Schopfheim „Weiter mit niedrigen Zinsen leben“

„Wir haben unsere Wachstumsziele alle erreicht“: Bernhard Schlageter, Vorstand der VR-Bank, blickt „sehr zufrieden“ auf das Geschäftsjahr 2017 zurück.

Schopfheim . Zusammen mit seiner Vorstandskollegin Ines Niederschuh präsentierte er gestern im Bilanzpressegespräch die erfolgreiche Zahlen.

Demnach konnte die Genossenschaftsbank sowohl bei den Kundeneinlagen als auch bei den Kundenkrediten „gute Zuwächse“ verzeichnen.

Der Bestand an Darlehen und Kontokorrentkrediten erhöhte sich um 4,8 Prozent. Bei den Fremdwährungskrediten musste die VR-Bank aufgrund von negativen Kurs (Schweizer Franken) und sinkender Nachfrage allerdings einen Rückgang verkraften, weswegen das bilanzielle Kundenkreditvolumen insgesamt nur um 1,5 Prozent stieg.

Dessen ungeachtet vergab die VR-Bank so viele neue Kredite wie noch nie – 85 Millionen Euro nämlich, sieben Millionen mehr als im bisherigen Rekordjahr 2015. Etwas mehr als die Hälfte der Darlehen (55 Prozent) entfiel dabei auf den privaten Sektor, 45 Prozent auf den gewerblichen.

Trotz der Niedrigzinsen steigerte das Geldinstitut auch die Kundeneinlagen auf nunmehr 343 Millionen Euro – das sind 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Kunden legten das Geld dabei eher kurzfristig an. Das betreute Kundenvolumen erhöhte sich um 36 Millionen Euro auf nunmehr 986 Millionen (plus 3,8 Prozent).

Trotz der Niedrigzinsphase verbuchte die VR-Bank zum Jahresende mit 1,1 Millionen Euro einen Überschuss wie im Jahr zuvor. „Wir haben über Wachstum die sinkenden Erlöse ausgleichen können“, so Bernhard Schlageter. Der Vorstand schlägt der Vertreterversammlung denn auch wieder eine Dividende in Höhe von drei Prozent vor.

Als „Indiz für das große Vertrauen“ in ihre Bank werten die beiden Vorstände die Tatsache, dass der Mitgliederstand stabil geblieben ist. Mit über 11 180 Genossen sei die VR-Bank „die größte Personenvereinigung“ im mittleren und oberen Wiesental. Derzeit beschäftigt das Kreditinstitut 89 Mitarbeiter, davon sieben Auszubildende.

Mit Blick in die Zukunft rechnen beide Vorstände mit niedrigen Zinsen. „Damit werden wir noch eine Weile leben müssen“, so Bernhard Schlageter. Die Bankenlandschaft insgesamt werde sich in den nächsten Jahren sicher verändern, auch wegen der zunehmenden Verlagerung der Geldgeschäfte ins Internet.

„Einerseits läuft zwar immer mehr übers Smartphone“, weiß Ines Niederschuh, „andererseits besteht weiterhin hoher Bedarf an Beratung". Für Bernhard Schlageter ist klar, dass die VR-Bank in Zukunft „alle Vertriebswege“ anbieten muss. Dennoch bleibe „gute Beratung auf Vertrauensbasis“ ausschlaggebend.

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