Mit dieser neuen Technik wurden nicht mehr einzelne Lettern „gesetzt“, sondern es konnten mechanisch ganze Zeilen gegossen werden. Diese Phase der Druckerei dauerte rund 80 Jahre, denn 1975 wurde der Bleisatz durch den Fotosatz ersetzt.

Im Technischen Museum in in den Räumen der ehemaligen Schuhfabrik Krafft sind seit der Eröffnung im Jahr 2000 sämtliche Modelle des einstigen Marktführers Linotype sowie bedeutende Modelle der übrigen Hersteller betriebsfähig ausgestellt. Es beherbergt somit eine in dieser Vollständigkeit einmalige Sammlung, mit der die Museumsgesellschaft ein weiteres „lebendes Museum“ präsentieren kann, das die Entwicklung dieses Teils der Industriegeschichte anschaulich vor Augen führt.

Technisches Museum Schopfheim in der ehemaligen Schuhfabrik Krafft, Öffnungszeiten bis Ende Oktober sonntags von 10 bis 12 Uhr. Kontakt: Tel. 07622 /  666 680, Internet: www.museumsgesellschaft-schopfheim.de.

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